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Ein Teil der Schweizer Industrie wird geopfert
Dennoch schwebt das Damokles-Schwert der Deindustrialisierung über dem Schweizer Industriestandort. In der aktuellen Umfrage zum 2. Quartal 2015 geben rund 19% der befragten Unternehmen an, in den kommenden Quartalen weiter Stellen abzubauen und rund 20% sprechen von Auslagerungen ins Ausland. Angesichts dieser Zahlen bräuchte es, nach Ansicht von Swissmechanic, dringend eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Schweizer Industriestandorts. Die Schweizer Industrie verfügt nicht über ein Konjunktur-, sondern über ein Strukturproblem. «Wir leben auf einer Hochpreisinsel und das wird noch länger so bleiben. Angefangen bei den Löhnen, über den Einkauf bis hin zu administrativen Aufwänden», sagt Swissmechanic-Direktor Oliver Müller. Die runden Tische der Wirtschaft von Bundesrat Schneider-Ammann, an denen auch Swissmechanic teilnimmt, sind ein erstes Signal. Dieses reicht jedoch nicht aus. Es braucht eine breite Diskussion, ist sich Swissmechanic-Präsident Roland Goethe sicher und ergänzt: «Ich bin enttäuscht von der Bundespolitik. Da kommt wenig bis gar nichts. Wir müssen davon ausgehen, dass ein Teil des Schweizer Industriestandortes geopfert werden soll. Wir fühlen uns im Stich gelassen.» Es sei höchste Zeit, über griffige Massnahmen zu diskutieren, andernfalls sei es vielleicht zu spät. Mögliche Massnahmen würden die Bereiche Steuern, Unterstützung von Forschung und Innovation, Aus- und Weiterbildung sowie die Exportförderung betreffen.
Lohnforderungen von Travail.Suisse deplatziert
Angesichts der aktuellen Situation beurteilt Swissmechanic die vom Dachverband Travail.Suisse geforderten Lohnforderungen von 0,5 bis 1,5%als deplatziert. Die Unternehmen müssen derzeit ihre Prozesse optimieren, um Kosten einzusparen und so die Verteuerung durch den Franken-Schock einigermassen aufzufangen. Vor diesem Hintergrund sind Lohnforderungen deplatziert. Am Ende muss aber jeder Unternehmer selbst entscheiden. Vom Franken-Schock stark betroffene Unternehmen versuchen derzeit alles, um die Arbeitsplätze zu sichern. <<
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