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SMTI 2016 Herausforderungen der Schweizer Medizintechnik

Autor / Redakteur: Kathrin Cuomo Sachsse / lic.rer.publ. Susanne Reinshagen

Mit einem konstanten Umsatzwachstum von jährlich rund sechs Prozent seit 2010 liegt die Schweizer Medizintechnik über der Entwicklung des BIP. Mit Frankenstärke, Regulierungsdruck und zunehmender Konkurrenz anderer Medizintechnikstandorte gibt es grosse Herausforderungen.

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Jonas Frey von Medical Cluster stellt die SMTI-Studie vor: Unternehmer der der Schweizer Medizintechnikbranche sehen die Standortstärken der Schweiz bedroht.
Jonas Frey von Medical Cluster stellt die SMTI-Studie vor: Unternehmer der der Schweizer Medizintechnikbranche sehen die Standortstärken der Schweiz bedroht.
(Bild: Swiss Medtech)

Nach wie vor präsentiert sich die Schweiz mit einer starken Medtech-Industrie: 2015 wurde ein Umsatz von CHF 14,1 Mrd. erwirtschaftet, was 2,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) und einem Plus von CHF 0,8 Mrd. gegenüber 2014 entspricht. Damit zeigte die SMTI seit 2010 ein konstantes Umsatzwachstum von jährlich rund sechs Prozent, was deutlich über dem BIP-Wachstum liegt. 2015 umfasste die Branche rund 1350 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister sowie Handels- und Vertriebsgesellschaften mit 54 500 Mitarbeitern – 1500 mehr als 2014. Diesem Wachstum stehen der wachsende Preis- und Regulierungsdruck sowie die Frankenstärke gegenüber. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen haben die Medtech-Unternehmen in den letzten Jahren strukturelle Anpassungen getätigt und weiter in die Optimierung der Prozess- sowie Kosteneffizienz investiert. Auch kann die Industrie heute noch von den Vorteilen des hiesigen Standorts profitieren, dessen Attraktivität aber vermehrt von anderen führenden Medtech-Standorten konkurriert wird. So sind v. a. der starke Schweizer Franken, die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform sowie die Masseneinwanderungsinitiative und der sich damit verschärfende Fachkräftemangel Unsicherheitsfaktoren für die CEOs hierzulande. Um die internationale Wettbewerbs- und Innovationskraft dieser Industrie zu erhalten, eine Abwanderung von Produktion und Forschung ins Ausland zu unterbinden und den Heimmarkt wieder zu stärken, gilt es, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dies sind die Quintessenzen der «Schweizer Medizintechnik Industrie (SMTI)»-Branchenstudie 2016, die auf der Befragung von gegen 350 Unternehmen sowie den daraus abgeleiteten Fakten basiert. Die Studie wird durch Swiss Medtech (Medical Cluster und Fasmed) gemeinsam mit der Helbling-Gruppe publiziert.

Die Standortvorteile der Schweiz sind nach wie vor gross. Laut der Analyse brilliert die Schweiz vor allem (noch) mit einem guten Zugang zu hoch qualifizierten Fachkräften, einem innovationsstarken Umfeld und einer relativ tiefen Unternehmenssteuer. Der Werkplatz konkurriert im weltweiten Wettbewerb vor allem mit Deutschland, Irland, den USA und Singapur. Zu diesen vier ausgewählten Standorten zieht die SMTI-Studie erstmals einen detaillierten Vergleich. Unsicherheitsfaktoren bedrohen die Standortstärken. Die anderen Medtech-Spitzenreiter, Singapur und Irland, können sich jedoch mit einer aktiven Investitionsförderungspolitik profilieren. Deutschland hebt sich mit seinen attraktiven volkswirtschaftlichen Voraussetzungen ab und die USA überzeugen vor allem mit ihrer Innovationskultur für die Medizintechnik. Nicht nur werden die anderen Länder immer stärker, sondern droht selbst den bisherigen Schweizer Standortvorteilen im internationalen Vergleich Gefahr: So sind die ungewisse Einführung der Unternehmenssteuerreform sowie die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und der sich damit verschärfende Fachkräftemangel bedeutende Unsicherheitsfaktoren für die CEOs hierzulande. -ari- SMM

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