Produktion DMG Mori rüstet Porsche-Fertigung aus

Autor / Redakteur: Susanne Reinshagen / Thomas Günnel

Porsche ist in die FIA World Endurance Championship zurückgekehrt. Der Rennwagen entstand im Entwicklungszentrum Weissach – in Kooperation mit dem Maschinenbauunternehmen DMG Mori.

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Der neue Porsche 919 Hybrid.
Der neue Porsche 919 Hybrid.
(Bild: Porsche)

Für Porsche geht eine erfolgreiche Saison in der FIA World Endurance Championship zu Ende: Gesamtsieg bei den 24 Stunden in Le Mans, Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft beim vorletzten Lauf in Shanghai – und in Bahrain auch noch der bis zur letzten Runde hart umkämpfte Fahrertitel. «Kurze Reaktionszeiten und Flexibilität sind im Motorsportumfeld entscheidende Erfolgsfaktoren», erklärt Frank Jahn, bei Porsche Motorsport verantwortlich für die Komponentenfertigung. Um diese Komponenten für die Rennfahrzeuge flexibler und schneller herzustellen, hat Porsche Motorsport eine eigene Teilefertigung errichtet. Als exklusiver Technologiepartner liefert der Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori entsprechende Werkzeugmaschinen und sein Know-how zur CNC-Technik.

Das Anwendungsspektrum der Entwicklungsabteilung umfasst unter anderem Fahrwerksteile, Kurbelwellengehäuse und Einsatzequipment. Änderungen an den Komponenten erfolgen immer kurzfristig zwischen den einzelnen Rennen. Eine Besonderheit der Komponentenfertigung ist laut Unternehmen die Prozesskette des Ausrüsters: Sie beinhaltet das Konstruieren und Programmieren mit Siemens NX CAD/CAM und eine anschliessende 1:1-Simulation des NC-Programms in einer Virtual Machine. Dieser Ablauf spart Zeit, weil Fehler in der Programmierung oder mögliche Kollisionen hier sofort auffallen. Das Einfahren der Programme an der Maschine kann laut Unternehmen entfallen. Um die Entwicklung entsprechend zu verwalten und zu dokumentieren, setzt DMG Mori seine eigene Benutzeroberfläche «Celos» ein, eine Art App-basierte Schnittstelle zwischen Anwender und Maschine. Laut Porsche lassen sich mit dieser Prozesskette Bauteile sehr schnell fertigen – passend zum Rennsport.

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Einsatz von 3D-Druck

Der 3D-Druck wird auch bei Porsche salonfäig. DMG Mori wird in naher Zukunft ein zentrales Werkstücke des Lenksystems des Porsche 919 im additiven Fertigungsverfahren herstellen, wie das deutsche «Handelsblatt» zu berichten weiss. Ein 3D-Drucker wird im Laserschmelzverfahren ein Granulat basierend auf Eisen, Titan oder Aluminium zum gewünschten Porsche-Bauteil schmelzen. Das gedruckte Werkstück wird danach in der gleichen Maschine gefräst, gebohrt und weiter bearbeitet.

Die additive Fertigung ist der am stärksten wachsende Geschäftsbereich des Bielefelder Unternehmens. Der Umsatz belief sich hier 2015 auf 70 Millionen Euro und soll im Verlauf dieses Jahres auf 100 Millionen Euro steigen. <<

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