Interview, Federico Daunert / Walter Meier AG «Die Schweiz ist ausgezeichnet aufgestellt»

Redakteur: Matthias Böhm

Die Walter Meier AG gehört zu den grossen WZM- und Werkzeug-Händlern der Schweiz. Sie verfügt über ein ausgezeichnetes Maschinen- und Werkzeugportfolio und ist in der Lage, selbst komplexe Fertigungslösungen aus einer Hand anzubieten. Federico Daunert, Mitglied der Geschäftsleitung, sagt im SMM-Interview, in welche Richtung sich der Werkplatz Schweiz entwickelt.

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«Bei den Werkzeugen finden beachtliche Entwicklungen in den Werkzeugbeschichtungen, Geometrien und Materialien statt.»Federico Daunert, Mitglied der Geschäftsleitung, Walter Meier (Fertigungslösungen) AG
«Bei den Werkzeugen finden beachtliche Entwicklungen in den Werkzeugbeschichtungen, Geometrien und Materialien statt.»Federico Daunert, Mitglied der Geschäftsleitung, Walter Meier (Fertigungslösungen) AG
(Bild: René Lamb Fotodesign GmbH)

SMM: Welchen Stellenwert hat die Prodex für Walter Meier?

Federico Daunert: Die Prodex ist die wichtigste Ausstellung von Werkzeugmaschinen in der Schweiz. Für Walter Meier ist es darum sehr wichtig, an dieser Messe präsent zu sein.

Was sind die Schwerpunkte des Messeauftritts?

F. Daunert: Wie bei jeder Messe wollen wir unsere Kundenbeziehungen pflegen und in Erfahrung bringen, was für Investitionspläne unsere Kunden haben. Eine Messe eignet sich auch gut, um zu sehen, wie gross das Interesse an unseren Produkten und wie die Stimmung in der Wirtschaft ist.

Wie beurteilen Sie Ihr aktuelles wirtschaftliches Umfeld in der Schweiz und weltweit?

F. Daunert: Wir leben in schwierigen Zeiten mit global grossen wirtschaftlichen und politischen Instabilitäten. Die europäische Wirtschaft ist in den vergangenen sechs Jahren nicht wirklich gewachsen. Das wirkt sich auch auf die Wachstumsraten in der Schweiz aus. Aber wir haben gelernt, wie man in dieser komplexen Umgebung arbeiten muss und sich auf den Export in die Länder zu konzentrieren, in denen unsere Produkte erforderlich sind. Ich denke, die Schweiz ist im Vergleich zu Europa wirtschaftlich viel besser aufgestellt, obwohl wir mit einem zu starken Schweizer Franken konfrontiert sind.

Worin sehen Sie im Moment die entscheidenden technischen und strategischen Entwicklungen in der Werkzeugmaschinenbranche?

F. Daunert: Der technische Fortschritt geht immer weiter, so auch in der Werkzeugmaschinenindustrie. Die Entwicklung der Systemhersteller in neuen Bearbeitungssystemen, die es zunehmend erlauben, fertige Teile genauer und komplexer in weniger Zeit und mit weniger Spannlagen des Werkstücks herzustellen, ist ein unumkehrbarer Trend. Immer häufiger werden auf CNC-Drehmaschinen komplexe Fräsarbeiten durchgeführt und auf modernen Bearbeitungszentren Drehoperationen ausgeführt. Das alles mit dem Ziel, Fertigteile in der gleichen Maschine und mit der niedrigsten Anzahl von Aufspannungen zu produzieren. In Bezug auf Schneidwerkzeuge, bei denen Walter Meier auch eine starke Präsenz in der Schweiz hat, sehen wir auch grosse Entwicklungen in den Werkzeugbeschichtungen, Geometrien und Materialien, die alles in allem kürzere Bearbeitungszeiten, längere Standzeiten und höhere Bearbeitungsgenauigkeiten erzeugen. Auch im Werkzeugbereich bleibt die Entwicklung nicht stehen.

Was bedeuten die gegenwärtigen politischen Entwicklungen in der Schweiz für Ihr Unternehmen? Wie schätzen Sie die Lage am Werkplatz Schweiz ein?

F. Daunert: Unser Markt ist sehr saisonal und schwierig einzuschätzen. Über die vergangenen 75 Jahre haben wir gelernt, mit dieser Herausforderung umzugehen. Dazu gehören auch politische Veränderungen. <<

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