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Der erste Test war erfolgreich
Beim ersten Versuch wagte man sich gleich an ein Kundenteil aus Feinkorn-Hartmetall mit 9 % Cobalt und einer Härte von 91,5 HRa. «Wir waren alle etwas nervös, als wir mit dem Versuch begannen, schliesslich wollten wir keinen Schaden an der Spindel riskieren. Als aber unser Kern wie gewohnt summte, als sei eine Biene im Anflug, wussten wir, das passt!», führt Martin Bräm weiter aus. Noch erstaunlicher war, was man nach Ende dieses ersten Versuchs sah: Späne! Zwar winzig klein (0,25 mm lang und 0,003 mm dick), aber doch ganz klar unter dem Mikroskop zu erkennen – Späne.
Dann ging es in eine zweite Versuchsreihe mit einem definierten Testteil aus einem Normalkorn-Hartmetall mit 10 % Cobalt (typische Korngrösse 2 µm und Härte 89,9 HRa): Man wollte eine Form bearbeiten, die für alternative Bearbeitungstechnologien (Schleifen, Erodieren oder Laser) eine echte Knacknuss darstellt: Unterschiedlich tiefe Taschen, freistehende Formen und ein grosser Materialabtrag. «Das Spezielle an der definierten Form war, dass wir die Innenform ins Volle frästen, und zwar im 3-Achs-Modus, also senkrecht einstachen. Wir wollten das Ganze ausreizen», meint Martin Bräm schmunzelnd.
Der echte Härtetest stand noch bevor
Da ein echter Härtetest gefordert war, hat man das etwas spezielle Vorgehen gewählt, die Kontur mit ein und demselben Werkzeug (2-mm-Kugelfräser) zu schruppen und zu schlichten. Mit der definierten Testgeometrie sollten folgende Punkte festgestellt werden:
- Oberflächengüte
- Konturgenauigkeit
- Bearbeitungszeit
- Verschleiss am Fräswerkzeug
Insbesondere die Punkte Konturgenauigkeit und Kantenfestigkeit interessierten die Fertigungsprofis, da hier die möglichen Schwachpunkte des HSC-Fräsens von Hartmetall vermutet wurden. Wie würde sich das spanende Bearbeiten von grossen und kleinen Innen- und Aussenradien sowie vor allem von scharfen Aussenkanten auf die Qualität auswirken?
Nachdem die ersten Versuche am Kundenteil gleich auf Anhieb passten, war man auch für den zweiten Versuch zuversichtlich. Gleich beim zweiten Anlauf passten alle Faktoren. «Durch die vorgängige Klimatisierung der Abteilung stand die Z-Achse der Kern-Maschine wie angenagelt, das Werkzeug verhielt sich extrem stabil. Die minime Veränderung der Oberfläche des Kugelfräsers konnten wir mittels unseres Kern-µm-view-Analysegerätes feststellen», so die Fertigungsprofis der Gebr. Bräm AG.
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