Suchen

Von der Komponente bis zur Systemlösung Hannover Messe: Industrielle Intelligenz erleben

| Redakteur: Silvano Böni

Themen wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen gewinnen innerhalb der vernetzten Industrie weiter an Bedeutung. Diese Entwicklung stellt auch die Hannover Messe mit dem Leitthema «Industrial Intelligence» ins Zentrum. Der Blick richtet sich dabei auch auf die Rolle des Menschen: Er ist es, der weiterhin die entscheidenden Impulse in der Fabrik der Zukunft geben soll.

Firmen zum Thema

Die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird ein grosses Thema an der Hannover Messe 2019 sein.
Die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird ein grosses Thema an der Hannover Messe 2019 sein.
(Bild: Hannover Messe)

Die Hannover Messe boomt. Vom 1. bis 5. April werden 6500 Unternehmen aus 75 Ländern zur Weltleitmesse der Industrie erwartet. Weltkonzerne, Mittelständler und Start-ups präsentieren ihre Komponenten, Prozess- und Systemlösungen für die Industrieproduktion und Energieversorgung der Zukunft. Aus den Bereichen der Automation, Robotik, Industriesoftware, Antriebs- und Fluidtechnik, Energietechnologien, Zulieferung sowie Forschung und Entwicklung sind alle führenden Unternehmen vertreten.

«Die Hannover Messe ist die weltweit einzige Plattform, auf der die Komponenten und Systeme des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Elektrotechnik mit den digitalen Technologien von Software- und IT-Unternehmen verschmelzen», sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. «Nur hier bekommen Besucher aus der produzierenden Industrie und der Energiewirtschaft einen umfassenden Blick in die industrielle Zukunft und finden die besten technischen Lösungen für ihre Unternehmen.»

Bildergalerie

Mehr als 100 Anwendungsbeispiele für maschinelles Lernen

In Zentrum steht in diesem Jahr das Leitthema «Industrial Intelligence». Die Messe geht damit voll im Trend, denn Industrieunternehmen machen sich zunehmend innovative digitale Technologien zunutze. Eine Hauptrolle spielen hier Machine Learning und künstliche Intelligenz, indem sie Daten unterschiedlicher Quellen verknüpfen, Fehler voraussehen und Probleme beheben. «Auf Basis von Daten ermöglicht KI eine fortlaufende Verbesserung der Prozesse«, so Köckler. «Daraus ergeben sich enorme Vorteile für Produktivität und Qualität.» Denn KI schafft Raum für neue Ideen: Das können bestehende Produkte sein, die um digitale Services erweitert werden, oder auch komplett neue Geschäftsmodelle.

Köckler: «Auf der Hannover Messe werden mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Machine Learning präsentiert. Das gibt es weltweit kein zweites Mal.»

Gezeigt werden Roboter, die Aufgaben in der Fabrik eigenständig lösen und ihr Wissen an andere Maschinen weitergeben. Oder KI-Systeme, die bei Reparaturmassnahmen detaillierte Instruktionen geben und den Techniker bei der Ausführung begleiten. Das System wird im Dialog mit dem Menschen immer besser, weil es mit jeder neuen Fragestel­lung und jedem Feedback weiter dazulernt.

Produkte an der Hannover Messe

Die Zukunft der Arbeit

Mit dem Leitthema «Industrial Intelligence» ist aber noch mehr gemeint als smarte Technologie: nämlich die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. «Wenn wir von den Vorzügen künstlicher Intelligenz sprechen, heisst das nicht, dass wir auf die menschliche Intelligenz verzichten könnten. Im Gegenteil», so Köckler. «Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Führung – mit diesen Eigenschaften wird der Mensch in Zukunft weiterhin die wichtigste Rolle in der Industrie spielen.»

Deshalb widmet sich die Hannover Messe auch der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Einen wesentlichen Beitrag wird hierzu der neue Kongress «Future of Work in Industry» leisten. Am 3. April kommen rund 300 Experten, Vordenker und Führungskräfte der Industrie zusammen, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikation und Organisation der Arbeit zu diskutieren – darunter Philosoph und Autor Richard David Precht, Siemens-Personalchefin Janina Kugel oder der «Human Cyborg» Ralf Neuhäuser.

Industrial Pioneers Summit

Zum Blick in die Zukunft gehört schliesslich auch die Frage, was eigentlich nach Industrie 4.0 kommt. Diese Frage ist von grösster Relevanz, wenn es darum geht, auch langfristig im globalen Wettbewerb mitzuspielen. Die Messe veranstaltet deshalb erstmals den Industrial Pioneers Summit – ebenfalls am Messedienstag. Dort wird über Digitalisierung, KI, Mensch-Maschine-Kollaboration und Plattform­ökonomie diskutiert. Eingeladen sind Vordenker und Innovationstreiber aus Industrie, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Es geht darum, Erkenntnisse, Meinungen und Theorien über Entwicklungen und Szenarien auszutauschen, um gemeinsam zu einer Vision für das Jahr 2025 zu kommen. SMM

(ID:45781533)