Internationale Zerspanungs- und Technologietagung Die Zukunft der Titanzerspanung

Redakteur: Matthias Vogel

>> Der Kühlschmierstoffhersteller Blaser Swisslube organisierte an seinem Hauptsitz in Hasle-Rüegsau eine internationale Tagung für Fertigungsexperten und Wissenschaftler der globalen Luftfahrtindustrie. Der Anlass fand vom 21. bis 23. April 2013 in Zusammenarbeit mit Abamet (der Vertretung von Blaser Swisslube und Haas Maschinen in Russland) und VSMPO (dem weltgrössten Titanproduzenten) statt.

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(Bild: Blaser Swisslube)

mvo. Die internationale Tagung für Fertigungsexperten und Wissenschaftler der globalen Luftfahrtindustrie bot den über 70 Teilnehmern die Möglichkeit, die Zukunft der Titanzerspanung, die neuesten Erkenntnisse und Anwendungen sowie künftige Herausforderungen zu besprechen. Neben den bekannten Flugzeug-, Helikopter- und Triebwerkherstellern wie Airbus, Boeing, Embraer, Suchoi (Superjet 100), Eurocopter und Rolls-Royce waren Lieferanten und Zulieferer der Luftfahrtindustrie sowie Universitäten aus der ganzen Welt zu Gast. Damit war es gelungen, Experten und Wissenschaftler aus der globalen Luftfahrtindustrie für einen Erfahrungsaustausch zur Zerspanung von Titan und neuen Materialien wie Verbundwerkstoffe zusammenzubringen.

Luftfahrtindustrie wird wachsen

Fakt ist, dass die Luftfahrtindustrie in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren wesentlich wachsen wird. Von heute 12 000 Flugzeugen weltweit wird die Anzahl bis im Jahr 2031 auf über 30 000 ansteigen. Gesamthaft werden sich die benötigten Flugzeuge mehr als verdoppeln.

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Schwerpunkt und ein wichtiger Faktor bei der Strukturteil- und Komponentenfertigung für Flugzeuge ist die sogenannte «Buy-to-Fly Ratio». Die Luftfahrtindustrie betrachtet hier das Verhältnis, wie viel Material ein Unternehmen einkaufen muss, um die fliegenden Teile fertigen zu können. Aufgrund der komplexen Geometrie, die meist zusätzliche Kosten verursacht, kann die «Buy-to-Fly Ratio» für die zu zerspanenden Komponenten extrem hoch sein.

Bei der Titanzerspanung wird beispielsweise eine Ratio von 10 bis 20 erreicht. Dies bedeutet, dass von 1000 kg eingekauftem Titan nur 50 bis 100 kg zu Flugzeugelementen verarbeitet werden. Damit werden bis zu 95 % des Materials über die Späne ausgetragen.

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