Swissmechanic Wirtschaftsbarometer Geschäftsklima in der MEM-Branche auf tiefstem Stand seit dreieinhalb Jahren

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Der Swissmechanic-Geschäftsklimaindex für KMU in der MEM-Branche rutscht im Oktober 2024 auf den tiefsten Stand seit Januar 2021. Ein weiterer Rückgang an Aufträgen und Margen, gepaart mit geringer Kapazitätsauslastung, prägen die aktuelle Lage. Bei rund einem Drittel der befragten Unternehmen kam es zu Personalabbau. In Anbetracht der gegenwärtigen Herausforderungen blicken die KMU-MEM pessimistisch in die Zukunft.

Swissmechanic-Geschäftsklimaindex für die KMU-MEM-Betriebe(Bild:  BAK Economics, Swissmechanic Quartalsbefragung)
Swissmechanic-Geschäftsklimaindex für die KMU-MEM-Betriebe
(Bild: BAK Economics, Swissmechanic Quartalsbefragung)

Das Geschäftsklima in der MEM-Branche hat sich im Herbst weiter abgekühlt, wie die jüngste Quartalsbefragung von Swissmechanic zeigt. Der Swissmechanic KMU-MEM-Geschäftsklimaindex rutscht im Oktober 2024 auf den niedrigsten Wert seit Januar 2021 ab. Der Pulsmesser der KMU-MEM liegt nun schon seit anderthalb Jahren im negativen Bereich. Lediglich 1 Prozent der Unternehmen bezeichnet das derzeitige Geschäftsklima als sehr günstig. Demgegenüber stehen 74 Prozent, die es als eher bis sehr ungünstig einschätzen.

Personalabbau bei jedem dritten KMU-MEM

Der Auftragsmangel bleibt auch weiterhin die grösste Herausforderung, gefolgt von den anhaltenden Belastungen durch den starken Franken. Insgesamt verzeichneten 60 Prozent der KMU im dritten Quartal 2024 Umsatzeinbrüche und beinahe gleich viele sinkende Margen. Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen liegt derzeit nur knapp über 80 Prozent. Hinzu kommt, dass bei fast einem Drittel der befragten KMU die Produktion nur noch für einen Zeitraum von maximal vier Wochen gesichert ist. Ein Drittel der Unternehmen musste im Vorjahresvergleich Personal abbauen. Bei einem Viertel fehlt es an Eigenmitteln für Investitionen.

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2024 bleibt schwierig, 2025 lässt vorsichtig hoffen

Für das Schlussquartal 2024 zeigen sich die KMU daher pessimistisch. Die Auslandsnachfrage bleibt die grosse Herausforderung. Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen geht von weiteren Rückgängen bei Aufträgen, Umsätzen und Margen aus. Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen gibt es gemäss Expertinnen und Experten für 2025 Anzeichen einer möglichen konjunkturellen Belebung. Sinkende Energiepreise und niedrigere Zinsen könnten der MEM-Branche im nächsten Jahr Impulse geben und zumindest eine leichte Erholung ermöglichen.

85. Delegiertenversammlung von Swissmechanic Schweiz

An der Delegiertenversammlung bekräftigte Swissmechanic Schweiz sein Engagement für die Anliegen der Schweizer KMU-MEM, insbesondere für die Grund- und Erwachsenenbildung der MEM-Berufe. Der Vorstand wie auch die Grund- und die Weiterbildungskommission erhielten neue Mitglieder.

Am 26. Oktober 2024 fand in der Kartause Ittingen (TG) die 85. Delegiertenversammlung von Swissmechanic Schweiz statt, dem agilen Verband der KMU-MEM-Industrie. In den 85 Jahren seines Bestehens ist der Verband stark gewachsen und hat sich mit dem Lauf der Technik weiterentwickelt. Die Grundwerte sind aber dieselben geblieben.

Präsident Nicola Roberto Tettamanti führt Swissmechanic seit 2022 agil und vernetzt in die Zukunft. Der Präsident betonte angesichts der zahlreichen Herausforderungen, insbesondere dem Fachkräftemangel und der Unternehmensnachfolge: «Wir haben alle dasselbe Ziel: unseren Werkplatz in der Schweiz zu sichern.»

Ein zentrales Thema war und ist die Berufsbildung und deren Weiterentwicklung in der laufenden Berufsrevision, deren operative Vorbereitungsphase dieses Jahr abgeschlossen wird. Sie wird sicherstellen, dass die Grundbildung der acht MEM-Berufe für junge Menschen attraktiv ist, zukunftsgerichtet mit der rasanten technischen Entwicklung schritthält und den Anforderungen der MEM-Betriebe entspricht.

Jürg Marti, Direktor von Swissmechanic Schweiz, erklärte: «Im nächsten Jahr geht es bei der Berufsrevision darum, die Umsetzung für das Roll-out im 2026 vorzubereiten – und dabei ist es wichtig, dass die Umsetzung KMU-tauglich ist, und unsere KMU weiterhin Lernende in hoher Qualität ausbilden können. So können wir sicherstellen, dass unser Werkplatz wettbewerbsfähig bleibt und auch weniger zentrale Wirtschaftsregionen starke Fachkräfte und starke KMU haben.»

Wahlen
Den aus dem Vorstand von Swissmechanic zurückgetretenen Ueli Meyer und Hansruedi Graf wurde für ihren grossen Einsatz gedankt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Pascal Degen, Sektionspräsident beider Basel sowie Inhaber und CEO der DERO AG.

Jan Sutter, Leiter Ausbildung bei Swissmechanic Solothurn, und Patrick Schlenker, Leiter der zentralen mechanischen Werkstatt im Biozentrum der University of Basel, wurden als neue Mitglieder der Grundbildungskommission gewählt.

Die Delegierten bestätigten Daniel Arn, Christoph Nägeli, Christian Gerlach und Matthias Zurbuchen als Mitglieder der Weiterbildungskommission. Neu in diese Kommission gewählt wurden Roger Portmann, Bildungsgangleiter am Weiterbildungszentrum (wbz) Lenzburg und Frédéric Grand, Dozent am Centre Valaisan de Perfectionnement Continu (CVPC). Dominik Spycher, Leiter Berufliche Weiterbildung am Bildungszentrum für Technik (BZT) Frauenfeld, engagiert sich neu als Gast in der Weiterbildungskommission.

Grussworte und Impulsreferat
Swissmechanic durfte in diesem Jahr Grussworte von Peter Bühler, Präsident Grosser Rat Thurgau, Walter Schönholzer, Regierungspräsident Thurgau, Martin Hirzel, Präsident Swissmem, und Urs Furrer, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband, entgegennehmen. Im Nachgang an die Delegiertenversammlung hielt Prof. Dr. Christoph Schaltegger, Direktor des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern, ein aufschlussreiches Referat zum Thema Sparen in der Bundespolitik.

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