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Biokunststoffe auf Vormarsch
Biokunststoffe sind immer noch ein Nischensegment am europäischen Kunststoffmarkt, aber die Nische wächst, nicht zuletzt durch technologische Entwicklungen, die die Materialeigenschaften verbessern, und durch gesetzliche Änderungen. In Italien werden Taschen aus nicht biologisch abbaubaren Kunststoffen aufgrund eines Gesetzes nach und nach vom Markt verschwinden und durch Taschen aus biologisch abbaubaren Materialien wie Novamonts «Mater-Bi» ersetzt. Andere Länder könnten folgen. Die Europäische Kommission prüft derzeit Optionen zur Reduzierung von Einweg-Plastiktüten in der EU. Der europäische Biokunststoff-Verband (European Plastics e. V.) möchte sicherstellen, dass auf EU- und Mitgliedsstaatsebene günstige Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Investitionen anzuziehen.
Gegenwärtig gibt es zahlreiche Initiativen zum Ausbau der Biokunststoffproduktion in Europa. Auf Sardinien hat beispielsweise das italienische Energieunternehmen Eni über seine Chemikalien-Tochter Versalis (ehemals Polimeri Europa) gemeinsam mit Novamont das Joint Venture Matrica gegründet, in dessen Rahmen Produktionsanlagen für biobasierte Monomere, Zwischenprodukte für Elastomere und Kunststoffe sowie Füllstoffe aufgebaut werden sollen.
Währenddessen hat sich die niederländische Regierung zum Ziel gesetzt, die Niederlande bis 2050 zum «Land der grünen Chemie» und zu einer der weltweit grössten biobasierten Volkswirtschaften zu machen. Denn in dem Land wachsen nicht nur Tulpen: Es verfügt über grosse landwirtschaftliche Flächen und ist ein grosser Anbauer von Zuckerrüben, einem der Hauptrohstoffe für Biokunststoffe.
Europäische Maschinenbauer anhaltend positiv gestimmt
Grosse Maschinenhersteller investieren nach wie vor im gesamten europäischen Markt. So wird die Firma Engel in Österreich 12 Millionen Euro in ihren Hauptsitz Schwertberg investieren. Hier soll der Montage- und Versandbereich für Spritzgussmaschinen ausgebaut werden. Sumitomo Heavy Industries plant 20 Millionen Euro für die Modernisierung seiner Produktion im Werk Sumitomo (SHI) Demag in Schwaig und Wiehe, Deutschland, ein.
Deutschland bleibt die treibende Kraft am Markt für kunststoffverarbeitende Maschinen. Die Umsätze der deutschen Hersteller für kunststoff- und gummiverarbeitende Maschinen sind 2012 um sechs Prozent auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Mit 6,5 Mrd. Euro wurde der 2011er Rekordwert von sechs Mrd. Euro gebrochen. Davor war zuletzt 2008 ein Rekordwert erzielt worden. Die traditionellen Absatzmärkte erleben eine Renaissance – mit überdurchschnittlichen Zuwächsen der deutschen Hersteller in den USA und in der EU, wo Polen zum grössten Absatzmarkt für deutsche Maschinen geworden ist.
Maschinenexporte aus Italien, Europas zweitgrösstem Produktionsland für Kunststoffmaschinen, nach Asien sind prozentual gesunken, erklärt Assocomaplast, der italienische Verband der Maschinenhersteller. Dabei wird jedoch betont, dass sich «Trends, die sich aus der regionalen Aufgliederung der Exporte ergeben (Steigerung der Umsätze in Europa und Nordamerika gegenüber einem Umsatzrückgang in Südamerika und noch stärker Asien) auch in anderen Ländern bemerkbar gemacht haben, die solche Maschinen herstellen.» <<
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