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Citizen Open House 2020 Hybridmaschine und kurze Späne

| Redakteur: Anne Richter

Citizen Machinery Europe hat in seiner Niederlassung Süd in Villingendorf in Baden-Württemberg zum Open House eingeladen und zeigte mit dem LFV-Verfahren und einer neuen Hybridmaschine Neuheiten, die das Unternehmen an der EMO in Hannover präsentiert hat.

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Mit einem grossen Werkzeugarsenal besticht die Cincom M32.
Mit einem grossen Werkzeugarsenal besticht die Cincom M32.
(Bild: Citizen Machinery Europe)

Die Dreherwelt rotiert im südwestlichen Baden-Württemberg intensiver als woanders: Dort wird Metall aller Arten in Form gebracht – für die unterschiedlichsten Branchen und Einsatzzwecke. Da liegt es nahe, dass Citizen seine Niederlassung Süd möglichst zentral bei seinen Kunden platziert. «Gerade wenn ihre Anwendungen sehr speziell sind, möchten sich potenzielle Anwender gerne im Vorfeld von der Leistungsfähigkeit unserer Drehmaschinen überzeugen. In Villingendorf steht ihnen dafür ein Showroom für aktuelle Produkte sowie die ‹Veredlungshalle› für Zerspanungstests und Produktschulungen zur Verfügung. So lassen sich meistens schon das Maschinenmodell und die nötigen Optionen definieren», erläutert Markus Reissig, Geschäftsführer der Citizen Machinery Europe GmbH.

Zur EMO 2019 präsentierte Citizen dann auch eine grosse Menge an Maschinen, die mit aktueller und auf Kundenbedürfnisse abgestimmter Technologie aufwarten. «Wir haben so viele Innovationen in die neuen Modelle gepackt, dass Anwender damit in den kommenden Jahren ideal aufgestellt sind, wenn es um zukunftsweisende Produktion geht», so M. Reissig. Da spielen nicht zuletzt die patentierte LFV-Technologie oder eine Laser-Dreh-Hybridmaschine wie die Cincom L20 entscheidende Rollen.

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Späne kurz und klein geknackt

Beim LFV, dem «Low frequency vibration cutting», erzeugen die Antriebe der bearbeitenden Achsen oszillierende Bewegungen in X- oder Z-Richtung, die mit der Spindeldrehzahl synchronisiert werden. Während einer Spindelumdrehung gibt es Richtungsänderungen der bewegten Achse. Durch diese Richtungsänderungen entstehen sogenannte «Air-cuts», die die Späne dann definiert brechen. Wie lang die Späne sein sollen und dürfen, lässt sich im Programm durch die Veränderung der Frequenz einfach bestimmen.

Mit der Einführung von insgesamt drei LFV-Modi kann sich der Anwender seine Späne so «designen», wie es die Applikation gerade verlangt. «Sind besonders feine Späne gewünscht, greift Modus 1. Er gibt die Anzahl der Vibrationen in einer Spindel­umdrehung an. Bei Modus 2 wird die Anzahl der Spindelumdrehungen pro Vibration angegeben, zum Beispiel, wenn hohe Umfangsgeschwindigkeiten für die Fein- oder Tiefenbearbeitung mit schmalem Durchmesser verlangt sind. Besonders gut kommt auch unser Modus 3 an, denn der rettet so manches Gewinde, da er auch während des Gewindedrehens die Späne bricht», erläutert Anwendungstechniker Michael Neitzel. Am Open House waren neue LFV-Modelle zu sehen, darunter sowohl Cincom-Langdreher als auch Kurzdrehmaschinen von Miyano. «Aus den Gesprächen mit unseren Kunden konnten wir ziemlich genau feststellen, welche Maschinen am Markt noch fehlten. Darauf haben wir unser Portfolio an LFV-Modellen ausgerichtet und treffen mit dieser breiten Auswahl voll ins Schwarze», so Sascha Gersmann, Leitung Marketing bei Citizen.

Hybrid: Laserschneiden und Präzisionsdrehen kombiniert

Selbst wenn beispielsweise moderne Smartphones immer grösser werden, steckt in ihnen doch feinste Mikrotechnologie. Oftmals wird für die Komponenten gedreht oder gefräst. Dann kommen µm-genaue Mikrowerkzeuge zum Einsatz, die jedoch auch früher oder später an ihre fertigungstechnischen Grenzen geraten. Für solche Fälle gibt es die Lasertechnik, mit der sich unter anderem ultrafeine Stege in beispielloser Präzision herstellen lassen. Verlangt ist so etwas unter anderem in der Automobilindustrie für Filterpatronen, in der Medizintechnik für arthroskopische Instrumente oder in der Luft- und Raumfahrt.

Damit der gewonnene Produktionsvorteil nicht durch zeitraubendes Umrüsten zunichtegemacht wird, entwickelte die Citizen Machinery Europe GmbH eine Hybridmaschine und kombiniert darin Präzisionsdrehen und Laserschneiden. «Als passende Grundlage eignete sich die Cincom L20 an, da sie für komplexe 3D-Fräsoperationen entworfen war und sich anbot, mit der Lasertechnologie ‹gepimpt› zu werden. Sie arbeitet feinste Stege, kleine Radien oder biegsame Wellen aus Rohren mit maximal 2 mm Wandstärke heraus. Präzision und enorme Reproduzierbarkeit gehen dabei Hand in Hand, vor allem, weil sämtliche Teilprozesse auf einer Maschine stattfinden – ohne Umrüsten», ergänzt Michael Neitzel, Anwendungstechniker und Laser-Experte bei Citizen. Derzeit lässt sich jede Citizen-Maschine ab einem Bearbeitungsdurchmesser von 20 mm mit der Lasereinheit bestücken. «Aber wir arbeiten schon an Varianten für kleinere Durchmesser», verrät Neitzel.

«Gut, wenn ein Unternehmen Zugriff auf ein gut eingespieltes Team aus Spezialisten in den verschiedensten Fachgebieten hat – wie wir bei Citizen. So schaffen wir es, die anstehenden Anforderungen in der Automobil-, der Energie- oder Medizintechnikindustrie mit passgenauen Drehmaschinen- und Hybridlösungen abzubilden.

Von daher schauen wir mit gelassener Spannung auf die kommenden Monate, denn das nötige Rüstzeug und die Basis für weitere Entwicklungen haben wir bereits im Gepäck», so Markus Reissig zuversichtlich. - ari - SMM

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