Swissmechanic Business Day Digitalisierung auf den Boden gebracht

Von Sergio Caré 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In Luzern fand zum zweiten Mal der Business Day von Swissmechanic statt. Das Hauptthema lautete: Digitalisierung auf den Boden gebracht. Highlight war der engagierte, passionierte und gelegentlich auch kritische Schlagabtausch zwischen Politik und Wirtschaft.

Die rund 350 Teilnehmer und 60 Aussteller des Swissmechanic Business Day 2017 folgten den interessanten Referate und Debatten in der Messe Luzern zum Thema Digitalisierung auf den Boden gebracht.(Bild:  VBM / Sergio Caré)
Die rund 350 Teilnehmer und 60 Aussteller des Swissmechanic Business Day 2017 folgten den interessanten Referate und Debatten in der Messe Luzern zum Thema Digitalisierung auf den Boden gebracht.
(Bild: VBM / Sergio Caré)

Die Eröffnungsrede des Präsidenten von Swissmechanic Roland Goe­the, nach der bombastischen Eröffnungsmusik mit Lichtshow und Nebelmaschinen, war kritisch und politisch. Für seine Mitglieder forderte er die Grossbanken dazu auf, sich für die KMU stärker einzusetzen. Die Politik, forderte Goethe, solle den Finanzmarkt stärker liberalisieren, durch die Gleichberechtigung von modernen Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen (FinTech) als Alternative zu den Geschäftsbanken. «Geld ist in der Schweiz reichlich vorhanden. Private Investoren und Institutionen würden gerne zu guten Zinsen anlegen. Auf der anderen Seite gibt es KMU, die dieses Geld nötig haben und gewillt sind, dafür Zinsen zu zahlen. Dafür brauchen die Familienunternehmen neue, digitale, wirtschaftliche Lösungen, denn es ist ein Strukturproblem des Kapitalmarktes», brachte Goethe die Problematik auf den Punkt. «Das Geld kommt nicht mehr zu denjenigen, welche es brauchen, und die Anleger bekommen zu wenig Zinsen. Nicht nur in der Industrie muss ein Strukturwandel stattfinden.»

Innovation

Nach Goethes Appell an Finanzwirtschaft und Politik begannen die Podien zu den Themen: Innovation, Umsetzung und Finanzierung. Das erste Forum des Business Day eröffnete Prof. Peter Jaeschke von der Fachhochschule St. Gallen. Er betonte, dass KMU klar definierte und kommunizierte Ziele brauchen, um erfolgreich zu sein, sowohl bei der Implementierung als auch bei der Finanzierung. «Die Digitalisierung muss einen Nutzen erbringen und nicht zum Selbstzweck angegangen werden», sagte Jaeschke zu den Besuchern. Da die Ideenfindung nicht immer so einfach ist, stellte Jaeschke das gemeinsame Projekt «DigiNav» von der internationalen Bodenseeuniversität vor, welches KMU mithilfe von Umfragen und Studien beim Sprung in die Industrie 4.0 helfen soll. Letztlich müsse aber auch die Firmenkultur auf Veränderung eingestellt sein. «Ideen bekommen kann nicht verordnet werden, nur gefördert», schloss der St. Galler Professor seinen Vortrag ab.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 30 Bildern

Um ebendiese Firmenkultur drehte es sich auch im Vortrag von Otto Hofstetter von der Hofstetter AG. Er beschrieb den Einfluss von Werbung auf die Gesellschaft und wie die Digitalisierung auch das Marketing beeinflusst. Neben dem Nutzen von modernen Kommunikationskanälen hob Hofstetter insbesondere Vertrauen als wichtiges Marketingelement hervor: «Im Internet sucht man schnelle Antworten. Aber Menschen kaufen von Menschen, nicht von Maschinen.»

In der anschliessenden ersten Podiumsdiskussion stiessen zu den Referenten Jaeschke und Hofstetter noch Patrick Berhalter (Berhalter AG) und Andreas Rauch (Georg Fischer AG) dazu. Das Fazit der harmonischen Diskussion war: Der Mensch ist und muss Basis der digitalen Transformation sein – ohne diese Verbindung bleibt die Digitalisierung sinn- und nutzlos. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch Mitarbeiter oder Kunde ist: Beide gehören in den Fokus.

(ID:44886310)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung