Interview mit Rudi Heim, Geschäftsführer der Kifa AG «Holz ist die Grundlage unseres Schaffens»

Autor: Silvano Böni

Seit fast 100 Jahren ist die KIFA AG erfolgreich in den Bereichen Verpackung und Bau unterwegs. Geschäftsführer Ruedi Heim erläuterte im Gespräch mit dem SMM, wie diese beiden unterschiedlichen Bereiche zusammenpassen und warum er trotz des SNB-Entscheids nicht schwarzsieht.

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«Die Natürlichkeit des Holzes und die Nachhaltigkeit des wieder nachwachsenden Produktes sind Aspekte, die mir auch persönlich sehr zusagen.» Ruedi Heim, Geschäftsführer der KIFA AG.
«Die Natürlichkeit des Holzes und die Nachhaltigkeit des wieder nachwachsenden Produktes sind Aspekte, die mir auch persönlich sehr zusagen.» Ruedi Heim, Geschäftsführer der KIFA AG.
(Bild: SMM)

SMM: Die Firma KIFA ist stark, wenn es ums Verpacken geht, aber auch der System- und Innenausbau gehört zu den Stärken. Kisten und Gebäude … wie passt das zusammen?

Ruedi Heim: Unsere beiden Bereiche «Systembau» und «Verpackungen» haben vielleicht auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Schaut man aber etwas genauer hin, sind viele Parallelen zu erkennen. Unser Grundmaterial ist der natürliche Rohstoff Holz. Die Anforderungen in beiden Bereichen sind zudem sehr hoch, wenn man sich zum Ziel gesetzt hat, zu den Besten im Markt zu gehören. Auch bei der Infrastruktur lassen sich Synergien erkennen: Von der Planung, die vollständig auf dem Computer in 3D-Programmen erfolgt, werden die Daten direkt auf die Produktionsanlagen geschickt. Dort wird gefräst, geschnitten, gebohrt – bis entweder eine komplexe Verpackung oder ein moderner Holz-Systembau entsteht. Die höhere Auslastung der Maschinen, wenn wir für beide Bereiche produzieren, kommt natürlich als weiterer Pluspunkt dazu.

Bei Ihnen dreht sich alles um Holz. Welche besondere Beziehung haben Sie zu diesem Werkstoff?

R. Heim: Holz ist die Grundlage unseres Schaffens, auch geografisch bedingt. Wir sind hier im Hinterthurgau ansässig, auch Tannzapfenland genannt, mit viel Wald um uns herum. Die Natürlichkeit des Holzes und die Nachhaltigkeit des wieder nachwachsenden Produktes sind zwei Aspekte, die mir auch persönlich sehr zusagen. Zudem bietet Holz als Werkstoff hervorragende Eigenschaften, die wir mit unserem Know-how und unseren Anlagen optimal ausnutzen können. Heutzutage, besonders im Systembau, binden wir aber auch andere Materialen wie Stahl oder Beton mit ein.

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Sie haben das Thema Nachhaltigkeit angesprochen. Wie sieht es da bei Verpackungen aus? Diese sind ja meistens Einwegverpackungen …

R. Heim: Es gibt beides. Einwegverpackungen zum einmaligen Gebrauch waren früher Standard. Heutzutage ist der Trend zu Mehrwegverpackungen aber deutlich zu spüren. Gerade Pendelverpackungen, die von verschiedenen Herstellern zum Auftraggeber gelangen, sind hier gefragt. Unterteilt in verschiedene Fächer und Gefässe, hat jedes Teil seinen Platz und der Mitarbeiter sieht sofort, ob die Ware vollständig ist oder doch noch etwas vergessen ging. In solchen Anwendungen lohnen sich Mehrwegverpackungen natürlich.

Was gibt es zu beachten für die richtige Verpackung, was sind die Schwierigkeiten?

R. Heim: Das breite Spektrum unseres Angebots ist oft eine Herausforderung. Von der komplexen Verpackung in der Stückzahl eins bis hin zur Serienverpackung bieten wir alles an. Was sich nicht unterscheidet, ist der Anfang eines Projekts. Hier gilt es, dem Kunden zuzuhören, die Bedürfnisse zu erfassen und dann nach einer detaillierten Planung in die Produktion zu gehen. Dabei spielen viele Faktoren in die Art und Weise der Verpackung hinein. Beispielsweise das Transportgut, Ausmasse, Transportweg oder Klima. All diese Faktoren werden von Anfang an berücksichtigt, um das Transportgut sicher zu verpacken. Insbesondere die klimatischen Bedingungen oder auftretende Beschleunigungskräfte sind eine Herausforderung, die mit speziellen Schutzverpackungen oder Dämpfungselementen aus Schaumstoff gemeistert werden.

Spüren Sie die Auswirkungen des SNB-Entscheids zur Aufhebung des Mindestkurses bereits? Sie als Verpackungsunternehmen bekommen das wahrscheinlich relativ früh zu spüren, wenn der Industriemotor stottert …

R. Heim: Sicherlich sind wir nicht erfreut über diesen Entscheid, da viele unserer Kunden im Exportbereich tätig sind. Durch den hohen Grad an Wertschöpfung in der Produktion sind wir natürlich besonders stark von Währungsschwankungen betroffen. Und nicht zuletzt fallen bei uns die Lohnkosten in Schweizer Franken an. Daher ist es logisch, dass wir die Auswirkungen schnell und heftig spüren. In solchen Momenten zeigt es sich aber erst, ob man gut aufgestellt und konkurrenzfähig ist. Dank systematischer Optimierungen der Arbeitsprozesse und grosser Investitionen in neuste Anlagen gelingt es uns aber, fit und flexibel zu bleiben. Das hilft uns, dass wir für unsere Kunden eine interessante Preisstruktur anbieten können. Euro hin oder her.

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Über den Autor

 Silvano Böni

Silvano Böni

Stv. Chefredaktor, Vogel Communications Group AG