Beim Parkieren bleiben häufig verkratzte Lackflächen und eingedrücktes Blech zurück. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, um Firmenparkplätze sicherer zu machen.
Ein guter Firmenparkplatz ist weit mehr als eine hinreichend grosse Fläche. Das gilt unabhängig davon, ob die Benutzer im Unternehmen Arbeitsleistung oder Geld hinterlassen.
Firmenparkplätze sind immer in gewisser Hinsicht Aushängeschilder. Insbesondere für externe Personen zwischen Kunden und Partnern. Insofern spielt eine solche Freifläche – so klein sie sein mag – eine wichtige Rolle für die Wahrnehmung des gesamten Unternehmens. Eine Firma kann noch so modern sein und effizient arbeiten, wenn jedoch der Parkplatz davor bereits zweifelhaft aussieht oder ein potenzieller Neukunde bereits beim ersten Termin sich die Felgen verschrammt, muss das Unternehmen gleich gegen ein negatives Image arbeiten.
Das muss definitiv nicht sein. Gerade weil es im Vergleich mit vielen anderen Massnahmen relativ einfach und kostengünstig ist, einen sichereren, attraktiveren Parkplatz zu gestalten.
Disclaimer: Dieser Text dient lediglich als Informationsvermittlung und soll keine fachkundige Rechtsberatung darstellen. Es gelten immer die Vorgaben des Bundes, der Kantone und nachgeordneter Stellen.
1. PW- und anderen Verkehr trennen
Die Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes werden von Autos, Transportern, sogar Lastern gleichermassen genutzt? Dann ist das in den meisten Fällen ein Garant dafür, dass es früher oder später zu den ersten Parkremplern kommt.
Besser wäre es – natürlich nur, sofern die Platzverhältnisse es gestatten – eine Trennung vorzunehmen. Personenwagen, Motorräder, Velos etc. auf der einen Seite. Kleintransporter, Camions usw. auf der anderen.
2. Bekannte Strassenschilder nutzen
Strassenschilder mögen zwar mancherorts so übermässig eingesetzt werden, dass mancher Fahrer sich wie im Schilderwald fühlt. Abseits solcher Ausnahmen sorgen sie jedoch erwiesenermassen für Klarheit und Information.
Dazu sollten Firmen auf ihren Parkplätzen jedoch keinesfalls individuelle Wege gehen, sondern auf hochwertige, der Signalisationsverordnung entsprechende Stücke setzen – oder solchen, die sich an den optischen Regeln der SSV orientieren. Nur so wird ein «Medienbruch» verhindert, da trotz Status als Privatparkplatz alle hier Fahrenden nur das sehen, was sie aus dem öffentlichen Verkehr bereits kennen.
Übrigens: Erfahrungsgemäss hilft es sehr, die Masten solcher Schilder mit einem Anfahrschutz zu versehen, sonst müssen sie häufiger gerichtet werden.
3. Fahrrichtungen festlegen – und sichtbar machen
Aus gutem Grund herrscht in der Schweiz Rechtsverkehr, sind die Spuren mehrspuriger Verkehrswege zumindest durch Markierungen getrennt und existieren Einbahnstrassen. Mancher Parkplatz mag zwar sehr grosszügig sein, aber was die Fahrspuren anbelangt, sollten Unternehmer auch von diesem Standard besser nicht abweichen.
Die inhärent sicherste Parkplatzform ist eine, in der jede Fahrspur als Einbahnstrasse festgelegt wird. So kann es dort wenigstens zu keinen Frontalkollisionen kommen. Dies sollte allerdings detailliert durchgeführt werden:
Angewinkelte Parkbuchten. Sie erzwingen sozusagen ein Einfahren aus der richtigen Richtung, signalisieren diese Richtung durch einen Blick auf dort stehende Fahrzeuge – und verhindern das sehr unfallträchtige Parkieren im Rückwärtsgang.
Grosse Einbahnstrassenschilder. Am besten auf beiden Seiten einer Fahrspur und in einer Höhe, in der sie auch aus dem Nahbereich von PW-Fahrern noch gut gesehen werden.
Weisse Pfeile auf der Fahrbahn als Ergänzung. Wie alle Markierungen sollten sie bei Schäden zeitnah aufgefrischt werden – nicht zuletzt, weil es attraktiver aussieht.
4. Keine losen Untergründe nutzen
Mit einem PW mag es zwar auch ohne Allradantrieb egal sein, ob der Untergrund des Parkplatzes aus losem Lavalit, Schotter, Kies oder eben Asphalt besteht. Allerdings vergessen viele dabei eines: Ein Parkplatz ist immer zu gleichen Teilen ein Fussgängerweg. Schliesslich muss man vom Fahrzeug ins Unternehmen und wieder zurück gelangen.
Lose Untergründe zeigen hierbei einmal mehr, warum sie suboptimal sind. Nicht nur machen sie andauernd Arbeit, indem Fahrspuren, Schlaglöcher usw. mit Rechen und Co. behoben werden müssen. Sie sind ebenso immense Fallen zum Stolpern, Fallen und Umknicken – beileibe nicht nur für Fans hochhackiger Schuhe und ebenso auf Radfahrer bezogen.
Ja, es kostet definitiv viele Franken, selbst einen kleinen Parkplatz zu asphaltieren oder betonieren. Es ist jedoch nicht nur eine attraktivere, witterungsfestere Lösung, sondern ebenso deutlich sicher. Zumal es selbst bei den niedrigen Fahrgeschwindigkeiten auf einem Parkplatz durchaus einen Unterschied machen kann, ob man auf festem oder losem Untergrund beherzt die Bremsen betätigt.
5. Bordsteine sichtbar markieren
Immer grösser werdende Autos, jedoch nur höchst selten mitwachsende Parkplätze haben unter anderem zu einem Effekt geführt: An vielen neuralgischen Engstellen sieht man an Bordsteinkanten überdeutlich, wie oft sie Kontakt mit Pneus und Felgen machen oder gleich überrollt werden.
Stand vom 30.10.2020
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Zugegeben, wessen Parkplatz nach der SN 640 291a gestaltet ist, dem könnte das egal sein: «Es liegt ja dann an den Parkierenden, ob sie ihren Wagen im Griff haben». So denken sollte jedoch niemand – allein schon aus Image-Gründen.
Wohl sind Bordsteine per se eine gute Wahl, weil sie schlicht ein physisches Hindernis darstellen, aber kein solches Schadpotenzial haben wie etwa Steine oder hohe Stahlkonstruktionen. Doch gerade bei asphaltierten Flächen sticht ihre dunkelgraue Farbe oftmals kaum hervor. Viele dieser Kontakte mit den Randsteinen rühren nicht von mangelnder Fahrzeugkontrolle her, sondern vielmehr zu geringem Kontrast, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
Ergo: Wenn Randsteine, dann empfiehlt es sich dringend, diese in einer Signalfarbe oder Farbkombination zu halten. Etwa Weiss-Rot, Gelb-Schwarz, Signalorange oder, wenn es zur Umgebung passt, Weiss.
6. Umfassend beleuchten
Jedes in der Schweiz zugelassene Fahrzeug benötigt Frontscheinwerfer und ein weisses Rückfahrlicht. Dazu existieren immer mehr PW, bei denen ein Kurvenlicht installiert ist. Es folgt also der Stellung der Reifen beim Einlenken. Und obendrein sind Parkwarner und ähnliche Systeme ebenfalls enorm weit verbreitet.
Erneut könnte man als Unternehmer also annehmen, Parkierende könnten selbst bei schlechten Lichtverhältnissen auf ihre «Bordmittel» vertrauen. Also alles gut ausgeleuchtet sehen und im Zweifelsfall von den bekannten Piep-Tönen gewarnt werden. In der Praxis genügt all das jedoch oftmals nicht. Das liegt nicht zuletzt daran, weil die Sicht aus Fahrzeugen heraus (besonders in den rückwärtigen Bereich) immer schlechter wird – u.a. aufgrund sicherheitsbedingt dickerer Dachsäulen.
Zudem sollten Firmenbesitzer bedenken, dass längst nicht jeder ein Vollprofi am Lenker ist. Zusammen ergibt das mehr als genügend gute Gründe, um den Parkplatz möglichst vollständig auszuleuchten. Dabei gilt definitiv die Devise «Viel hilft viel», denn parkende Autos, etwaige Baumbestände und ähnliches sorgen sonst für umfangreiche Schattenwürfe. Statt einiger weniger Laternenmasten dürfen es deshalb gerne kleinteiligere, dafür zahlreichere Lösungen sein.
Nebenbei hat eine solche Ausleuchtung den Vorteil, den Parkierenden, die aus dem Wagen aussteigen oder zu ihm zurückkehren, ein verbessertes Sicherheitsgefühl zu geben. Für viele macht es einen immensen Unterschied, über einen schlechtbeleuchteten Parkplatz zu gehen und dort womöglich von einem Fahrer übersehen zu werden, oder auf einem hellerleuchteten Parkplatz sicher sein zu können «zu sehen und gesehen zu werden».