Systemkasten Effiziente Produktion kleiner Losgrössen

Redakteur: Matthias Vogel

>> Das Herz einer Jagdwaffe ist der Systemkasten. Er ist die Verbindung zum Lauf sowie zum Vorder- und Hinterschaft. Die Blaser Jagdwaffen GmbH mit Sitz in Isny fertigt jährlich rund 20 000 Systemkästen. Um die technische Perfektion und Präzision zu gewährleisten, kommen hochmoderne CNC-Maschinen zum Einsatz, seit 2009 in Verbund mit innovativer Automationstechnik von Schuler: dem LoadMaster-System, das es unter die ersten 10 Plätze des Prodex-Awards – powered by SMM geschafft hat.

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Seit 2009 ist der LoadMaster Compact 600 von Schuler bei Blaser Jagdwaffen schon erfolgreich im Einsatz.
Seit 2009 ist der LoadMaster Compact 600 von Schuler bei Blaser Jagdwaffen schon erfolgreich im Einsatz.
(Bild: Schuler)

In aufwändigen Fertigungsschritten werden die Systemteile aus hochwertigen, hochfesten Materialien wie Aluminium und Edelstahl aus einem einzigen Stück gefräst. «In jedem Konstruktions- und Fertigungsschritt streben wir nach Höchstleistung», sagt Geschäftsführer Bernhard Knöbel. «Innovation gepaart mit feinfühligem Design, das ist unsere Formel für zeitlosen Waffenbau.» Blaser Jagdwaffen behauptet seit nunmehr 48 Jahren seinen Ruf als Innovationsführer und versteht sich als treibende Kraft in der internationalen Jagdwaffenbranche.

Anforderungen ändern sich permanent und schnell

Fertigungsleiter Kurt Rothärmel erklärt, warum die Investitionsentscheidung auf den LoadMaster fiel: «Wir orientieren uns zu 100 Prozent an dem Bedarf unserer Kunden, zumeist ambitionierte Jäger oder renommierte Sportschützen. Deren Anforderungen ändern sich permanent und sehr schnell. Von uns verlangt das ein hohes Mass an Flexibilität in der Fertigung. Wir brauchten also eine Lösung, die es uns ermöglicht, kleine Losgrössen effizient zu produzieren.» Da in einem komplexen, variantenreichen Produktionsumfeld insbesondere die Bestückung der Anlagen sehr viel Zeit kostet, lag es nah, nach einer Automatisierungslösung für die Beladung Ausschau zu halten.

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Modulares Baukastensystem wächst mit

Nach einer ausgiebigen Sichtung des Wettbewerbes fiel die Wahl auf den LoadMaster Compact von Schuler. Neben der Automationstechnik selbst überzeugte Blaser auch die geographische Nähe und die damit verbundene Servicenähe – sowie die Tatsache, dass es sich beim LoadMaster um ein deutsches Markenprodukt handelt.

Seit dem Jahr 2009 ist das innovative Speicher- und Beladesystem im Verbund mit zwei fünfachsigen Grob-G350-Bearbeitungszentren nun schon erfolgreich bei Blaser im Einsatz. Eine Erweiterung um zwei Bearbeitungszentren steht kurz vor der Inbetriebnahme. Hier zeigt sich die grosse Stärke des modularen Baukastensystems: Es ermöglicht nicht nur mehr Flexibilität in der Fertigung, es ist selbst so flexibel, dass es jederzeit an den Bedarf angepasst werden und mit dem Unternehmen wachsen kann.

In Zahlen liest sich das so: Aktuell ist das System 12 Meter lang, verfügt über einen Rüstplatz und eine Kapazität von 48 Speicherplätzen auf 3 Etagen. Nach der Erweiterung wird der LoadMaster über 114 Speicherplätze und 3 Rüstplätze verfügen und dann eine Gesamtlänge von 27 Metern aufweisen.

Technologie plus Software von Schuler

Mit dem Ausbau des LoadMaster Compact sichert sich Blaser zudem einen weiteren technologischen Vorsprung im Markt, denn die Anlage enthält nun auch die Leitsteuerung LoadMaster Pilot von Schuler. «Sie hat als Kommunikationsschnittstelle zwischen Mensch und Maschine eine besondere Bedeutung», betont Alexander Winter, Produktmanager bei Schuler Automation in Gemmingen. «Der LoadMaster Pilot ist zudem leicht erlernbar und kann bedarfsbezogen angepasst werden.» Der Kunde erhält damit von Schuler alles aus einer Hand.

Auch die betriebswirtschaftlichen Zahlen belegen, dass der LoadMaster den Praxistest in Isny exzellent bestanden hat. Kurt Rothärmel zieht Bilanz: «Mit der Investition in den LoadMaster konnten wir die Leistung unserer Werkzeugmaschinen enorm steigern. In Verbindung mit dem Umstieg von einem Vier- auf einen Fünf-Achs-Betrieb haben sich unsere Rüstzeiten extrem verkürzt, die Durchlaufzeiten halbiert und wir konnten die Ausbringungsleistung um etwa 50 Prozent steigern.» Dieser Gewinn an Effizienz und Produktivität in der Teilefertigung wurde durch einen weiteren Pluspunkt der Schuler-Technologie angeschoben: Der kontinuierliche, mannlose 24-Stunden-Betrieb, den der LoadMaster ermöglicht, trug wesentlich dazu bei, die Stückkosten weiter zu reduzieren. «Mit dem LoadMaster von Schuler ist uns ein Technologiesprung gelungen, der sich in jeder Hinsicht für Blaser rechnet», fasst Fertigungsleiter Kurt Rothärmel zusammen.

Reibungslose Inbetriebnahme

Auch von den Blaser-Mitarbeitern wurde der LoadMaster gut angenommen. Dank der intuitiven Bedienbarkeit waren die Verantwortlichen nach nur einer Woche Einarbeitung mit der Technologie vertraut. Die gesamte Inbetriebnahme verlief problemlos. Heute können sich alle Fachkräfte stärker als früher auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und mit Know-how und Engagement dazu beitragen, den Erfolg des Innovationsführers in die Zukunft zu tragen. <<

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