Schmolz + Bickenbach: Warmfester Werkzeugstahl Effizienter Presshärten dank Spezialstahl

Redakteur: Konrad Mücke

Durch Presshärten verlängern Karosseriehersteller die Standzeiten der Werkzeuge und kürzen Taktzeiten. Besonders vorteilhaft erweisen sich dabei Formeinsätze aus hochfestem Stahl, der hohe Abkühlgeschwindigkeiten ermöglicht. Dies leistet der Warmarbeitsstahl Thermodur 2383 Supercool.

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Kürzere Prozesszeiten beim Presshärten: Der Spezialstahl Thermodur 2383 Supercool von der Deutschen Edelstahlwerke ist besonders wärmeleitfähig und beständig gegen häufige Temperaturwechsel.
Kürzere Prozesszeiten beim Presshärten: Der Spezialstahl Thermodur 2383 Supercool von der Deutschen Edelstahlwerke ist besonders wärmeleitfähig und beständig gegen häufige Temperaturwechsel.
(Bild: DEW Deutsche Edelstahlwerke – Schmolz + Bickenbach AG)

Der Sonderstahl Thermodur 2383 Supercool von den Deutschen Edelstahlwerken (DEW) kombiniert extrem gute mechanische Eigenschaften und eine hohe Verschleissfestigkeit mit einer überdurchschnittlichen Wärmeleitfähigkeit. Deshalb eignet er sich insbesondere für den Einsatz in Presshärtewerkzeugen. Das Presshärten ist ein spezielles Warmumformverfahren zum Herstellen hochfester Karosserieteile in der Automobilindustrie. Dabei kann ein günstiges Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht eingestellt werden.

Wirtschaftlicher Leichtbau für Karosserien

Somit kann wirtschaftliches Stahlblech anstelle von kostenintensivem Leichtmetall für hochfeste und dennoch leichte Karosserien genutzt werden. Das Blechteil wird in einem einzigen, kombinierten Prozessschritt warmumgeformt und wärmebehandelt. So erhält es seine Form und seine speziellen mechanischen Eigenschaften in einem kurzen Arbeitsablauf. Dafür werden die Stahlbleche zunächst auf Austenitisierungstemperatur erwärmt und anschliessend in ein Presswerkzeug mit aktiver Kühlung überführt. Der für diesen Prozessschritt benötigte Werkzeugstahl muss einerseits hart, durchhärtbar und hoch verschleissbeständig sein, andererseits besonders wärmeleitfähig. Letzteres ist entscheidend für das gleichmässige Abschrecken und bestimmt die Taktzeit. Somit beeinflusst diese Eigenschaft die Kosten des gesamten Presshärtens und trägt wesentlich zur Wirtschaftlichkeit bei.

Hoch wärmeleitfähig, fest und durchhärtbar

Der Spezialstahl Thermodur 2383 Supercool (45 HRC) verfügt mit 44 W/(mK) bei 100° C über eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als herkömmliche Warmarbeitsstähle im vergüteten Zustand (1.2343, 1.2344 und 1.2367). Ein Werkzeugeinsatz aus diesem Spezialstahl kann dadurch Wärme aus einem erhitzten Blech innerhalb kürzester Zeit kontrolliert ableiten. Darüber hinaus zeichnet sich der Werkstoff durch seine hohe Festigkeit und Durchhärtbarkeit auf dem Niveau üblicher Warmarbeitsstähle aus. Bei anhaltend hohen Temperaturen ist der Spezialstahl im Vergleich widerstandsfähiger, er büsst nicht an Härte ein. Seine ausgezeichnete Beständigkeit gegen häufige Temperaturwechsel trägt dazu bei, die Standzeit von Werkzeugen auch in anspruchsvollen Umgebungen zu verlängern. SMM

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