CNC-Fertigung

Fertigen für den vollendeten Klang

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Hohe Fertigungstiefe dank CNC-Maschine

«Heute stellen wir jeden Monat 50 bis 60 Instrumente her. Obwohl für die Versilberung und die Gussteile noch auf Fremdfirmen zurückgegriffen wird, können wir fast jedes Teil bei uns selbst herstellen und fertigbearbeiten. Das ist der Vorteil der Haas-CNC-Maschinen: Sie sind einfach zu bedienen, nicht zu teuer und sie geben uns die Kontrolle, damit wir genau das Endprodukt erhalten, das wir möchten. Bei Unterauftragnehmern mussten wir die Teile dagegen immer noch selbst nacharbeiten, bevor wir sie einsetzen konnten.»

Eine Oboe erfordert mindestens 50 Arbeitsstunden

Eine Oboe erfordert mindestens 50 Stunden Arbeitszeit. «Wir haben 15 Angestellte, darunter zwei Bediener für die beiden Haas-Maschinen», erklärt Philippe. «Sie arbeiten an fünf Tagen die Woche. Obwohl auch ich hier gelernt habe, wie man Oboen herstellt, und ich Holz und Metall bearbeiten kann, bin ich eher das ‹kritische Auge›, man könnte also sagen, für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Ich prüfe bei jedem Instrument die Arbeitsausführung.»

Rigoutat verwendet afrikanisches Schwarzholz aus Mosambik oder Madagaskar: «Das bietet die besten Eigenschaften für eine Oboe. Es ist teuer, aber nicht zu sehr. Da es sehr hart ist, müssen wir auf unserer Haas-Drehmaschine Hartmetallwerkzeuge einsetzen. Wir kaufen das Holz in länglichen Blöcken, die auf die von uns benötigte Grösse zugeschnitten sind. Wir bohren das Mittelloch und drehen die Aussenseite dann von Hand, um die grundlegende Form vorzugeben. Anschliessend lassen wir das Holz fünf Jahre ruhen. In dieser Zeit kann es auf Temperaturänderungen reagieren, so dass es sich später in den verschiedenen Einsatzumgebungen nicht mehr verzieht oder reisst.»

Fertigungsprozess einer Oboe

«Die Bearbeitung des Holzes ist ein kritischer Arbeitsschritt. Wenn man bei der Mechanik einen Fehler macht, wird sie eben ausgetauscht. Ein Fehler bei der Holzbearbeitung kann dagegen das ganze Instrument verderben. Nur merkt man es erst, wenn die Oboe fertig ist.»

Nachdem das Holz abgelagert ist, geben die Maschinenbediener bei Rigoutat mit der Haas-TL-Drehmaschine für den Werkzeug- und Vorrichtungsbau dem Oboen-Körper den letzten Schliff. «Wir machen die Löcher, aus denen die Töne kommen, und bringen die Unterlage auf, die die Mechanik am Holz hält. Der Körper der Oboe besitzt 20–22 Löcher für die Töne und 50–55 Bohrungen zum Halten der Unterlage, während eine vollwertige ‹Konservatorium›-Oboe 45 Klappen besitzt.»

Die Haas Mini Mill wird eingesetzt, um die Mechanik aus einem Neusilber-Gussteil herauszufräsen und die einzelnen Klappen zu fertigen, bevor diese dann zum Versilbern und Polieren weitergegeben werden. «Das ist ein kostenaufwendiges Verfahren», meint Philippe. «Die Preise für Edelmetalle sind in die letzten Jahren angestiegen, so dass wir den Metallabfall wiederaufbereiten und an die Metallurgie zurückschicken, wo dann altes und neues Material miteinander vermischt werden, um die mechanischen Eigenschaften zu verbessern.»

In einem letzten Arbeitsgang werden dann bei Rigoutat die Mechanik, die Federn und das Rohrblatt eingebaut, die aus dem Rohmaterial ein fertiges Instrument werden lassen. Erst dann lädt Rigoutat Musiker und erfahrene Lehrer ein, um die Oboen für Profis und Schüler zu testen. «Sie prüfen die Tonqualität und die Spielbarkeit», erklärt Philippe, «und schätzen ein, ob das Instrument für den Verkauf geeignet ist.»

(ID:39085360)