Lasermesssystem

Fertigungsmesstechnik aus einer Hand

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Einfach zu bedienende Messsoftware

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für den TC52 LF war, dass Blum mit dem Messtaster auch eine Messsoftware liefern konnte. Vorher konnten die Pforzheimer mit dem Messtaster lediglich das Werkstück anfahren und auf dem Bildschirm der Maschine den Messwert ablesen. Die Software Formcontrol ermöglicht ihnen da viel mehr. «Formcontrol ist ausserdem sehr einfach zu bedienen, es reichte uns eine halbtägige Einführung durch einen Blum-Techniker, um das System zu beherrschen», lobt Maschinenbediener Ralph Bauer. «Wir haben danach nie mehr Unterstützung gebraucht, das System läuft einwandfrei und wirft keine Fragen auf.»

Ein Beispiel dafür, was der Blum-Taster in der Praxis bringt, sind Schneidmesser, mit denen ein topfförmiges Werkstück am oberen Rand beschnitten wird. Die Toleranzen sind extrem eng bei diesen Teilen, ebenso bei den Schneidmessern – der Schneidspalt ist nur 5 Mikrometer breit. Die Messer werden sternförmig angeordnet und schneiden durch eine radiale Bewegung nach aussen. G. Rau fertigt die Schneidmesser aus einem Block pulvermetallurgischen Stahls, ein Block liefert zwei Sätze à zwölf Messer. Zunächst wird die Geometrie gefräst, dann die Schnitte erodiert. Da muss alles ganz genau passen.

Vorteil: Messen von Freiformflächen

Ralph Bauer fräst die Blöcke in mehreren Schritten, zunächst bleibt er ein bis zwei Hundertstel Millimeter über der Endgeometrie, um sich dann durch Messen und Weiterfräsen an die Endgeometrie heranzutasten. Dabei kommt ihm die Möglichkeit zugute, mit dem Blum-Messtaster Freiformflächen messen zu können. So erstellt er ein 3D-Modell der Ist-Kontur der wichtigen Geometriebereiche des Blocks und weiss genau, wo er im nächsten Bearbeitungsschritt wie viel wegfräsen muss. «Die farbige Markierung des Übermasses im Messprotokoll hilft dabei, schnell die zu bearbeitenden Bereiche zu erkennen», erläutert Ralph Bauer. «Die Verbindung zwischen den Bearbeitungsverfahren stellen zwei sehr präzise Bohrungen dar, die ich im Fräsvorgang anbringe und die dazu genutzt werden, das Werkstück in der Erodiermaschine zu positionieren.»

Diese Schneidwerkzeuge sind sehr kostenaufwändig, denn es handelt sich um ein extrem teures Material, zudem stecken zwei Tage Fräszeit plus 50 bis 60 Stunden Erodieren drin. Ohne den Messtaster waren diese Werkzeuge jedoch noch teurer, denn die Spezialisten konnten diese Teile gar nicht fertigen ohne Freiformflächenmessung und den kleinen Kugeldurchmesser des Blum-Tasters. Deshalb wurden diese Teile von einem Dienstleister gefertigt, was doppelt so teuer war wie die Eigenfertigung. Wenn die Produktion ein Ersatzteil braucht, kann der interne Werkzeugbau zudem viel schneller reagieren, als wenn das Teil bei einem Dienstleister beauftragt werden muss.

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