CTI Swiss Medtech Award 2017 Impfprodukt gegen Krebs gewinnt CTI Swiss Medtech Award

Redakteur: Peter Reinhardt

Es ist schon lange bekannt, dass Wirkungsverstärker die Behandlung von Tumoren mit Krebsimpfstoffen optimieren. Nur: Wie kommen die Booster optimal in den Körper? Mit biokompatiblen Hohlfaserkapseln. Diese Idee wurde nun mit dem CTI Swiss Medtech Award ausgezeichnet.

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann (l). bei der Preisverleihung an Vertreter von Maxivax und den Universitätsspitälern Genf zusammen mit Gabor Szeleky (r.) von CTI – Commission für Technologie und Innovation, der Trägerin des Awards.
Bundesrat Johann Schneider-Ammann (l). bei der Preisverleihung an Vertreter von Maxivax und den Universitätsspitälern Genf zusammen mit Gabor Szeleky (r.) von CTI – Commission für Technologie und Innovation, der Trägerin des Awards.
(Bild: Tom Kawara / Swiss Medtech)
  • Kleine biokompatible Hohlfaserkapseln werden unter die Haut implantiert
  • Live-Voting der 600 Anwesenden auf dem Swiss Medtech Day 2017
  • Medizintechnik ist und bleibt ein wichtiges Standbein der Schweizer Wirtschaft

Die Maxivax SA hat gestern Abend im Rahmen des Swiss Medtech Day den mit 15.000 Schweizer Franken dotierten CTI Swiss Medtech Award 2017 gewonnen. Ausgezeichnet wurde das Biotech-Unternehmen für die gemeinsame Entwicklung einer biokompatiblen Hohlfaserkapsel mit den Universitätsspitälern Genf. Das neue Impfprodukt soll das Immunsystem von Krebspatienten gegen die eigenen Tumorzellen stärken. Den Preis überreichte Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann vor rund 600 Teilnehmenden im Kursaal Bern.

Bundesrat Schneider-Ammann und Gábor Székely, Kommissionsmitglied KTI und Head CTI Medtech, überreichten Dr. Dimitri Goundis von Maxivax und Prof. Dr. Nicolas Mach von den Universitätsspitälern Genf den Siegerstein und den symbolischen Schecks über 15.000 Franken. „Alle drei nominierten Projektteams hätten den Preis verdient. Sie treiben mit ihren Ideen und Entwicklungen den Fortschritt ihrer Branche voran und tragen dazu bei, dass die Medizintechnik ein wichtiges Standbein der Schweizer Wirtschaft ist und bleibt“, würdigte Schneider-Ammann in seiner Ansprache die Nominierten. Das Siegerprojekt wurde am Swiss Medtech Day 2017 von den rund 600 Anwesenden aus der Medtech-Forschung und -Industrie per Live-Voting gewählt.

Kapseln stärken kontinuierlich die Immunabwehr

Es ist schon lange bekannt, dass Wirkungsverstärker die Behandlung von Tumoren mit Krebsimpfstoffen optimieren. Nur: Wie kommen die Booster optimal in den Körper? Das Problem schien lange Zeit unlösbar, bis Mach vor einigen Jahren die Idee hatte, genetisch reprogrammierte und verkapselte Zellen zur Verabreichung des Wirkstoffs einzusetzen. Um den Wirkungsverstärker GM-CSF zu produzieren, werden menschliche Zellen genetisch reprogrammiert. Die Zellen werden in eine kleine biokompatible Hohlfaserkapsel abgefüllt, die unter der Haut implantiert wird, den Verstärker kontinuierlich zuführt und die Immunabwehr stärkt.

Studien zeigen, dass die Therapie sicher, gut verträglich und wirksam ist, besonders bei Patienten mit einem robusteren Immunsystem. Nun wird das Impfprodukt MVX-Onco-1 in einer Studie mit 40 Patienten mit Kopf-Hals-Krebs an vier bis fünf Spitälern erforscht. „MVX-Onco-1 ist personalisierte Medizin und hat das Potenzial, alle Krebsarten zu bekämpfen“, erklärt Mavivax-CEO Goundis. Das Unternehmen prüft nun weitere Wirkungen der neuen Therapie und Zusammenarbeiten mit grossen Pharmafirmen.

Revolution in der gesicherten Gangtherapie

Ebenfalls für den CTI Swiss Medtech Award 2017 nominiert waren zwei weitere vielversprechende Projekte: das neue Rehabilitationssystem für die gesicherte Gangtherapie „The Float“ von der Uniklinik Balgrist, der Universität Basel und der Firma Lutz Medical Engineering AG. Bei diesem System sind neurologische oder orthopädische Patientinnen und Patienten über einen Entlastungsgurt mit dem Float verbunden, haben dadurch freie Arme und Beine – und die Therapierenden einen freien Blick auf das Geschehen. Im klinischen Betrieb wird das System nun noch weiter perfektioniert.

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