Reportage

Doosan: Starke koreanische Werkzeugmaschinen

| Redakteur: Matthias Böhm

Auch Umformverfahren für Gross-Bauteile gehören zum Fertigungsportfolio des Unternehmens. Hier im Bild ist eine 13-Tonnen-Presse zu sehen.
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Auch Umformverfahren für Gross-Bauteile gehören zum Fertigungsportfolio des Unternehmens. Hier im Bild ist eine 13-Tonnen-Presse zu sehen. (Bild: Doosan)

Der koreanische Werkzeugmaschinenhersteller Doosan positioniert sich rasant in Richtung oberste Liga – quantitativ und qualitativ. Die SMM-Redaktion erhielt über die Schweizer Doosan-Vertretung Reimmann AG die Möglichkeit, hinter die Kulissen des grössten koreanischen WZM-Herstellers zu blicken. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Fertigungstiefe aus und positioniert sich technologisch in der oberen Mittelklasse.

Doosan Infracore Machinetools – einer der Top-Ten-Werkzeugmaschinenhersteller mit einem Maschinen-Jahres-Output von 14 400 (Korea) sowie 2400 (China) bei 1,2 Milliarden US-Dollar Umsatz – lud Mitte Mai 2015 gemeinsam mit der Reimmann AG (Mönchaltorf) die SMM-Redaktion nach Korea ein. Fast 5000 Teilnehmer aus aller Welt kamen zur 10. DIMF, der Doosan International Machine Tools Fair. Die SMM-Bildergalerie ist hier zu finden.

Der SMM auf Besuch bei Doosan in Korea

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Der SMM auf Besuch bei Doosan in Korea

19.05.15 - Der koreanische Werkzeugmaschinenhersteller Doosan positioniert sich rasant in Richtung oberste Liga. Die SMM- Redaktion erhielt über die Schweizer Doosan-Vertretung Reimmann AG die Möglichkeit hinter die Kulissen eines der weltweit grössten Werkzeugmaschinenherstellers zu blicken. lesen

Drei Schweizer Zulieferer mit dabei

Mit dabei waren die drei folgenden Vertreter von Schweizer Zulieferunternehmen, die in den letzten Jahren in Doosan-WZM investiert haben:

  • Thai Dung Tran (Kaufmännischer Direktor) Kyburz Drehteile AG;
  • René Keller (Leiter CNC-Fertigung), Wolfensberger AG;
  • Birol Sevic (Inhaber), SEV Mechanik GmbH;
  • Seitens der Reimmann AG nahmen Stefan Deak (Inhaber) und Rolf Isenschmid (Produktmanager Drehen/Fräsen) teil.

Der SMM Schweizer Maschinenmarkt konnte sich so ein Bild über die Neuentwicklungen und über die Zuverlässigkeit der koreanischen WZM machen.

Technologisch klar in Richtung oberste Liga

Zur Entwicklung der Doosan WZM sagt Stefan Deak, Geschäftsführer der Reimmann AG: «Der koreanische Werkzeugmaschinenbau geht technologisch klar in Richtung oberste Liga. Das hat seinen Grund. Denn die Koreaner geben Gas ohne Ende. Das Land befindet sich seit mindestens 15 Jahren in Aufbruchsstimmung. Verfügt über eine herausragende Automobilindustrie, einen ausgezeichneten Maschinenbau als auch eine starke Heavy-Metal-Industrie. Hinzu kommt Doosans Fokussierung auf F&E im Werkzeugmaschinenbau: Von den gesamthaft 1500 Mitarbeitern arbeiten 415 Spezialisten in der Forschung und Entwicklung, was 28 % entspricht. Das Resultat sind WZM auf sehr hohem technischem Niveau, das die europäische Konkurrenz nicht zu scheuen braucht.»

DIMF 2015: 83 WZM, davon 16 Neuentwicklungen

Ein technologisch herausragendes Szenario zeigt sich am Doosan-Produktionsstandort Changwon, South Gyeongsang Province im Süden Koreas, zwei Flugstunden von Seoul entfernt.

Hier sprach der SMM mit Henry Kim, CEO Doosan Infracore Deutschland: «Fast ein Drittel aller Doosan-Werkzeugmaschinen gehen nach Europa. Das zeigt, welche Bedeutung der europäische und auch der Schweizer Markt für uns hat. Gerade der Schweizer Markt ist hochinteressant, weil hier Anforderungen an unsere Maschinenlösungen gestellt werden, die Vorbildcharakter haben und uns technologisch herausfordern und weiterbringen. Wir präsentieren hier auf der DIMF das gesamte Spektrum unserer WZM-Kompetenz. Insgesamt 83 WZM, davon 16 Neuentwicklungen. Darunter das neue 5-Achs-Simultan-horizontal-Grossbearbeitungszentrum DHF 8000, speziell entwickelt für anspruchsvolle gross bauende komplexe Präzisionswerkstücke. Zudem wird eine vollautomatisierte Fertigungslösung für die Produktion von Handys präsentiert. Eine weitere Attraktion war die Eröffnung der Seongju-Produktion, die 2014 fertiggestellt wurde. Hier werden Grosskomponenten für die Öl-, Gas- und Luftfahrtindustrie gefertigt, zum grossen Teil mit Doosan-WZM.»

Heavy-Metal-Industrie: Turbinenbau und Schiffsmotorenbau

Doosan übernimmt im klassischen Maschinenbau, der Heavy-Metal-Industrie – hier u. a. der Turbinenbau und Schiffsmotorenbau – bis hin zum Werkzeugmaschinenbau seit einigen Jahren eine führende Rolle weltweit.

Kieung Seong (Vice President Product Development) beschreibt gegenüber dem SMM, warum der WZM-Bau bei Doosan so starke technologische Fortschritte macht. «Unsere allgemeinen Maschinenbau-Kompetenzen im Turbinenbau und der Schwerindustrie sind insofern von Bedeutung, weil Doosan wenn immer möglich auf die eigene WZM-Kompetenz zurückgreift. Somit findet kontinuierlich eine Weiterentwicklung aufgrund des hohen Anforderungspotentials aus unserer Turbinenindustrie und Schwer-Industrie statt. Hier werden Standards gesetzt, aufgrund derer der WZM-Bau kontinuierlich gefordert wird und sich im internationalen Wettbewerb behaupten muss. Auf der anderen Seite verfügt Korea über eine sehr starke Automobilindustrie, die unsere WZM einsetzt. Auch hier fliesst auf kurzem Weg direkt Know-how zu uns zurück, was sich in der Qualität unserer WZM widerspiegelt. Und zu guter Letzt: Auch in der eigenen WZM-Fertigung setzt das Unternehmen wenn immer möglich auf Doosan-WZM. Ein Riesenvorteil, wie sich zeigt. Denn hier spielen Zeitspanvolumen, Prozessstabilität und nicht zuletzt hohe Präzision die entscheidende Rolle.»

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