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ETH Spin-offs ETH Spin-offs sind mehrheitlich digital unterwegs

| Redakteur: lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

An der ETH Zürich wurden letztes Jahr 25 Spin-offs gegründet. Damit bleibt die Zahl der Firmengründungen auf dem Rekordniveau der Vorjahre. Bei den Jungfirmen macht sich der digitale Wandel bemerkbar: Viele Spin-offs sind im Bereich von digitalen Technologien und Datenwissenschaft angesiedelt.

2017 wurden eie meisten Spin-offs im Fachgebiet Informatik und Kommunikationstechnologie gegründet.
2017 wurden eie meisten Spin-offs im Fachgebiet Informatik und Kommunikationstechnologie gegründet.
(Bild: ETH Zürich)

Die ETH Zürich blickt auf ein erfolgreiches Spin-off-Jahr zurück und kann zum dritten Mal in Folge ihren Rekord halten: 2017 haben ETH-Forschende 25 Firmen gegründet. Acht der neu gegründeten Spin-offs sind aus dem ETH-internen Pioneer-Fellowship-Programm entstanden, das Studierende gezielt fördert und bei der Firmengründung unterstützt. «Die frühe Förderung zahlt sich aus», sagt Detlef Günther, Vizepräsident Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich. «Es ist schön zu sehen, wie junge Masterstudierende ihre Firmenideen genauso erfolgreich verfolgen können wie schon erfahrenere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.»

Diese Förderung komme gerade auch bei jungen Forscherinnen gut an. «Sieben der neuen ETH-Spin-offs wurden von Frauen mitbegründet, was besonders erfreulich ist. Wir setzen alles daran, dass auch immer mehr Wissenschaftlerinnen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen», so Detlef Günther.

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Digitaler Wandel zeichnet sich ab

Die inhaltliche Ausrichtung der ETH-Spin-offs widerspiegelt die ganze Breite der Forschungsthemen der Hochschule. Der digitale Wandel macht sich jedoch auch bei den Firmengründungen bemerkbar.

Im vergangen Jahr sind besonders viele Unternehmen im Bereich von digitalen Technologien und Datenwissenschaft entstanden. So erlaubt die App von Pathmate Technologies, dass Patienten aufgrund ihrer Daten den individuellen Therapieerfolg messen können und die Spin-off DataHow nutzt Technologien des maschinellen Lernens, um Industrieprozesse in Pharmaunternehmen zu optimieren.

Die ETH-Spin-off aiNET bietet computergestützte Analysen an, um die Suche nach therapeutischen Antikörpern zu beschleunigen.

Lebendige Spin-off-Szene

Die zahlreichen Spin-offs, die aus der ETH Zürich entstanden sind, haben sich zu einer lebendigen Szene entwickelt, die nicht nur zahlenmässig wächst, sondern auch immer besser vernetzt ist.

«Ich beobachte mit grosser Freude, dass immer mehr etablierte Spin-offs mit jungen Forschenden aus dem Pioneer Fellowship Programm zusammenarbeiten. Da s belebt die Spin-off-Szene und bringt erstaunliche Impulse», sagt Marjan Kraak, Gruppenleiterin Spin-off-Gründungen der ETH Zürich. So arbeitet beispielsweise das 2009 gegründete und erfolgreiche Spin-off Climeworks mit Sunredox zusammen, das erst letztes Jahr entstanden ist. Sunredox entwickelt saubere und nachhaltige Treibstoffe.

Der Schwerpunkt liegt auf der Solarreaktor-Technologie, die Treibstoff aus Luft und Sonnenlicht herstellt.

Zahlreiche Investitionen in 2017

Wie erfolgreich bestehende ETH-Spin-offs sind, zeigt sich daran, wie stark auch 2017 wieder in diese Unternehmen investiert wurde. Im vergangen Jahr flossen insgesamt mehr als 120 Millionen Franken in Spin-offs der ETH Zürich. Davon gingen 75 Millionen auf das Konto des Spin-offs GetYourGuide. Das Internetunternehmen hat sich als Marktführer für Führungen und Reiseaktivitäten an über 7000 Destinationen etabliert und plant nun, die Zahl der Mitarbeitenden am Standort Zürich zu verdoppeln. Weitere acht Millionen Franken gingen an das Spin-off https://www.beekeeper.io/deBeekeeper, das eine mobile Plattform entwickelt hat, mit der Unternehmen, Mitarbeitende ohne Zugang zu E-Mails erreichen können. Eine Investition von 7.5 Millionen flossen an das auf Datenerfassung und Barcode-Decodierung spezialisierte Unternehmen Scandit.<<

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