Wachstum mit Investitionen

Flexibel fertigen mit Palettier-System

| Autor: Anne Richter

Ladestationen der Palletech-Anlage: Viel Know-how steckt in der der Gestaltung der Spannvorrichtungen.
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Ladestationen der Palletech-Anlage: Viel Know-how steckt in der der Gestaltung der Spannvorrichtungen. (Bild: Anne Richter, SMM)

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiter wachsen zu können, verfolgt die SRM AG, Zulieferunternehmen auf dem Gebiet der Präzisionsmechanik und Baugruppenmontage, eine konsequente Investitionsstrategie. Ein Teil davon ist ein Palettier-System mit drei Bearbeitungszentren von Mazak.

Effizienz, Produktivität und Flexibilität sind wichtige Erfolgsfaktoren für Schweizer Zulieferunternehmen geworden. Qualität, Präzision und Zuverlässigkeit bilden zwar weiterhin die Basis, sind aber schon lange nicht mehr ausreichend. «Unser Ziel ist es, immer zuverlässig Qualität zu liefern. Das ist die Voraussetzung. Aber es braucht auch die Bereitschaft, Innovationen mit den richtigen Investitionen voranzutreiben», beschreibt Peter Strebel, Geschäftsführer von SRM, die Situation und ergänzt: «Wir sind ausserdem überzeugt, dass ein Zulieferunternehmen wie SRM eine gewisse Grösse braucht, um in bestimmte Märkte liefern zu können.» Nach diesen Grundsätzen und Überzeugungen hat SRM seine Unternehmensstrategie ausgerichtet. Das betrifft auch alle Investitionen. Konsequent wird an der Optimierung der Produktionsprozesse gearbeitet und konsequent werden auch die notwendigen Investitionen getätigt, die für die Entwicklung erforderlich sind.

Yamazaki Mazak: Schnellste CNC-Steuerung für höhere Produktivität

EMO 2015

Yamazaki Mazak: Schnellste CNC-Steuerung für höhere Produktivität

09.11.15 - Auf der EMO 2015 hat Yamazaki Mazak seine neue Smooth-Technologie in das Zentrum gestellt. 18 der insgesamt 22 auf der Messe ausgestellten Maschinen waren mit der nach Mazak-Angaben «weltweit schnellsten CNC-Steuerung» ausgestattet. Die Smooth-Technologie ist bis zu den Antrieben in die Maschinen integriert und ermöglicht die Verknüpfung mehrerer Maschinen innerhalb einer Fertigungszelle oder sogar innerhalb eines kompletten Werks. lesen

Präzisionsfertigung in der Schweiz und in Indien

SRM ist ein reines Zulieferunternehmen im Bereich Präzisionsfertigung mit Hauptsitz in Merenschwand im Kanton Aargau. Innerhalb von 30 Jahren ist das Familienunternehmen auf rund 70 Mitarbeiter angewachsen an zwei Standorten in der Schweiz; ein weiterer Produktionsstandort befindet sich in Indien mit aktuell rund 60 Mitarbeitern. Mit seiner Erfahrung in der Herstellung mechanischer Bauteile und Geräte ist SRM ein Partner für Auftraggeber aus den anspruchsvollsten Branchen und Bereichen der Industrie geworden, wie beispielsweise Labor- und Analysegeräte, Automotive oder auch in der Luft- und Raumfahrt. SRM garantiert eine vollständige Dokumentation und damit auch eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Bauteile. Mit dem modernen Maschinenpark deckt das Unternehmen ein breites Spektrum an modernen Fertigungstechniken ab. Sämtliche mechanische Bauteile werden inhouse produziert, vom Prototypen bis zur Grossserie mit Toleranzen von ±1/100 mm. Aber auch die Qualitätssicherung hat einen hohen Stellenwert. Durchgehendes Prozessmanagement in Kombination mit einer gewissenhaften Endkontrolle garantieren hier eine bestmögliche Qualität. Grosser Wert wird auch auf eine fundierte Ausbildung der Mitarbeiter gelegt. Momentan befinden sich zehn Mitarbeiter in Ausbildung. P. Strebel berichtet: «Viele unserer Mitarbeiter haben bei uns ihre Ausbildung gemacht. Vielleicht haben sie zwischendurch mal das Unternehmen verlassen, sind aber wieder zurückgekommen.»

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Und SRM verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie. Ein wichtiger Schritt dafür ist die Investition in ein Palettier-System von Mazak mit drei integrierten Mazak-Bearbeitungszentren. Genau besteht die Anlage aus dem modularen Palletech-Hochregal-System, zwei horizontalen 4-Achsen-Bearbeitungszentren HCN 5000 und einer Variaxis i-700, einem dynamischen 5-Achsen-Bearbeitungszentrum. «Wir versuchen mit dieser Anlage, Wettbewerbsvorteile zu erreichen, sie ermöglicht es uns, rund 30 verschiedene Aufträge ohne Umrüsten gleichzeitig zu bearbeiten», berichtet P. Strebel.

«Zwischen 20 und 24 effektiv genutzte Maschinenstunden pro Tag»

Das Palletech-Hochregal-System ist modular aufgebaut, je nach Kundenanforderungen kann die Anlage sehr flexibel individuell angepasst werden. Es ist in einer, zwei oder drei Ebenen verfügbar. Es können verschiedene Bearbeitungszentren in das System integriert und beidseitig beliebig angeordnet werden, genauso wie die Ladestationen. Bei steigenden zukünftigen Produktionsanforderungen kann das Palletech-System nachträglich problemlos erweitert werden. Bei SRM hat man sich für ein Palletech-System mit 2 Ebenen, 32 Paletten und 2 Ladestationen entschieden.

Die Vorteile liegen vor allem in einer höheren Produktivität. Die Bearbeitungszentren können effizienter genutzt werden und es sind wesentlich weniger Bediener erforderlich. «Unser Ziel ist es, zwischen 20 und 24 effektiv genutzte Maschinenstunden pro Tag zu erreichen. Ausserdem wollen wir die Anlage in Zukunft mit noch einer Person weniger betreiben.» Zwar läuft das gesamte System schon heute produktiv, aber P. Strebel sieht noch Potenzial: «Es dauert seine Zeit, bis man mit solch einer komplexen Anlage an das Optimum kommt. Und man braucht auch die entsprechenden Aufträge.» Ein wichtiges Ziel ist beispielsweise auch die Reduzierung der Einrichtzeit. «Die Schweiz ist ein Land mit den höchsten Personal- und Lohnkosten und deshalb muss der Lohnkostenanteil gesenkt werden», berichtet P. Strebel.

Das Palletech-System erlaubt es, verschiedene Bearbeitungszentren einzubinden. Bei SRM wurden neben der Variaxis i-700 auch zwei horizontale 4-Achsen-Bearbeitungszentren HCN 5000 integriert. «Mit dieser Lösung können wir einen Teil immer auf der optimalen Maschine produzieren, d. h. 5-Achs-Teile auf der 5-Achs-Maschine und 4-Achs-Teile auf der 4-Achs-Maschine», erklärt P. Strebel diese Entscheidung. Denn nicht nur der reine Kaufpreis einer 4-Achs-Maschine ist niedriger, sondern der gesamte Unterhalt ist wesentlich günstiger und weniger aufwendig.

Horizontal-Bearbeitungszentrum zur Hochgeschwindigkeitsbearbeitung

Die HCN 5000 ist ein hochdynamisches und leistungsstarkes Horizontal-Bearbeitungszentrum mit grossem Arbeitsraum und ausgelegt zur Hochgeschwindigkeitsbearbeitung mehrerer Werkstücke auf grossen Spannvorrichtungen mit mehreren Aufspannflächen. Es gibt Spindelausführungen für alle erdenklichen Werkstoffe und ihre Bearbeitungsanforderungen mit Drehzahlen zwischen 12 000 min-1 und 30 000 min-1. Um eine Vielfalt an Materialien von Kunststoff über Aluminium bis zu Edelstahl abzudecken, sind bei SRM Spindeln mit Drehzahlen von 18 000 min-1 im Einsatz. Ansonsten bietet die HCN 5000 eine grosse Auswahl an Arbeitstischen unter anderem auch einen Rundtisch mit Direktantriebsmotor (DDM) als Option für einen effizienten Betrieb mit höchster Geschwindigkeit. Die Grösse der Werkzeugmagazine ist häufig entscheidend für eine flexible und mannarme Fertigung. Hier bietet Mazak verschiedene Optionen mit bis zu 348 Werkzeugplätzen für die HCN 5000.

5-Achsen-Bearbeitungszentrum für die Mehrseitenbearbeitung

Die Variaxis i-700 ist ein dynamisches 5-Achsen-Bearbeitungszentrum für die Mehrseitenbearbeitung in höchster Geschwindigkeit und Präzision mit 5-Achsen-Simultansteuerung. Die Maschine ermöglicht die Komplettbearbeitung komplexer Werkstücke mit einem Durchmesser von bis zu 850 mm und eine kombinierte 5-Achsen-Fräs- und Drehbearbeitung in einer einzigen Aufspannung. Der Schwenktisch mit Doppellagerung und verwindungssteifer Maschinenbauweise ist für höchste Steifigkeit und Präzision komplexer Werkstückkonturen ausgelegt. Die Spindeln sind wie übrigens auch bei der HCN 5000 mit integriertem Spindelmotor ausgestattet und die Spindeltemperatur wird geregelt. Auch bei der Variaxis i-700 gibt es verschiedene Spindelausführungen mit Drehzahlen zwischen 12 000 min-1 und 30 000 min-1. Die optionalen Werkzeugmagazine bieten Platz für bis zu 348 Werkzeuge.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit

«Wir wussten, wir brauchen diese Anlage, um weiter wachsen zu können», fasst P. Strebel zusammen. Und es war von Anfang an klar, das Projekt mit Mazak bzw. der Wenk AG, Schweizer Handels­partner von Mazak, umzusetzen. SRM arbeitet schon seit Längerem mit Mazak-Maschinen und auch schon mit einem älteren Palletech-System. Dadurch besteht mit der Wenk AG eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. «Wir haben im Jahr 2000 die erste Mazak-Maschine gekauft und seitdem ständig darauf aufgebaut. 2002 wurde dann das erste Palletech-System installiert. Die gemachten guten Erfahrungen haben uns nie zweifeln lassen, diese aktuelle Investition auch wieder mit Mazak umzusetzen», berichtet P. Strebel und ergänzt: «Auch die Erfahrungen der Mitarbeiter sind bei der Entscheidung miteingeflossen, die direkte Erfahrungen mit den Maschinen haben.»

Wachstumsstrategie mit Standort in Indien

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für SRM ist die Inbetriebnahme eines weiteren Produktionsstandorts in Indien. «Unsere Strategie ist keine Verlagerung der Fertigung nach Indien, sondern Wachstum. Vor- und insbesondere nachgelagerte Fertigungsschritte werden ebenfalls im eigenen Werk gemacht. Die Basis dafür sind auch in Indien qualitativ hochwertige mechanische Teile», schildert P. Strebel. Deshalb ist der Maschinenpark in Indien zum Grossteil identisch mit dem in der Schweiz. Auch das Palletech-System steht mit identischem Aufbau in Indien. Zusätzlich werden alle gängigen Oberflächenbehandlungen im eigenen Werk durchgeführt, wie z. B. galvanische Prozesse, Härten, Lackieren sowie das Bedrucken von Bauteilen. In der Schweiz werden diese Prozesse in Zusammenarbeit mit Partnern durchgeführt. Die indischen Mitarbeiter erhalten alle am «Bharatiya Skill Development Campus» eine Grundausbildung als Polymechaniker nach Schweizer Standard und lernen anschliessend für drei Monate die internen Prozesse am Standort in der Schweiz kennen. «Für uns ist Indien dadurch ein Produktionsstandort geworden, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt und uns ermöglicht, für unsere Kunden optimalere Preise zu kalkulieren», berichtet P. Strebel.

Verschiedene produktivitätssteigernde Massnahmen

Die Investition in das Palletech-System ist jedoch nur ein Baustein in der Gesamtstrategie bei SRM zur Produktivitätssteigerung. P. Strebel geht es um das gesamte Unternehmen: «Die Maschinen sind unsere Basis, sie müssen die Grundlage liefern. Aber es gehört sehr viel mehr dazu.» Die internen Prozesse werden stetig optimiert und digitalisiert. Mittlerweile ist der komplette Produktionsprozess, von der Erfassung eines Auftrags zur Fertigung bis zur Rechnungsstellung, komplett digitalisiert. Papier wird lediglich noch aus praktischen Gründen ausgedruckt. Schon jetzt kann SRM Lieferzeiten von fünf Arbeitstagen für bestehende Aufträge realisieren, bei Neuaufträgen sind drei Wochen möglich. «Konkret wollen wir mit Palletech und allen anderen produktivitätssteigernden Massnahmen neue Kunden gewinnen, Wachstum generieren und damit die Zukunft des Unternehmens gewährleisten.» SMM

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