Swissmechanic Hohes Engagement in angespannter Lage

Redakteur: Susanne Reinshagen

Die Situation rund um den Franken-Schock präsentiert sich für die KMU in der MEM-Branche weiterhin angespannt. Der Schweizer Franken bleibt trotz Abschwächung massiv überbewertet. Der Branchenverband Swissmechanic zeigt sich enttäuscht über die fehlende öffentliche Diskussion und erwartet mehr Engagement von Bundesbern. Derweil geht der Abbau von Arbeitsplätzen und Auslagerungen von Produktionseinheiten weiter.

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Der Branchenverband Swissmechanic erwartet von der Politik mehr Engagement für den Industriestandort Schweiz.
Der Branchenverband Swissmechanic erwartet von der Politik mehr Engagement für den Industriestandort Schweiz.
(Bild: Swissmechanic)

Die derzeitige wirtschaftliche Situation präsentiert sich für viele KMU in der MEM-Branche (Maschinen-, Elektro- und Metall) angespannt. Die leichte Abschwächung des Schweizer Frankens ist zwar ein positives Signal, sorgt jedoch bei den stark exportierten KMU in der Branche kaum für Entspannung. Um den hohen Kostendruck und die vielerorts verschwundenen Margen auszugleichen, bedarf es mehr als einer kurzzeitigen Erholung sagt Oliver Müller, Direktor von Swissmechanic. «Wir sind noch weit von einem guten Kursverhältnis entfernt. Es wird oft vergessen, dass die Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit mit einem Kurs von 1.60 kalkulieren konnten. Die leichte Abschwächung des Frankens ist für betroffene Firmen ein Tropfen auf den heissen Stein». Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses mussten rund 2500 Stellen abgebaut werden. Bis Ende Jahr rechnet Swissmechanic mit bis zu 5000 Stellen allein bei den KMU in der MEM-Branche. Erste Resultate der derzeit laufenden Mitgliederumfrage zum 2. Quartal 2015 deuten darauf hin, dass weitere Stellen abgebaut oder Produktionseinheiten verlagert werden müssen. Damit sich die Lage entspannt, müsste sich Franken weiter abschwächen und der Kurs mittelfristig stabil bleiben. Auch ein Kurs von 1.10 würde nur bedingt helfen und nur gepaart mit einer mittelfristigen Stabilität, ist man bei Swissmechanic überzeugt.

Jetzt-erst-recht-Stimmung

Unter den Mitgliedsunternehmen gibt es grosse Unterschiede. Einige von ihnen halten sich gut am Markt und andere kämpfen im Moment ums Überleben. Die seit Jahren sinkenden Margen bereiten jedoch allen Unternehmen Sorgen. «Wir sind froh über jene Unternehmen, denen es gut geht. Sie sorgen für einen positiven Schub und motivieren andere weiterzukämpfen», sagt Roland Goethe, Präsident von Swissmechanic. Innerhalb des Verbandes ist gemäss Verbandsdirektor Oliver Müller nebst Skepsis auch eine grosse Dynamik zu spüren. «Es gibt nicht wenige Unternehmer, die positiv in die Zukunft blicken und sich intensiv für den Werkplatz Schweiz einsetzen.» Man spüre bei ihnen eine regelrechte «Jetzt-erst-recht»-Stimmung.

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