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Lasermesssystem Fertigungsmesstechnik aus einer Hand

Redakteur: Anne Richter

Lasermesssysteme zur Werkzeugmessung, Werkstück-Messtaster und Messsoftware – der Werkzeugbau von G. Rau in Pforzheim setzt voll auf Produkte von Blum-Novotest. Damit erzielt der Spezialist für innovative Lösungen rund um das Thema Metall wesentliche Vorteile bei Zeit, Kosten und Genauigkeit.

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Auch kleinste Werkzeuge lassen sich dank des präzisen Blum-Lasermesssystems innerhalb weniger Sekunden vermessen.
Auch kleinste Werkzeuge lassen sich dank des präzisen Blum-Lasermesssystems innerhalb weniger Sekunden vermessen.
(Bild: Blum-Novotest)

1877 von Gustav Rau als Fertigungsbetrieb für Pressungen aus Gold- und Silberlegierungen gegründet, wird die G. Rau GmbH & Co. KG inzwischen in sechster Generation als Familienbetrieb geführt. Rund 540 Mitarbeiter an drei Standorten in Pforzheim – auf einer Produktionsfläche von 34 500 Quadratmetern – und einem in Costa Rica entwickeln, produzieren und vertreiben Produkte nach kundenspezifischen Anforderungen aus Edel- und Unedelmetallen, aus Legierungen und Verbundwerkstoffen, massiv oder plattiert. Neben der G. Rau GmbH & Co. KG gehören zur Unternehmensgruppe einige weitere Gesellschaften, darunter auch die ebenfalls in Pforzheim ansässigen Euroflex GmbH und Admedes Schuessler GmbH, beide Marktführer in Teilbereichen der Medizintechnik.

Stanzen, Biegen und Pressen für die Medizintechnik

G. Rau bietet alles aus einer Hand – von der Halbzeugfertigung bis zur komplexen Funktionsbaugruppe. So sind die Pforzheimer heute ein weltweit führender Spezialist für innovative Lösungen rund um das Thema Metall und Vorzugslieferant namhafter Unternehmen aus den Bereichen der elektrotechnischen Industrie, Automobilzulieferindustrie, Mess- und Regeltechnik sowie der Medizintechnik. Das Portfolio der Fertigungstechnologien umfasst Stanz- und Biegevorgänge, Fliesspressen, Tiefziehen und Kombinationen dieser Verfahren. Nicht zuletzt der Werkzeugbau bei G. Rau hat ungewöhnlich vielfältige Aufgaben: Denn neben eher typischen Produkten wie Folgeverbundwerkzeugen für Stanz-/Biegeteile, Tiefzieh- und Fliesspressformen sowie Vorrichtungen entstehen hier Prototypen medizinischer Instrumente, unter anderem für die Schwesterunternehmen Euroflex und Admedes Schuessler.

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Laser-Werkzeugmesssystem in der Maschine

Ebenso vielfältig sind die Anforderungen an das Fünfachs-Fräszentrum, das bei einer Modernisierung der Abteilung im Jahr 2010 angeschafft wurde: Zum einen sollten Teile bis ein Meter Länge bearbeitet werden können, zum anderen sind die Genauigkeitsansprüche extrem. Man entschied sich schliesslich für eine DMG DMU 80 Monoblock, die den benötigten Bearbeitungsraum bereitstellt. Um auch sehr kleine Werkzeuge einsetzen zu können, wurde eine höher drehende Spindel eingebaut, die bis zu 24 000 U/min erreicht. Im Lieferumfang der Maschine waren ein Laser-Werkzeugmesssystem von Blum-Novotest sowie ein Messtaster eines anderen Herstellers enthalten. Das Werkzeugmesssystem des Typs Lasercontrol Micro Compact NT befindet sich am hinteren Rand des Maschinentisches und dient zum Einmessen neuer Werkzeuge ebenso wie zur Verschleissmessung und -kompensation. Der fokussierte Laserstrahl ermöglicht es, die Länge auch sehr dünner Werkzeuge ebenso präzise zu messen wie den tatsächlichen Durchmesser. «Wir setzen das Lasersystem u. a. zur Werkzeugbruchkontrolle ein, was uns bares Geld spart. Ein gebrochenes Werkzeug kann gewaltigen Schaden anrichten – die Maschine beziehungsweise das auf ihr laufende NC-Programm geht schliesslich davon aus, dass beispielsweise eine Schruppbearbeitung tatsächlich stattgefunden hat», berichtet Marcel Heinz, der Leiter des Produktionsteams im Werkzeugbau. «Ist nun das Schruppwerkzeug während der Bearbeitung gebrochen, ist weit mehr Material vorhanden als das Programm voraussetzt. Das nächste Werkzeug fährt also voll in das Werkstück, was das Werkzeug zerstören und im schlimmsten Fall auch Spindel und Maschine beschädigen kann.»

Neuer Messtaster mit kleiner Messkugel

Der mit der Maschine gelieferte Messtaster erwies sich durch den Tasteinsatz mit einem Durchmesser von 4 mm besonders bei sehr kleinen Werkstücken als nutzlos. Die Messung innenliegender Konturen erfordert den Einsatz einer Tastkugel mit einem Durchmesser von gerade einmal 0,5 mm. Laut Hersteller war dies mit dem vorhandenen Messtaster nicht möglich, weshalb sich G. Rau schliesslich an Blum-Novotest wandte. Da deren Laser-Werkzeugmesssystem bereits überzeugt hatte, wurde der neue Messtaster ebenfalls bei Blum angefragt und es zeigte sich, dass der oberschwäbische Messtechnikspezialist genau das Richtige im Angebot hat: Der TC52 LF ist ein kompakter Messtaster, der in der Low-Force-Ausführung mit einer sehr geringen Messkraft arbeitet und deshalb mit einer 0,5-Millimeter-Messkugel ausgestattet werden kann.

Präzise Messergebnisse durch konstante Messkräfte

Bei einem eintägigen Besuch bei Blum-Novotest am Stammsitz in Grünkraut bei Ravensburg wurden Messungen auf einer vergleichbaren Fräsmaschine durchgeführt. Das Ergebnis überzeugte sofort und der Messtaster wurde bestellt. Zur Einhaltung der hierbei geforderten hohen Genauigkeit trägt ebenso bei, dass der Blum-Taster durch das multidirektionale Messwerk im Vergleich zu vielen anderen Tastern keine unterschiedlichen Messergebnisse beim Antasten in verschiedene Richtungen zeigt. Konstante Messkräfte bei beliebiger Antastrichtung sind die Voraussetzung für präzise Messergebnisse. Der Taster wird wie ein Werkzeug automatisch aus dem Werkzeugmagazin in die Spindel eingewechselt. Die Stromversorgung erfolgt über eine langlebige Batterie, die Daten werden per Infrarot an den im Spindelkopf der Maschine angebrachten Empfänger weitergeleitet.

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