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SM: Swissmechanic hat sich in der Vergangenheit eine gesamtschweizerisch führende Position in der Berufsbildung erarbeitet. Wie aus Ihren Jahreszielen herausgeht, muss der Verband seine Schwerpunkte vermehrt in eine Imageverbesserung als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband und in eine offene Kommunikation gegenüber Sektionen und Mitgliedern setzen. Welche Verbesserungsmassnahmen konnten Sie in den ersten Monaten bereits umsetzen?
O. Müller: In den letzten Monaten sind wir vermehrt aktiv auf unsere Sektionen zugegangen. Die Geschäftsleitertagung und die Präsenz an den meisten Generalversammlungen der Sektionen soll die Bereitschaft der Dachorganisation dokumentieren, einerseits unsere Anliegen aufzuzeigen und andererseits noch stärker auf die Anliegen und Bedürfnisse der Sektionen einzugehen. Ich glaube, dieses Vorgehen wurde im Allgemeinen gut aufgenommen, und ich hoffe, dass wir dies so auch in Zukunft gemeinsam in einer für beide Seiten dienlichen Arbeit fortsetzen können.
SM: Eine weitere Stossrichtung sehen Sie insbesondere auch in der Stärkung der Politischen Kommission bei der Wahrnehmung verbandspezifischer Anliegen. Können Sie uns sagen, ob diesbezüglich erste Aktivitäten eingeleitet werden konnten?
O. Müller: Zum Zeitpunkt liegen noch keine konkreten Massnahmen vor, die bereits umgesetzt werden konnten. Wir stellen jedoch erfreut fest, dass unsere Stellungnahmen oder Äusserungen bei Interviews in den Medien wahrgenommen werden. So ist es uns gelungen, in der Vergangenheit einige Male prominent in der Presse erwähnt zu werden. Sogar das Fernsehen berücksichtigt vermehrt auch die Anliegen unserer KMU-Betriebe und verhilft uns so zu vermehrter Publizität in der Politik und bei der Bevölkerung.
Unsere Hauptaufgabe sehe ich jedoch in einem vermehrten Engagement in zwei der drei grossen Dachorganisationen, dem Schweizerischen Gewerbeverband und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband. Unsere Anliegen müssen dort in den entsprechenden Kommissionen und Arbeitsgruppen vermehrt massgeblich einfliessen. Dort wird die Basis für neue Gesetze, Verordnungen oder Regulierungen vorbereitet, damit sie anschliessend in einen politischen Prozess übergeführt werden können. Um in diesen Gremien aktiv mitzutun, wird es unerlässlich sein, dass wir uns in unserer Organisation mit dem notwendigen qualifizierten Personal verstärken. Ein entsprechender Antrag des Vorstandes zu Handen der Delegiertenversammlung ist in Vorbereitung, um die erforderlichen Mittel zu erhalten, die notwendigen Kapazitäten aufzubauen.
SM: Ein langjähriges Dauerthema war die Wahrnehmung der Interessen unserer Mitglieder im Zusammenhang mit der Allgemeinverbindlichkeit von Gesamtarbeitsverträgen. Konnten diesbezüglich Fortschritte erreicht werden?
O. Müller: Die mehrjährigen Differenzen mit der SMU (Schweizerische Metallunion) konnten bereinigt werden, und wir haben heute ein einvernehmliches Verhältnis zu dieser Organisation. Bei Unternehmen, welche die Unterstellung unter einen GAV ablehnen oder dort, wo Abgrenzungsprobleme innerhalb der Tätigkeiten einer Firma bestehen, wird die Situation vorgängig mit dem SMU besprochen, bevor ein Unternehmen aus einem GAV herausgelöst respektive ihm unterstellt wird. Dieses Vorgehen erachte ich gegenüber der vorherigen Situation als wesentlichen Fortschritt.
In Verbindung mit den flankierenden Massnahmen stellen wir eine zunehmend aggressivere Haltung der Gewerkschaften fest, die möglichst alle Unternehmen einem allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertag unterstellen möchten. Swissmechanic wird sich in Zukunft weiterhin und verstärkt dafür einsetzen, dass die staatlichen Kontrollen des Arbeitsmarktes zu Lasten der Unternehmen nicht weiter ausgebaut werden.
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