SwissChuck: Präzisionsspannfutter zum Hartdrehen und Schleifen Genau und steif spannen

Redakteur: Konrad Mücke

Das von SwissChuck präsentierte Kraftspannfutter Triton-Plus ist speziell konzipiert, um Werkstücke steif und stabil zum hochgenauen Drehen und Schleifen zu spannen. Es verfügt über 5 µm Rundlaufgenauigkeit. Für universellen Einsatz lassen sich seine Backen schnell und wiederholgenau wechseln.

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Zum sicheren Spannen flexibel ausrüstbar: Spannfutter Triton-Plus.
Zum sicheren Spannen flexibel ausrüstbar: Spannfutter Triton-Plus.
(Bild: SwissChuck)

Das jüngst von der SwissChuck verwirklichte Spannfutter Triton-Plus eignet sich vor allem zum Präzisionshartdrehen hochwertiger Werkstücke, zum Beispiel Werkzeugaufnahmen Capto. Sein entscheidender Vorteil verglichen mit herkömmlichen Spannsystemen ist, dass es hermetisch abgedichtet ist. Die Abdichtung schützt nicht nur vor Schmutz und Kühlflüssigkeiten, sondern gewährleistet, dass das Spannfutter über einen langen Zeitraum zuverlässig geschmiert ist. So ist das Futter nahezu wartungsfrei. Zudem arbeitet es auf wenige µm genau. Dies betrifft wiederholtes Spannen sowie den Rundlauf. Somit kann man mit ihm Werkstücke auch beim Schleifen sicher spannen. Das Spannfutter ist mit Keilhaken ausgeführt.

Flexibel einsetzbar

An der Frontscheibe lassen sich über die üblichen Präzisionsschnittstellen beispielsweise Vorzentrierungen, Axialanschläge und Zentrierspitzen anbauen. Darüber hinaus gibt es Varianten mit und ohne Fliehkraftausgleich. Letzterer gewährleistet konstante Spannkraft auch bei hohen Drehzahlen, speziell beim Hartdrehen. In der nunmehr vorgestellten Baureihe Spannfutter stehen vier Ausführungen mit 165, 220, 290 und 370 mm Aussendurchmesser zur Verfügung.

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Backen auf 2 µm wiederholgenau wechseln

Im Maschinenbau und bei Zulieferbetrieben ist es bisher üblich, die Spannbacken einmal genutzter Spannfutter zu überdrehen. Nur so lassen sich nach Ansicht der Fertigungstechniker die geforderten Genauigkeiten kleiner 5 µm beim Spannen unterschiedlicher Werkstücke einhalten. Das ist allerdings beim Spannfutter Triton-Plus nicht mehr erforderlich, wie Erwin Bohler, Leiter Entwicklung und CTO bei der SwissChuck AG, erläutert. «Durch die präzise Fertigung des Spannfutters bewegen wir uns bei einem Backenwechsel innerhalb von 2 µm. Damit ist der zeit- und kostenintensive Aufwand zum Überdrehen bei diesem Futter nicht mehr notwendig.»

Futterwechsel minimiert

Bestätigt hat sich die dauerhafte Wiederholgenauigkeit der Spannfutter und Spannbacken bei einem belgischen Zulieferer für Nutzfahrzeuge. Er fertigt ein grosses Spektrum an Bauteilen in Auftragslosen zu jeweils 10 bis 20 Werkstücken. Dazu musste er vormals wiederholt und sehr oft die Spannfutter wechseln. Dieses Teilespektrum wollte der Fertigungsbetrieb mit nur einem Spannfutter von Swiss­Chuck bewältigen. Es sind zum einen sehr dünnwandige, labile Bauteile, zum anderen auch bis 500 mm lange, dicke und stabile Wellen zu spannen. Wie Erwin Bohler berichtet, stelle das strenge Forderungen an die Technik des Spannfutters. «Zusätzlich forderte der Kunde, das sehr umfangreiche, werkstückspezifische Zubehör chaotisch, also für mehrere Futter übergreifend, und natürlich ohne nachzuschleifen wechseln zu können», führt Erwin Bohler weiter aus. Dem Spannzeughersteller Swiss­Chuck ist dies mit dem Spannfutter Triton-Plus gelungen. Der Zulieferbetrieb in Belgien fertigt damit seit geraumer Zeit das gesamte Spektrum an Bauteilen. Er hat die Rüstzeit deutlich verringert, die ehemals für den Wechsel der unterschiedlichen Spannsysteme und zum Ausrichten der Werkstücke erforderlich war. Zudem entfällt der Aufwand zum Nachschleifen der Backen.

Von spezifischen zu standardisierten Systemen

Der Spannmittelhersteller SwissChuck fokussiert auf spezielle Spannfutter. Etwa 70 Prozent der in Effretikon produzierten Spannfutter sind individuell und kundenspezifisch konzipiert und gefertigt. Dies betrifft auch die werkstückspezifischen Zubehörteile für das universelle Spannfutter Triton-Plus. Beim Spannen am Teilkreis eines Bauteils für Getriebe zum anschliessenden Schleifen oder Hartdrehen einer Bohrung benötigt man beispielsweise Basis- und Zwischenbacken, eine Führungsbuchse mit eingesetztem Spannelement und mit einstellbarem Schrägungswinkel sowie die Vorzentrierungen und die Axialanschläge. Die Basiseinheit wird der Spannmittelhersteller künftig als Standardmodul herstellen. Das sorgt dafür, dass Anwender besonders wirtschaftlich von den umfassenden Vorteilen dieser Futtertechnologie – hohe Präzision, minimierter Rüst- und Vorarbeitsaufwand, konstant hohe Spannkräfte, wartungsfreier Betrieb – profitieren können. - kmu - SMM

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