Interview mit Guillaume Dubois, Leiter der Business Unit Industry von Schneider Electric «Industrie 4.0 ist eine Chance für die Schweiz»

Autor: Silvano Böni

Wie kann der Werkplatz Schweiz gestärkt werden? Guillaume Dubois, Leiter der Business Unit Industry von Schneider Electric Schweiz, ist der Meinung, dass die Industrie-4.0-Initiative der Schlüssel dazu ist. Nur durch Digitalisierung würde der hiesige Werkplatz wettbewerbsfähig bleiben. Im Zuge des Interviews unterhielten wir uns zudem über die Gefahren der vernetzten Welt und was Schneider Electric dazu beitragen kann, die Welt ein wenig besser zu machen.

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«Man kann sich auch nicht vor der Digitalisierung verschliessen.» Guillaume Dubois, Leiter Business Unit Industry, Schneider Electric.
«Man kann sich auch nicht vor der Digitalisierung verschliessen.» Guillaume Dubois, Leiter Business Unit Industry, Schneider Electric.
(Bild: SMM)

SMM: Herr Dubois, Sie haben nun seit einigen Monaten die Leitung der Business Unit Industry von Schneider Electric Schweiz. Wie sind Sie gestartet?

Guillaume Dubois: Ich bin sehr gut gestartet. Ich habe hier ein starkes und kompetentes Team, das es mir einfach gemacht hat, mich einzuleben. So macht das Arbeiten natürlich Spass. Wir möchten hier im Schweizer Markt etwas bewegen und gemeinsam mit unseren Kunden wachsen. Darauf freue ich mich.

Die Voraussetzungen waren nicht die besten. Der starke Franken macht die Situation für die hiesige Maschinenindustrie schwierig. Wie sehen Sie die Situation?

G. Dubois: Das ist wahr, die Startbedingungen waren nicht optimal. Diese Situation ist eine grosse Herausforderung für die Schweizer Industrie, aber auch für uns. Viele Maschinenhersteller denken darüber nach, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Das wäre für den Werkplatz Schweiz nicht gut. Nichtsdestotrotz ergeben sich aus der Situation auch Chancen. Hiesige Unternehmen müssen die Produktivität und Effizienz steigern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Genau da können wir mit unseren Produkten helfen, diese Ziele zu erreichen.

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Sie waren bereits in Frankreich und Deutschland tätig, nun in der kleinen, überschaubaren Schweiz. Was fällt auf, wenn man diese drei Märkte vergleicht?

G. Dubois: Es gibt viele Berührungspunkte der drei Länder. Alle sind maschinenbau­orientiert mit hohem Exportanteil und sind innovationsgetrieben. Es sind Länder, die den Trend der Digitalisierung und Vernetzung unterstützen und vorantreiben. Frankreich und Deutschland haben durch den Euro weniger mit der Währungssituation zu kämpfen, dafür ist der Schweizer Markt überschaubarer. Das hebt sich also auf, alle Märkte haben ihre Vor- und Nachteile.

Welche Stärken hat denn insbesondere der Werkplatz Schweiz?

G. Dubois: Nach vier Monaten habe ich erst einen kleinen Einblick erhalten. Die Schweiz ist aber weitherum bekannt für eine gute Bildung, eine hohe Innovationskraft und Produktivität sowie eine sehr gute Infrastruktur. Ausserdem habe ich das Gefühl bekommen, dass die Schweiz sehr gut vorbereitet und aufgestellt ist, um die Gedanken von Industrie 4.0 schnell und vor allem gut umsetzen zu können.

Sie erwähnen Industrie 4.0. Welche Chancen sehen Sie durch diese Initiative für die Schweiz?

G. Dubois: Eine grosse Chance. Eine Verbindung und Vernetzung von Maschinen und Prozessen führt zu einer effizienteren Produktion und somit einer kürzeren Time-to-Market. Frühere Ideen zur Vernetzung scheiterten oftmals an der Technologie. Heutzutage besitzen wir die Technik dazu. Der Markt hat diese leider zum Teil noch nicht umgesetzt, die Industrie tut sich schwer damit. Wenn wir in unser Privatleben schauen, sieht die ganze Situation völlig anders aus. Praktisch jeder besitzt ein Smartphone, Tablet oder ein anderes intelligentes, vernetztes Gerät. Wir als Anbieter müssen den Kunden helfen und zeigen, welchen Nutzen und welche Vorteile sie von der Digitalisierung in der Industrie haben. Nämlich eine enorme Produktivitätssteigerung.

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Über den Autor

 Silvano Böni

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Chefredaktor at - Aktuelle Technik, Vogel Communications Group AG