Eva Jaisli, CEO PB Swiss Tool im SMM-Interview

Eva Jaisli: Mit «Swiss Made» gewinnen wir an Attraktivität

| Redakteur: Matthias Böhm

«Wir gestalten mit kollaborativen Robotern die Produktionsprozesse wirtschaftlicher.» Eva Jaisli, CEO der PB Swiss Tools
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«Wir gestalten mit kollaborativen Robotern die Produktionsprozesse wirtschaftlicher.» Eva Jaisli, CEO der PB Swiss Tools (Bild: Thomas Entzeroth)

PB Swiss Tools setzt voll auf den Produktionsstandort Schweiz. Das ist mit einer der wesentlichen Gründe, dass die Werkzeuge von PB Swiss Tools qualitativ am oberen Limit sind. Eva Jaisli, CEO und Mitinhaberin von PB Swiss Tools, wird am SMM Kongress darüber re­ferieren, wie man sich als Schweizer KMU auf die Zu­kunft einstellt und sich entsprechend internationalisiert.

SMM: Frau Jaisli, laut Bilanz (in 2007) strebt PB Swiss Tools nichts Geringeres an als die Qualitätsführerschaft auf den Weltmärkten, was sagen Sie heute, genau zehn Jahre später, dazu?

Eva Jaisli: PB Swiss Tools ist führend im Entwickeln und Herstellen von Premium-Handwerkzeug. Die unverwechselbaren Nutzenvorteile unserer Markenprodukte sind von Anwender/innen und dem Handel unbestritten.

Als logische Folge haben wir in den letzten Jahren Marktanteile in der Schweiz, in Europa und Asien erfolgreich verteidigt und ausgebaut.

150 Beschäftigte produzieren mehr als zwölf Millionen Werkzeuge pro Jahr. Sie produzieren im Schweizer Emmental Ahlen, Schraubenzieher, Hämmer, Meissel, eigentlich Produkte, wo man glauben sollte, die könnten nur noch in Osteuropa oder Asien produziert werden. Wie schaffen Sie das?

E. Jaisli: Mit konsequenter Fokussierung auf Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit. Ersteres setzt das Kennen und Verstehen von Kundenpräferenzen weltweit voraus. Zum Zweiten geht es um die Innovations-, Investitions- und Risikofähigkeit. Sowohl im Ausbau des Kundenangebotes sowie mit der Art, wie wir die Prozesse in der Entwicklung, der Fertigung und im Verkauf gestalten, schaffen wir die nötigen Voraussetzungen für Erfolg.

Welche Kompetenzen müssen Ihrer Meinung nach an Ihrem Produktions-Standort vorhanden sein, damit die Erfolgsgeschichte von PB Swiss Tool auch in Zukunft fortgeschrieben wird?

E. Jaisli: Unser Ehrgeiz für kompromisslose Qualität wird von der Leidenschaft genährt, Entwicklung und Erfolg für sich und andere auszubauen. In dem Sinn dient uns das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen für Neuentwicklungen. So gestalten wir beispielsweise mit kollaborativen Robotern die Produktionsprozesse wirtschaftlicher und setzen die Vernetzung von Daten, Menschen und Technologien fort.

In der Schweiz ist Ihre Unternehmensmarke omnipräsent. Wie sieht das in anderen Ländern aus und wie kann man als Schweizer KMU Image-Werbung weltweit realisieren, ohne dass die Kosten in immense Höhen steigen?

E. Jaisli: Der Produktwert muss mit den Kundenerwartungen übereinstimmen. Für das Bekanntmachen unserer Marke und Produkte haben wir neue Kanäle, dank der Digitalisierung und des Umsetzens unserer Omni-Channel-Strategie.

Welche Rolle spielt die viel beschworene Schweizer Qualität bei Ihren Produkten und wie können Sie die gewährleisten?

E. Jaisli: Mit Swiss Made gewinnen wir an Attraktivität, solange unsere Produkte das Kundenversprechen einhalten.

Die Mitarbeiter/innen sind immer auch der Schlüssel zu Know-how und Qualität. Wie gewinnt man solche Mitarbeitende und hält sie vor allem an ihrem Standort?

E. Jaisli: Mit sinnstiftenden Aufgaben, attraktiven Arbeitsbedingungen und dem Beweis, dass nachhaltige Entwicklung im Familienunternehmen kein leeres Versprechen ist.

Sie haben in den letzten Jahren Ihr Produktportfolio um Medizinische Instrumente erweitert. War das ein strategisch wichtiger Entscheid?

E. Jaisli: Unsere Kernkompetenz im Interesse neuer Kunden und Märkte auszubauen, ist wertschöpfend für alle Anspruchsgruppen. Die Herausforderungen fördern unsere Fähigkeit, im Perspektivenwechsel Lösungen zu finden und daraus zu lernen.

Welche Umsatzanteile generieren die medizintechnischen Werkzeuge aktuell?

E. Jaisli: Im zweistelligen Prozentbereich.

Als exportorientiertes Unternehmen (über zwei Drittel) wurden Sie am 15. Januar 2015 vom harten Schweizer Franken getroffen. Wie hat Ihr Unternehmen konkret auf die neue Währungssituation reagiert?

E. Jaisli: Unter den neuen Rahmenbedingungen haben wir unsere Strategie überprüft und das Gespräch mit Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten aufgenommen, um die richtigen Entscheide zu fällen und Massnahmen einzuleiten.

Welche Chancen sehen Sie für die Zukunft für Ihr Unternehmen?

E. Jaisli: In der Rolle als Trendsetter und Qualitätsführer, der auf Kundenpräferenz abgestimmte Werkzeuge und Instrumente entwickelt und erfolgreich vermarktet.

Welche Rolle spielt Produktinnovation in Ihrem Unternehmen und was bedeutet das konkret in der Praxis?

E. Jaisli: Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg für Angebot und Prozesse. Jedes Jahr führen wir mit unseren Partnern weltweit neue Produkte im Markt ein. Gleichzeitig investieren wir in Neuentwicklungen von Lösungen für externe und interne Kunden.

Ihr letzter Meilenstein laut Internetseite ist die Gründung (in 2013) der Tochterfirma PB Swiss Tools Trade Company in Shanghai. Ist das ein Mosaikstein für Ihr zukünftiges Wachstum in Asien?

E. Jaisli: Wir pflegen langjährige und neue Beziehungen zu Kunden in Asien. Mit der Tochtergesellschaft etablierten wir einen Hub für Vertrieb und Marketing vor Ort. SMM

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