Effizienz in der Fertigung Gegen hohe Kosten mit Innovationen und Qualität

Redakteur: Anne Richter

>> Die hochpräzisen und innovativen Werkzeuge von Kaiser Präzisionswerkzeuge AG garantieren dem Anwender Qualität, Effizienz und maximale Prozesssicherheit in der Fertigung. Auch in der eigenen Fertigung setzt das Unternehmen auf diese Werte. Es ergänzt mit dem neuen Fräs-Dreh-Zentrum zur 6-Seiten-Bearbeitung von Stama seinen Maschinenpark.

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In gelber Farbe wie alle Maschinen bei Kaiser – .das ältere Stama Modell.
In gelber Farbe wie alle Maschinen bei Kaiser – .das ältere Stama Modell.
(Bild: Anne Richter, SMM)

Schweizer Produkte stehen weltweit für Qualität und Präzision und das «Swiss-Made»-Label ist das höchste Gütesiegel für Kunden mit Qualitätsanspruch. Insofern ist die Kaiser Präzisionswerkzeuge AG aus Rümlang ein typisches Schweizer Unternehmen: Ihre Produkte sind 100-prozentig Swiss Made. Betriebsleiter Werner Züllig erklärt: «Wir definieren uns über Qualität und Produktivität und bauen unsere Qualitätsführerschaft weiter aus.»

Maximale Prozesssicherheit und maximale Leistung

Die Präzisionswerkzeuge von Kaiser zum Fräsen, Bohren, Ausdrehen, Spannen, Voreinstellen, Zapfendrehen sind gebaut, um maximale Präzision und Leistung zu erzielen. Die garantierte maximale Prozesssicherheit verhindert Ausschuss, und teure Arbeitsschritte wie Schleifen und Honen können teilweise vermieden werden. Mit speziellen Leichtbaulösungen kann der Anwender höhere Leistungen und damit kürzere Bearbeitungszeiten und höhere Effizienz erzielen. Vor allem auf dem Gebiet der Ausdrehwerkzeuge für hochpräzise Bohrungen bietet Kaiser ein Produktsortiment mit hoher Flexibilität an. Die modularen Systeme decken einen Durchmesserbereich von 0,4 bis 3000 mm ab. Alle Metalllegierungen aber auch Composite-Werkstoffe können mit den analogen oder digitalen Werkzeugen bearbeitet werden.

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Werkzeuge für präzise Bohrungen

«Kaiser-Werkzeuge kommen überall da zum Einsatz, wo präzise Bohrungen benötigt werden», berichtet W. Züllig. Nicht nur in der Mikroindustrie und bei Uhrenherstellern ist hohe Präzision gefragt, sondern auch im Kraftwerks- und Turbinenbau. Bezogen auf die Bauteildimensionen sind die Anforderungen an die Präzision hier sogar noch grösser. Aber auch im Maschinenbau, in der Luftfahrt- und Fahrzeugindustrie, im Werkzeugbau und bei anspruchsvollen Lohnfertigern finden Kaiser-Werkzeuge ihren Einsatz.

Investitionen in Innovationen und in F&E

Nicht nur in Bezug auf Qualität strebt Kaiser die Führerschaft an, sondern auch bei Innovationen. So investiert das Unternehmen zehn Prozent des jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung und arbeitet mit Fachhochschulen und der ETH Zürich zusammen. Momentan ist Kaiser in drei KTI-Projekten (Förderagentur für Innovation des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung) involviert.

Eine der letzten Innovationen des Unternehmens ist die neue Generation der digitalen Ausdrehwerkzeuge. Aufgrund der grossen Digitalanzeige sind Zustellfehler durch den Bediener so gut wie ausgeschlossen und die Prozesssicherheit ist nochmals erhöht.

Mehr Effizienz durch Rüstzeitenreduktion

Auf Prozesssicherheit und Effizienz setzt Kaiser auch in der eigenen Produktion. Das Unternehmen hat eine sehr hohe Fertigungstiefe und fertigt alle Schlüsselkomponenten inklusive Elektronik am Hauptsitz in Rümlang.

Eine hohe Teilevielfalt, Serien von Losgrössen zwischen 10 und 1000 und häufiges Umrüsten bestimmen die Fertigungsstrategie. Um einerseits die einzelnen Teile so wirtschaftlich wie möglich fertigen zu können und andererseits trotzdem flexibel zu bleiben, stellt Kaiser ganz spezielle Anforderungen an die Bearbeitungszentren. «Der Hauptfokus liegt bei uns dabei in der Rüstzeitenreduktion», erklärt Eduard Denzler, Leiter Dreherei und Fräserei bei Kaiser.

Komplettbearbeitung in einem Arbeitsschritt

Mit einem neuen Fräs-Dreh-Zentrum MT von Stama zur 6-Seiten-Komplettbearbeitung mit automatischem Stangenlader und Speziallösung in der Teileausgabe kommt Kaiser seinem Ziel wesentlich näher. «Unser Anspruch war, dass das Bauteil komplett bearbeitet von der Maschine kommt, inklusive Entgraten», erzählt E. Denzler. Das neue Bearbeitungszentrum Stama MC 726/MT mit Gegenspindel, Siemens-Steuerung und HSK-A63-Werkzeugaufnahme ist eine Ersatzinvestition mit höherer Produktivität. Das alte Stama-Zentrum aus dem Jahr 1999 wird verkauft. Vor allem Wendeplattenhalter und die sehr komplexen Digitalköpfe, die aus einem schwer zu bearbeitenden zähen Material bestehen, werden heute in einem Arbeitsschritt komplett bearbeitet. Früher waren dafür zwei Arbeitsschritte nötig. Ausserdem bietet die Bearbeitung ab Stange die Möglichkeit, auch Losgrössen von eins zu fertigen.

Steifigkeit und Robustheit ausschlaggebend

Obwohl eine Stama-Maschine ersetzt werden sollte, waren die Entscheider nicht automatisch auf Stama festgelegt, sondern haben sich in einer Nutzwertanalyse im Vergleich mit anderen Bearbeitungszentren dafür entschieden. Dabei wurde die technische Gewichtung der Investition gegenübergestellt. «Überzeugend für uns war das Maschinenkonzept», erklärt E. Denzler und präzisiert: «Die Steifigkeit und Robustheit des Bearbeitungszentrums von Stama ist ein klarer Vorteil gegenüber den Mitbewerbern. Gerade für die hochfesten Materialien, die wir hier bearbeiten, ist das eine Grundvoraussetzung.»

Stangenfertigung und Schwesterwerkzeuge

Ausserdem bietet die Stangenfertigung Kaiser eine hohe Flexibilität in der Fertigung und gute Automatisierungsmöglichkeiten. Das Fräs-Dreh-Zentrum ist mit einem Kurzstangenlader ausgestattet und ermöglicht bei entsprechendem Teilespektrum mannlose Schichten. Es können Teile mit einem Durchmesser von 20 bis 65 mm bearbeitet werden. Zusätzlich zu dem Standardmagazin von 42 Werkzeugplätzen ist das Bearbeitungszentrum mit einem Zusatzmagazin von 90 Werkzeugplätzen ausgestattet. «Das bietet uns die Möglichkeit, mit Schwesterwerkzeugen zu arbeiten», berichtet E. Denzler. Ferner wurde die Maschine mit einer Spezialanfertigung zur Bauteilausgabe ausgestattet.

Produktivitätsgewinn von 20 Prozent

Insgesamt fertigt Kaiser heute auf der Stama ungefähr 100 verschiedene Teile mit Losgrössen von 10 bis 100. Bei entsprechendem Produktespektrum können mannlose Schichten gefahren werden. Die Bauteile werden in einem Arbeitsschritt komplett bearbeitet und müssen auch nicht mehr zusätzlich entgratet werden.

«Der Produktivitätsgewinn liegt im Durchschnitt bei 20 Prozent pro Bauteil», freut sich E. Denzler und ergänzt: «Die Oberflächengüte ist so gut, dass Folgeoperationen dadurch weitgehend eingespart werden können.» <<

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