Schweizer Qualitäts-Zulieferer Die Stärken Schweizer Qualität

Redakteur: Matthias Böhm

Ob Handwerkzeuge, Werkzeugmaschinen oder Präzisionswerkzeuge: Die in diesem Beitrag vorgestellten Unternehmen stehen für Schweizer Perfektion und Präzision. Die Unternehmen setzen auf den Standort Schweiz und nutzen seine Stärken.

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Schweizer Qualität im Doppelpack: Blick in das 5-Achs-Simultan-BAZ Fehlmann Versa 825 beim Schweizer Armaturenhersteller KWC. Im Bild KWC-Maschinenoperateur Thomas Fretz.
Schweizer Qualität im Doppelpack: Blick in das 5-Achs-Simultan-BAZ Fehlmann Versa 825 beim Schweizer Armaturenhersteller KWC. Im Bild KWC-Maschinenoperateur Thomas Fretz.
(Thomas Entzeroth)

Schweizer Unternehmen profitieren von einem hervorragenden Mittelbau an sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern. In kaum einem anderen Land ist die Dichte an qualifizierten Fachkräften so hoch wie in der Schweiz. Von diesem Know-how profitiert letztlich des Standort Schweiz, der trotz hohem Lohnniveau, seine Produkte international vermarktet.

In Anbetracht der aktuellen Frankenhochs keine leichte Aufgabe. Doch verstecken müssen sich die Schweizer nicht, wie die Erfahrungen von Rolf Muster, Mitinhaber und CEO des Werkzeugmaschinenherstellers Schaublin Machines SA zeigen: «Ich habe vor kurzem eine Anfrage für Zuliefer-Komponenten in Frankreich gestellt. Die waren teurer als meine Schweizer Zulieferanten.» Schweizer Zulieferanten erhöhten massiv ihre Produktivität, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Kompromisslose Schweizer Qualität produzieren

Viele Schweizer Unternehmer setzen nach wie vor auf den Standort Schweiz, aus gutem Grund, wie Eva Jaisli, CEO des Hand-Werkzeugherstellers PB Swiss Tools erklärt: «Wir müssen eine kompromisslose Schweizer Qualität produzieren. Das heisst, unsere Endanwender/innen bekommen immer den gleich hohen Qualitätsstandard. Das ist entscheidend. Dafür müssen wir unsere Produktionsprozesse auf höchstem Niveau wirksam und wirtschaftlich gestalten, ständig überwachen und gegebenenfalls anpassen.»

Qualifikation der Mitarbeiter entscheidend

Rolf Muster stellt in diesem Zusammenhang die Qualifikation der Mitarbeiter in den Vordergrund. «Erstens ist die Qualität der Schweizer Lehrlingsausbildung hochkarätig. In der Schweiz verfügen wir über sehr gut ausgebildete Mitarbeiter in Produktion, Service und Montage. Um das zu bewahren, müssen wir generationsübergreifend agieren, damit sich das Know-how der älteren Mitarbeiter an die junge Generation weiter vererbt. Zweitens: Unsere Ingenieurschulen und Hochschulen machen einen ausgezeichneten Job. Sie verfügen über eine sehr hohe Qualität, die den Studierenden und letztlich uns als Unternehmen in Form von Know-how zugutekommt. Drittens ist die politische und finanzielle Stabilität der Schweiz hervorzuheben. Und viertens sind die Schweizer und deren Unternehmen seriös, zuverlässig und verfügen über eine sehr hohe Arbeitsethik. Das sind alles Aspekte, die förderlich sind, um ein hohes Qualitätsniveau halten zu können.»

Schweiz mit langer Tradition

Die Schweiz verfügt über eine lange Tradition, wenn es um das Thema Qualität geht. Wie Qualität – auch langfristig - hoch gehalten werden kann, darüber hat E. Jaisli klare Vorstellungen: «Qualität setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Das Zusammenspiel von Unternehmen und öffentlicher Hand langfristig auf hohem Niveau zu halten ist eine grosse Herausforderung. Wir haben in der Schweiz viel Erfahrung und Disziplin, das ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Alle Faktoren, die Qualität beeinflussen, müssen konsequent überwacht und optimiert werden: Die Ausbildung unserer Mitarbeitenden, die Technologie-, Werkstoff- und Organisationsentwicklung. Mit diesen Voraussetzungen werden wir auch in Zukunft unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter entwickeln können.»

Schweizer Unternehmen in der ersten Reihe

Wenn es um Präzision geht, dann stehen Schweizer Unternehmen in der ersten Reihe, so auch die Urma AG, die sich auf Werkzeuge für die Bohrungsfeinbearbeitung spezialisiert hat. Für Urs W. Berner (Inhaber, CEO Urma AG) ist Bohrungsfeinbearbeitung Alltag. Sein Unternehmen entwickelt Werkzeugsysteme für die hochpräzise, effiziente und flexible Bohrungsherstellung. «Das Feinbearbeiten der Bohrungen ist sozusagen einer der letzten Fertigungsprozesse, wenn hier etwas ‚aus dem Ruder läuft‘, dann zieht das sofort hohe Kosten nach sich.» Auch hier zeigt sich, besser in ein hochwertiges Werkzeugsystem investieren, als teuren Ausschuss zu produzieren.

Wettbewerbsfähigkeit der WZM-Hersteller

Schliesslich ein Blick auf die Schweizer Werkzeugmaschinenindustrie. Das was Jürg Solenthaler (Verkaufsleiter, Fehlmann AG) über die Wettbewerbsfähigkeit der Fehlmann AG sagt, lässt sich sinngemäss auf Schweizer Werkzeugmaschinenhersteller weitestgehend übertragen: «Man kann es vielleicht so sagen, beim Preis haben wir dann Mühe, wenn der Kunde eine 08/15-Maschine benötigt. Wenn als Standard ein schneckengetriebener Rundtisch gefordert wird, dann wird es sicher eng für uns. Aber sobald die Ansprüche höher werden, dann sind wir immer gut im Rennen und nicht selten ganz weit vorn.»

Work with the best

Und zum Schluss nochmals ein klares Bekennen zum Standort Schweiz von Eva Jaisli: «Wir sind weltweit der einzige Handwerkzeug-Hersteller, der alle Produkte am Herkunftsort fertigt. Das gehört zu unserem Brand, wir offerieren ein 100% Schweizer Produkt. Wenn wir in Asien produzieren würden, wäre es ein Aufkünden unseres Versprechens: work with the best.»

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