Europa Forum Luzern 2014 Energiestrategie fordert energieintensive Branchen

Autor / Redakteur: Frank R. Ruepp, CEO Von Roll Infratec / lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

>> Wird die Energiewende zur Wachstumsbremse? Frank R. Ruepp, CEO Von Roll infratec und Präsident der Interessengemeinschaft der energieintensiven Branchen (IGEB), nimmt Stellung dazu. Er diskutiert anlässlich des kommenden Europa Forum Luzern zum Thema Wachstum – Chancen und Risiken.

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Frank R. Ruepp ist CEO von Von Roll infratec und Präsident der Interessengemeinschaft der energieintensiven Branchen (IGEB).
Frank R. Ruepp ist CEO von Von Roll infratec und Präsident der Interessengemeinschaft der energieintensiven Branchen (IGEB).
(Bild: Ruepp)

Die Ziele der Energiestrategie 2050 betreffen alle energieintensiven Unternehmen in der Schweiz. Entscheidend sind die Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz. Wenn die Energiestrategie vor allem durch erhöhte Netzkosten, Steuern und Abgaben den Energiepreis einseitig nur in der Schweiz erhöht, verlieren wir an Wettbewerbsfähigkeit. Es geht also darum, alle Massnahmen der Energiestrategie 2050 unter diesem Aspekt zu prüfen. Ansonsten werden Arbeitsplätze verlagert und in der Schweiz abgebaut. Im Ausland wird zum Teil eine Industriepolitik betrieben, welche unsere Mitbewerber massiv bevorteilt, z.B. mit tiefen Industrietarifen für Energie, reduzierten oder keinen Netzkosten und Abgaben. Die Entwicklungen in Nordamerika im Bereich von Schieferöl und -gas wird den Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit Europas weiter erhöhen und auch Verlagerungen nach Nordamerika zur Folge haben.

Einfluss nehmen auf Gesetzgebungsprozess

In Bezug auf die Energiestrategie 2050 arbeitet Von Roll Infratec direkt und über Verbände und Vereine im politischen Prozess mit, um auf unsere Anliegen hinzuweisen und die Gesetzgebung entsprechend mitzugestalten. Energie ist für uns ein wichtiges Produktionsmittel und kein „Konsumartikel“ wie im privaten Haushalt. Ein Rappen Preiserhöhung pro Kilowattstunde beim Strom bedeutet für einen Haushalt Mehrkosten von 45 CHF pro Jahr. Für eine Papierfabrik oder ein Stahlwerk sind dies Mehrkosten von mehreren Millionen Franken pro Jahr. Leider sind diese Diskussionen aber vermehrt ideologisch, parteipolitisch und egoistisch geprägt.

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