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Virtamed ist ein Spin-off der ETH Zürich und wurde vor vier Jahren gegründet. Heute arbeiten bei dem Unternehmen elf Mitarbeiter, vor allem Informatiker und Elektrotechniker und alle mit einem interdisziplinären Hintergrund.
Entwicklung für anwender- gerechte Bedienung
Das aktuelle Projekt von Virtamed heisst Arthros. Das Unternehmen hat zusammen mit der ETH Zürich und der Uniklinik Balgrist ein virtuelles Training für die Kniearthroskopie entwickelt. Allerdings musste die Bedienbarkeit des Produktes verbessert werden. «Neue Technologie muss für Ärzte und Personal einfach zu handhaben sein, wenn sie sich gegen etablierte Verfahren durchsetzen soll», erklärt Stefan Tuchschmid, CEO und einer der Gründer von Virtamed. Um die Gebrauchstauglichkeit und Bedienbarkeit des Simulators zu optimieren, hat Virtamed mit den Usability-Spezialisten von Erdmann Design aus Brugg kooperiert. «Geräte mit ausgewiesenem Nutzen scheitern am Markt, wenn sie am Anwender vorbei entwickelt wurden. Eine Entwicklung muss immer kundenorientiert sein, das kann man bei Apple exemplarisch lernen», bestätigt Raimund Erdmann, Gründer und Inhaber von Erdmann Design.
Dabei steht Usability nicht nur für anwendergerechte Bedienung, sondern auch für entsprechende Medizinnormen. Nach DIN-Norm (EN 60601-1-6) dürfen Medizinprodukte seit 2010 nur noch auf den Markt gebracht werden, wenn der gesamte Entwicklungsprozess sowie alle Analyse- und Designschritte in einem Usability-File festgehalten wurden.
Ergonomische Abläufe einbeziehen
Erdmann Design bezieht Ärzte und Patienten von Anfang an in den Entwicklungsprozess mit ein, um Fragen der Anwendung schon früh zu beantworten. So wurde die Ergonomie von Arbeitsabläufen genau analysiert, um festzustellen, wann eventuell ein Werkzeug oder Kabel im Weg steht. Auch die richtige Arbeitshöhe wurde berücksichtigt. Herausgekommen ist ein höhenverstellbarer Caddy, in dem das gesamte Equipment inklusive Simulationssoftware, Bildschirm, original Operationswerkzeuge und Gummiknie untergebracht ist. Das ganze System ist kompakt, mobil und leicht aufbaubar.
Mit Arthros können sich operierende Ärzte auf den Alltag viel intensiver vorbereiten und fühlen sich dadurch vor der ersten reellen OP weniger belastet.
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