InnovationsForum Automation 2017: SEW Eurodrive

Fabrik der Zukunft

| Redakteur: Silvano Böni

Im Bereich der Getriebemontage in Graben-Neudorf hat SEW-Eurodrive bereits ein Konzept mit mobilen Logistik- und Montageassistenten implementiert.
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Im Bereich der Getriebemontage in Graben-Neudorf hat SEW-Eurodrive bereits ein Konzept mit mobilen Logistik- und Montageassistenten implementiert. (Bild: SEW-Eurodrive)

Der industrielle Sektor ist im Umbruch: Die wachsende Innovationsgeschwindigkeit hat den Druck auf unsere Unternehmen erhöht. Deshalb gilt es, Langfriststrategien zu entwickeln, die über den aktuellen Status quo hinausgehen und ein spezifisches, auf das eigene Tun, auf die Historie der Firma, ihr Image und ihr Portfolio zugeschnittenes Zukunftsbild beschreiben.

Industrie 4.0 – vernetzte Welten

Künftig werden reale und virtuelle Welt miteinander verschmelzen und ganzheitlich miteinander vernetzt sein. Das ermöglicht vollkommen neue Formen der Produktion und Zusammenarbeit. Neu ist in diesem Ansatz, dass nicht nur Maschinen und integrierte Systeme untereinander kommunizieren, sondern im Rahmen von Industrie 4.0 alle Systeme untereinander intelligent vernetzt sind und mit den zu fertigenden Produkten echtzeitnah Informationen austauschen. Wesentliche Elemente hierbei sind die Cyber Physical Systems – das Konzept, reale Dinge mit Wissen auszustatten und zu vernetzen. Die Vision: Das Produkt sucht sich selbstständig seinen Weg durch die Fabrik bis hin zum Versand.

Technologien für innovative Lösungen

Bei SEW-Eurodrive arbeitet man im Bereich der Innovation seit einigen Jahren an diesem neuen Technologiebaukasten, der intelligente, innovative und kostenoptimale Applikationslösungen ermöglicht. Vor allem Neuerungen in den Bereichen induktive und optische Spurführung, berührungslose Energieübertragung und Energiespeicherung, Sicherheitstechnik, Funk und Navigation, Sensorik, Antriebstechnik und parametrierbare Steuerungssysteme schaffen neue technische Möglichkeiten in der Transportlogistik bis hin zu robotischen Assistenzsystemen.

Unter Berücksichtigung der Wertschöpfungsprinzipien One Piece Flow und Small Factory Unit hat SEW-Eurodrive begonnen, die Vision von Industrie 4.0 im unternehmenseigenen Werk in Graben-Neudorf umzusetzen und Konzepte für Aufgaben in der Logistik, Montage und Fertigung entwickelt. Im Bereich der Getriebemontage in Graben-Neudorf hat SEW-Eurodrive bereits ein Konzept mit mobilen Logistik- und Montageassistenten implementiert. Autonome, intelligente, selbstorganisierende Logistikassistenten übernehmen die logistische Andienung von Material für die Arbeitsplätze just in time. Auf diese Weise erfolgt die Verkettung der Small Factory Units, der Fabriken in der Fabrik.

Durch die beschriebenen Strukturen wird ein Maximum an Flexibilität generiert. Logistik​assistenten lassen sich für die entsprechenden Aufgaben leicht skalieren. Sequenzielle Abläufe werden durch parallele Abläufe ersetzt. Durch die parallelen Strukturen wird die Verfügbarkeit des Gesamtsystems nachhaltig erhöht. Fällt bei Anlagen mit festen Strukturen zum Beispiel ein vorgeschalteter Rollenförderer aus, kommt die komplette Produktion zum Stillstand. Bei Ausfall eines mobilen Logistikassistenten wird der Prozess einfach durch ein anderes Fahrzeug im Schwarm übernommen und weitergeführt. Der Warentransport wird kompakter gestaltet und kann flexibel an die Auslastung des Werkes angepasst werden. Diese Gestaltungsphilosophie kommt dem Gedanken der Industrie 4.0 sehr nah, in dem Produkte intelligent werden und mittels mobiler Systeme ihren Weg durch die Wertschöpfungskette finden.

Kernbereiche der Montage sind modular aufgebaute u-förmige Montagezellen. Innerhalb dieser Montageinseln fungieren mobile Logistikassistenten als mobile Werkbank, welche die einzelnen Arbeitsstationen anfahren und sich dabei auf die ideale Arbeitshöhe einstellen. Um den Mitarbeiter zu entlasten, werden mobile Handlingassistenten eingesetzt, welche die Bestückung und die Werk­stückentnahme übernehmen. Der mobile Assistent wird zum Cyber-Physical System. Mit dem Auftrag verheiratet, führt dieses alle Auftragsdaten mit sich, unterstützt den Montierer bei seiner Tätigkeit und übermittelt ihm wichtige Informationen zu jeder Montagesequenz.

Es geht dabei nicht darum, künftig die Menschen in den Fabriken verschwinden zu lassen. Die Technik ist nicht Selbstzweck, sondern nur eine Basis für die Industrie 4.0. In einer «Lean Industrie 4.0» werden die «neuen» Konzepte der Industrie 4.0 mit den etablierten Prinzipien des Lean Management kombiniert und ermöglichen so eine neue Kollaboration von Mensch, Maschine und Produkten, mit dem Menschen und seiner Wertschöpfung im Mittelpunkt. SMM

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