Editorial SMM 03/2018 Gewohnheiten sabotieren den Fortschritt

Redakteur: Anne Richter

Nicht nur bei körperlicher Ertüchtigung verbraucht der Mensch Energie. Auch das Gehirn ist ein Energiefresser. Um Energie zu sparen, entwickelt der Mensch Gewohnheiten, so kann er ohne gross nachzudenken bequem durch den Tag kommen. Deswegen sind Veränderungen auch unwillkommen – ausser es winkt ein Vorteil.

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Anne Richter, Redaktorin Schweizer Maschinenmarkt
Anne Richter, Redaktorin Schweizer Maschinenmarkt
(Bild: Thomas Entzeroth)

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, denn Gewohnheiten sind ein Sparprogramm des Gehirns. Gewohnheiten ermöglichen es dem Menschen, seine alltäglichen Aufgaben ohne grosse Anstrengungen des Gehirns zu erledigen. Gewohnheiten führen aber auch dazu, dass der Mensch sich häufig lieber an das Alte klammert, anstatt für Neues offen zu sein. Gewohnheiten sabotieren sozusagen den Fortschritt. Trotzdem hat es der Mensch geschafft, sein Leben als Höhlenbewohner dauerhaft hinter sich zu lassen und stattdessen hohe Häuser zu bauen und in diesen mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten zu leben. Wir können uns heute in kürzesten Zeiten von einem Ort zum anderen bewegen und wir kommunizieren mit Menschen am anderen Ende der Welt. Über Generationen hinweg haben unsere Vorfahren immer wieder geliebte Gewohnheiten aufgegeben zugunsten von Neuerungen und Veränderungen, die mit grossen Anpassungsleistungen des Gehirns verbunden waren. Das funktioniert immer dann, wenn der Nutzen der Neuerung den Aufwand, Neues zu lernen, übersteigt. Wenn der Aufwand, das Gehirn neu zu programmieren, geringer ist als die zu erwartende Einsparung. Damit funktioniert die Industrie genau wie wir Menschen: Prozesse und Abläufe werden nur geändert, wenn es Vorteile bringt. Und Mitarbeiter ändern ihre Arbeitsweisen und Routinen nur dann nachhaltig, wenn sie von den Vorteilen der Veränderungen überzeugt sind. <<

Ihre Anne Richter, Redaktorin SMM

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