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75 Jahre Swissmechanic Die grosse Geburtstagsparty im KKL Luzern

| Redakteur: Lya Bartholet

Rund 500 Personen, darunter viele Patrons der Mitgliedfirmen, aber auch Gäste aus Politik und Wirtschaft feierten am 20. Juni das 75-Jahre-Jubiläum von Swissmechanic. Bundesrat Johann Schneider-Ammann beehrte den Verband mit seiner Gegenwart und würdigte die Verdienste im Bereich der Berufsbildung. Die Kulisse des KKL Luzern bot den würdigen Rahmen.

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Josef Maushart, CEO Fraisa SA.
Josef Maushart, CEO Fraisa SA.
(Bild: Swissmechanic)

Felix Merz, Leiter Kommunikation bei Swissmechanic, hiess die Gäste mit viel Charme willkommen. Als gastfreundlicher Appenzeller, wie er sich selber vorstellte, wandte er sich an die «sparsamen» Unternehmer und betonte: «Ich moderiere den Anlass selber – und spare damit Geld – damit Sie heute besser essen können.» Mit dieser Feststellung hatte Merz den ersten Lacher und eine grosse Portion Sympathie auf seiner Seite. Er bedankte sich bei den zahlreichen Sponsoren und gab die Bühne frei für den Präsidenten Felix Stutz. Zuvor würdigte er dessen Fähigkeit zu messerscharfer Analyse und gab zugleich seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser, auch nach Beendigung des Präsidiums im Herbst, den Verband mit seinem Knowhow unterstütze.

Bekenntnis zum dualen Bildungssystem

Stutz begrüsste auch von seiner Seite die Mitglieder, samt Partnerinnen und Partner, die lokalen und nationalen Politiker, insbesondere aber die nachfolgenden Redner. Der Swissmechanic-Präsident bezeichnete den Verband als einen Willenszusammenschluss von Unternehmen, die in ihren Betrieben bewusst Sozialpartnerschaft leben. Er gab zudem seiner Freude Ausdruck, dass genau zum Jubiläum die Weiterbildung zum Produktionstechniker HF rechtlich anerkannt wurde. Felix Stutz appellierte in seiner Rede zum Kampf für die duale Ausbildung und zu einem Bekenntnis, das sich auch in der Freigabe von öffentlichen finanziellen Mitteln äussere.

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Swissmechanic-Direktor Oliver Müller liess den Blick in die Vergangenheit schweifen. Er hielt fest, dass sich die Anliegen seit der Gründung des «Schweizerischen Mechanikermeister-Verbandes» am 17. Juni 1939 auf dem Gelände der Landesausstellung wenig verändert hätten. In der Einladung zur Gründungsversammlung beklagten sich die 38 Mechaniker-Meister über die unerträgliche Belastung durch Steuern und Abgaben. «Die Tendenz, das Kleingewerbe aus dem Produktionsprozess auszuschalten, zwingt uns, Abwehrmassnahmen zu ergreifen», schrieben sie.

Die Chancen der Globalisierung

Josef Maushart, CEO Fraisa AG, betonte, dass der weltweite Handelsaustausch schon immer der Erhöhung des Lebensstandards diente, die Globalisierung sei also eine positive Errungenschaft. Er lobte den Fertigungsstandort Schweiz, die Präzision des «Swiss Finish». Er gab aber auch zu bedenken, dass gerade Grossunternehmen zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung gezwungen seien, gewisse Fertigungsschritte in Billiglohnländer auszulagern. Er zeigte zwar Verständnis für gewisse Ängste von Arbeitnehmern und Unternehmern, betonte aber: «Wir sind dem Strukturwandel unterworfen und können ihn nicht aufhalten, darum ist der beste Weg zu antizipieren.»

Mit Werten trumpfen

Banker Pierin Vinzenz lobte die extreme Stabilität, Qualität und Rechtssicherheit in der Schweiz, die durch die Weissgeld-Strategie noch einmal an Bedeutung gewonnen habe. Er erklärte, dass KMU in der MEM-Branche Produkte hätten, die sich voneinander differenzieren, Banken dagegen könnten sich weniger mit Dienstleistungen voneinander abheben als durch Werte. Der Schweizermarkt sei aber durchaus auch für Banken interessant, stellte Vinzenz fest. Als CEO der Raiffeisenbank hob er hervor, dass Kundennähe die Stärke seiner Bank sei, so gäbe es unter anderem in kleinen Walliser Dörfern – ohne «Konsum» und Pfarrer – eine Raiffeisenfiliale. Sympathie müsse weiterhin gepflegt und Kompetenz weiterentwickelt werden, resümierte er.

Das Rückgrat unserer Wirtschaft

Bundesrat Johann Schneider-Ammann lobte die KMU und stellte fest, dass diese nicht zuletzt wegen schlanker Strukturen, flachen Hierarchien und dem persönlichen Einsatz vieler Patrons der Wirtschaftskrise getrotzt hätten. Er strich heraus, dass ein duales Bildungssystem ohne KMU gar nicht möglich wäre. Schneider-Ammann sagte, sein Ziel sei es, die Höhere Berufsbildung aufzuwerten, damit die Lehre und der Berufsweg auch künftig attraktiv blieben. Weiter versprach er eine verbesserte Finanzierung der Vorbereitungskurse auf Berufs- und Höhere Fachprüfungen. «Die Schaffung ‹gleich langer Spiesse› in der Finanzierung der Angebote an Universitäten und Fachhochschulen einerseits und Höheren Fachschulen andrerseits ist von zentraler Bedeutung, wenn wir die nicht-akademische Arbeit fördern wollen», betonte er. Noch vor Ende August werde er dem Bundesrat ein Finanzierungsmodell vorschlagen, welches die Situation der Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsbildung ab dem 1. Januar 2017 nachhaltig verbessern werde.

Mehr als nur ein Pausenclown

Was Martin O. – der Stimmenkünstler aus St. Gallen – an kreativem Können zum Besten gab, war faszinierend. An Ort und Stelle mixte er verschiedene Geräuschfolgen – von Beatboxen bis zum Jodel – auf seinem simplen Aufnahmegerät zusammen. Er verblüffte mit flinken Tanzschritten ebenso wie mit theatralischen Einlagen und zum Schluss mit der spielerischen Verwertung von Stichworten, die ihm in den Referaten zufielen. Trotzdem wäre es schade gewesen, wenn sich die Gäste vor Begeisterung für Martin O.’s Wortkapriolen und vor dem nahenden Anpfiff des WM-Spiels Schweiz – Frankreich den reichhaltigen Apéro auf der Dachterrasse hätten entgehen lassen. <<

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