Bore-out

Fünf Tipps gegen Unzufriedenheit am Arbeitsplatz

| Autor / Redakteur: Jürgen Höller / Georgina Bott

Viele Mitarbeiter gestehen sich nicht ein, dass ihnen Beschäftigung fehlt, weswegen wertvolles Potenzial ungenutzt bleibt.
Viele Mitarbeiter gestehen sich nicht ein, dass ihnen Beschäftigung fehlt, weswegen wertvolles Potenzial ungenutzt bleibt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Bore-out ist das neue Wort für Unzufriedenheit und Langeweile am Arbeitsplatz. Fehlende Anerkennung, ein schlechtes Arbeitsklima oder personelle Überbesetzung können schnell zu Antriebslosigkeit und fehlender Motivation bei Mitarbeitern führen. Mit diesen fünf Tipps kommt die Motivation zurück.

46 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden im Laufe des Jahres gern den Arbeitsplatz wechseln, das belegt eine 2017 durchgeführte Studie der Manpowergroup Deutschland. In der B2B-Branche liegt dies vor allem an fehlender Anerkennung, einem schlechten Arbeitsklima oder personeller Überbesetzung – Antriebslosigkeit und fehlende Motivation sind die Folge.

Treten solche Arbeitsbedingungen über einen langen Zeitraum oder in grossem Masse auf, führen sie nicht selten zum sogenannten Bore-out-Phänomen. Meist beginnt dieser Zustand schleichend, beispielsweise durch eine Verschiebung des Aufgabenbereichs oder eine Umstrukturierung im Unternehmen. Viele gestehen sich jedoch nicht ein, dass ihnen Beschäftigung fehlt, weswegen wertvolles Potenzial ungenutzt bleibt.

1. Positiv denken

Es gilt, nicht gleich zu verzweifeln, weil für ein paar Wochen im Büro weniger Aufgaben anfallen. Auch monotone Tätigkeiten wie das Anfertigen von Abrechnungen oder das Pflegen von Datenbanken lassen sich nicht vermeiden. Nicht jeder Tag besteht aus spannenden Aufgaben und Herausforderungen. Das ist ganz natürlich. Um auch solche Tage erfolgreich zu überstehen, hilft es, sich kleine Etappenziele zu setzen und sich für das Erreichen der Ziele selbst zu belohnen – beispielsweise mit einer Kaffeepause mit dem Lieblingskollegen. Auch ein Aufgabentausch mit Kollegen bringt Abwechslung und setzt Potenzial frei.

2. Ziele festlegen

Wer sich im Job unterfordert fühlt, sollte zunächst einmal für sich selbst herausfinden, woran das wirklich liegt. Hierbei hilft ein Jobtagebuch. In diesem halten Gelangweilte fest, wie viel Zeit sie benötigen, um einzelne Aufgaben ordentlich und gewissenhaft zu erledigen. Es unterstützt so dabei, objektiv einzuschätzen, wie viel Zeit man mit Nichtstun verbringt. Um die Situation aktiv zu verändern, sollten sich Betroffene anschliessend drei Ziele überlegen, die sie im Job erreichen wollen und für die sie auch wirklich brennen.

3. Neue Aufgaben suchen

Fast jeder hat es selbst in der Hand, den eigenen Job interessanter und ansprechender zu gestalten: Einfach einmal aus gewohnten Routinen ausbrechen und die Aufgaben auf eine andere Art und Weise erledigen. Zudem gibt es in jedem Unternehmen Verbesserungspotenzial, das nur darauf wartet, dass jemand die Herausforderung angeht.

4. Weiterbilden

Konstantes Lernen hilft, die eigene Unterforderung zu bekämpfen. Jeder, der das Gefühl verspürt, dass Kollegen immer die interessanteren Aufgaben übertragen bekommen, sollte sich überlegen, ob eine Weiterbildung dabei helfen könnte, weitere oder zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Gezielte Schulungen oder Trainings helfen, die Leidenschaft an der eigenen Arbeit neu zu entfachen, Wissen aufzufrischen sowie neue Erkenntnisse zu gewinnen. Daraus lassen sich Kraft und Motivation schöpfen, um Aufgaben engagiert anzugehen oder gewohnte Arbeitsabläufe in einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Ein weiterer Pluspunkt besteht darin, dass es Vorgesetzten den Willen verdeutlicht, Verantwortung zu übernehmen.

5. Das Gespräch suchen

Anstatt darauf zu warten, dass sich von allein etwas an der Situation ändert, sollten Unterforderte ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten führen und klar kommunizieren, dass zusätzliche Aufgabenbereiche oder mehr Verantwortung dabei helfen, den Joballtag positiver zu gestalten. Es empfiehlt sich auch, die zuvor definierten Ziele dem Chef darzulegen und zu erklären, wo sich ungenutztes Potenzial befindet oder welche Aufgaben im Unternehmen immer liegen bleiben. Eine Recherche dazu, wie bestimmte Prozesse sich sinnvoller gestalten lassen, liefert Argumente für das Gespräch. Der Vorschlag, sich proaktiv um diese Angelegenheiten kümmern zu wollen, beweist der Führungsetage die eigene Motivation.

Über den Autor

Jürgen Höller gilt als Europas führender Erfolgs- und Motivationstrainer. Bereits mit 19 Jahren gründete er sein erstes Unternehmen, das mehrfach im Bereich Unternehmenswachstum ausgezeichnet wurde. In seinen Seminaren schulte er über 1,6 Mio. Menschen. Seine über 60 Bücher, DVDs und Audioprodukte fanden mehr als 6 Mio. Leser und Hörer.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Marconomy.de.

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