Suvema-Hausmesse 2020 Digitalisierung der Fertigung für mehr Effizienz

Redakteur: Anne Richter

Die Suvema-Hausmesse 2020 stand ganz im Zeichen der Digitalisierung und Smart Factory. Ob Automation, digitaler Zwilling oder vernetzte Fertigung – Ziel solcher smarten Produktionslösungen ist immer eine höhere Effizienz und damit eine verbesserte Wirtschaftlichkeit.

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Bei der Armroid-Automationslösung ist der Roboter platzsparend integriert. Neben der Greiferfunktion kann kann der Roboter auch eine Lünettenfunktion übernehmen oder auch eine Spritzdüse für Kühlmittel aufnehmen.
Bei der Armroid-Automationslösung ist der Roboter platzsparend integriert. Neben der Greiferfunktion kann kann der Roboter auch eine Lünettenfunktion übernehmen oder auch eine Spritzdüse für Kühlmittel aufnehmen.
(Bild: Anne Richter, SMM)

«Da in diesem Jahr alle wichtigen Messen aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt wurden, haben wir entschieden, unsere Produkte und Lösungen interessierten Besuchern während einer Hausmesse im kleinen Rahmen zu präsentieren», berichtet Suvema-Geschäftsführer Roland Gutknecht. Vom 11. bis 13. November 2020 hat der Technologiepartner für Produktionsmaschinen an seinen Standort nach Biberist eingeladen, um damit dem Informationsbedürfnis der Schweizer Fertigungsindustrie nachzukommen. Die Veranstaltung wurde unter strenger Einhaltung der geltenden Covid-19-Schutzmassnahmen durchgeführt, nur angemeldete Besucher konnten zu festgelegten Zeiten empfangen werden und die Besucheranzahl war limitiert.

Digitalisierung und Smart Factory

Auf der diesjährigen Hausmesse hat Suvema das Thema Smart Factory in den Mittelpunkt gestellt. Die Produktionslösungen wurden auf insgesamt 15 Fertigungsanlagen der Handelspartner Okuma, Citizen, Hasegawa, Akira Seiki und Bridgeport präsentiert. Die Suvema AG ist Generalvertreter dieser Marken in der Schweiz und passt die Maschinen und Peripherie an die Produktionsbedürfnisse der Kunden an. So waren auch verschiedene Customizing-Beispiele während der Hausmesse zu sehen.

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Ein Highlight der Ausstellung war sicherlich die Connect-Plan-Netzwerk-Lösung des japanischen Werkzeugmaschinenbauers Okuma. Connect Plan bietet Analysen für eine verbesserte Auslastung durch die Vernetzung von Werkzeugmaschinen und eine Visualisierung der Produktionsabläufe. Das softwarebasierte System sammelt und überwacht Daten, um Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Es bietet Möglichkeiten zur Kontrolle der bestehenden Produktionsaufträge, der generellen Produktionsplanung oder auch für eine vorbeugende Wartung der Maschinen.

Connect Plan verschickt beispielsweise auch automatisch E-Mails mit Maschinenwarnmeldungen. Da das System webbasiert funktioniert, kann Connect Plan von jedem Ort der Welt abgerufen werden. Auch Fremdmaschinen können mit Okuma Net Box Suite-C eingebunden werden. Um die Rückverfolgbarkeit der Bearbeitung zu gewährleisten, wird die individuelle Kennung eines Werkstücks mit den Bearbeitungsdaten und den Messergebnissen für jede Maschine verknüpft. Tritt ein Problem auf, kann die Ursache analysiert und die Produktion mit höherer Qualität und Sicherheit wieder aufgenommen werden.

Automation auf kleinster Fläche dank integriertem Roboter

Die Armroid-Automationslösung von Okuma geht weit über eine klassische Automation hinaus. Der Roboter ist nicht nur platzsparend in die Maschine integriert, sondern kann auch verschiedene Funktionen ausführen. Der Roboter übernimmt manuelle Tätigkeiten des Maschinenbedieners und trägt somit zur Steigerung der Produktivität bei. Neben der Greiferfunktion zur Beladung der Maschine kann der Roboter auch eine Lünettenfunktion übernehmen oder auch eine Spritzdüse für Kühlmittel aufnehmen. Alle Funktionsvarianten sind in einer Parkstellung positioniert, bei der sich der Roboter bedient. Die Armroid-Lösung ist für die Universaldrehmaschine LB 3000 und für das Dreh-Fräszentrum Multus B250 konzipiert. Die bedienerfreundliche und schnelle Programmierung und Bedienung läuft zentral über die Maschinensteuerung. Bei der Armroid-Automationslösung ist der Kollisionsschutz mittels digitalen Zwillings standardmässig integriert.

Präsentiert wurden auch verschiedene, im Aufbau befindliche und nach kundenspezifischen Anforderungen angepasste Maschinen. Die LU3000 EX beispielsweise, eine Doppelrevolver-Drehmaschine mit Stangenlader und Automationslösung zur Produktion rund um die Uhr 24/7, ermöglicht rund 35 Prozent weniger Stückzeiten und Stückkosten.

Spezifizierte Suvema-Lösungen

Durch ihre massive Bauweise, die überdimensionierten und geschabten Flachbettführungen und die drehmomentstarken Antriebe eignet sich die Baureihe besonders für Werkstücke mit grossem Länge-Durchmesser-Verhältnis. Speziell für die Bearbeitung von schwer zerspanbaren Werkstoffen und das Hartdrehen ist die LU-EX-Bauserie besonders geeignet.

Auch im Aufbau befindlich war das Dreh-Fräszentrum Multus U3000 von Okuma. Besonderheit bei dieser Maschine ist der neue, wesentlich kompaktere dynamischere Spindelkopf. Neu ist der Spindelkopf nur 430 mm lang, anstatt früher 595 mm. Konfektioniert wurde die Maschine durch Suvema mit einer Halter-Automation plus Stangenlader von LNS.

Neuheiten im Bereich Langdrehen

Nachdem Citizen die neue Generation der Langdreh-Baureihe Cincom M32 erstmals auf der EMO im letzten vorgestellt hat, hat Suvema eine der ersten Maschinen für den europäischen Markt auf seiner Hausmesse präsentiert: spezifische Kundenlösungen, die noch im Aufbau befindlich sind. Die M32 ist bekannt für die bislang einzigartige simultane Bearbeitung bei minimaler Aufstellfläche.

Die neue M32-Baureihe bietet mehr Platz für Werkzeuge, mehr Funktionen, eine höhere Flexibilität und bei gleichem Platzbedarf eine höhere Produktivität. Die neue Generation der M32 ermöglicht die simultane Bearbeitung mit drei Werkzeugen. Dies wird durch die neue Y3-Achse am Werkzeugträger für die Rückseitenbearbeitung erreicht. Dieser Werkzeugträger kann mit bis zu neun Werkzeugen, davon sechs angetriebene und drei feste Werkzeuge, bestückt werden. Neue verbesserte Funktionen beinhalten eine B-Achse am Vertikalhalter, kombiniert mit simultaner 4-Achsen-Steuerung. Grundsätzlich werden zwei unterschiedliche Maschinentypen angeboten. Die Maschine M32-VIII hat gegenüber der Typ V eine B-Achse am Vertikalhalter und Y3-Achse für die Rückseitenbearbeitung. SMM

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