Suchen

Swisstech/Prodex Jedes Teil ein Unikat

Redakteur: Anne Richter

Die Grundlagenforschung im engeren Sinne ist die Aufstellung, Nachprüfung und Diskussion der Prinzipien einer Wissenschaft. Genau das wird am Institute of Science and Technology Austria betrieben. Dass es dabei zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Experimenten kommt, ist wohl einleuchtend. Dass dabei die mechanische Fertigung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, wohl weniger. Die Picomax 56 Top von Fehlmann erfüllt die Voraussetzungen des IST Austria punktgenau.

Firmen zum Thema

Prototypen, Einzelteil und Kleinserien: Das Fertigungsspektrum am IST Austria ist breit gefächert und bringt täglich neue Herausforderungen. Präzision und höchste Flexibilität sind dabei Voraussetzung.
Prototypen, Einzelteil und Kleinserien: Das Fertigungsspektrum am IST Austria ist breit gefächert und bringt täglich neue Herausforderungen. Präzision und höchste Flexibilität sind dabei Voraussetzung.
(Bild: Robert Fraunberger, X-Technik)

Das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) im niederösterreichischen Klosterneuburg ist ein multidisziplinäres Forschungsinstitut, das sich der Grundlagenforschung widmet. Speziell wird in den Gebieten der Computerwissenschaften, Mathematik, Physik, Zell- und Entwicklungsbiologie und der Neurowissenschaften geforscht.

Vielfältige Unterstützung

Die langfristige finanzielle Realisierbarkeit des IST Austria basiert auf vier Quellen: öffentliche Finanzierung, internationale und nationale Forschungsförderung, Technologielizenzierung und natürlich Spenden. Für einen Zeitraum von 20 Jahren von 2007 bis 2026 stellt die österreichische Bundesregierung insgesamt bis zu 1,28 Milliarden Euro zur Verfügung. Zwei Drittel dieses Budgets sind garantiert, während das übrige Drittel von leistungsabhängigen Kriterien wie der Einwerbung von externen Drittmitteln abhängt. Das Land Niederösterreich trägt zur Finanzierung der Bautätigkeit und der Campuserhaltung ein Gesamtbudget von 510 Millionen Euro von 2007 bis 2026 bei.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Mechanische Fertigung als Problemlöser

Die Grundlagenforschung dreht sich zumeist um Theorien und ihre Überprüfung durch Experimente. Um Neues zu entdecken, muss man quasi auch Neues ausprobieren. Daher benötigen die Wissenschaftler immer wieder neue, am Markt zumeist nicht verfügbare Gerätschaften für ihre Experimente. Um hier möglichst flexibel und auch autark zu sein, war schnell klar, dass man am IST Austria auch eine mechanische Werkstatt benötigt. Umso mehr als die Wissenschaftler oft nur Skizzen ihrer Experimente anfertigen – einen quasi fertigen Plan gibt es meistens nicht.

Die Werkstatt unter der Leitung von DI. Mag. Dr. Todor Asenov dient daher als Berater, Problemlöser und flexibler Lohnfertiger von zumeist Prototypen, Einzelstücken (in seltenen Fällen auch Kleinserien) und fertigen Experimentalaufbauten. «Die Wissenschaftler kommen oft nur mit Handskizzen zu uns und wollen möglichst schnell ein fertiges System. Viele der für diese Experimente benötigten Teile und Komponenten sind am freien Markt nur schwer und wenn, dann nur mit entsprechender Lieferzeit, erhältlich», beschreibt Asenov die Situation und ergänzt: «Da es sich bei vielen Experimenten (Anm. Neurowissenschaften) um sehr sensible Versuche handelt, muss die Genauigkeit der gefertigten Teile äusserst hoch sein.» Da es seitens der Wissenschaftler sehr oft zu Änderungswünschen kommt, sind Flexibilität und Schnelligkeit weitere wichtige Kriterien. Bearbeitet werden dabei die unterschiedlichsten Materialien – von Aluminium über Edelstahl bis hin zu verschiedensten Kunststoffen.

Mittlerweile hat sich der «Machine Shop» am IST Austria mit sieben Mitarbeitern und verschiedenen Werkzeugmaschinen zu einem kleinen Betrieb mit einer eigenen Lehrlingsausbildung gemausert. Im Rahmen sogenannter User-Group-Meetings werden die verschiedenen Projekte regelmässig besprochen und dabei auch der Bedarf an Ausstattung und Ressourcen definiert.

Fehlmann mit passendem Konzept

Die Investitionsentscheidungen werden am IST Austria wohlüberlegt und langfristig geplant. So war es auch bei den beiden Fräsmaschinen, die in den Jahren 2010 und 2013 angeschafft wurden. In beiden Fällen entschied man sich für Produkte des Schweizer Herstellers Fehlmann, in Österreich durch M&L – Maschinen und Lösungen vertreten. «Beide Male hat uns das Maschinenkonzept von Fehlmann überzeugt. Sowohl die Picomax 54 (Anm. 2010) und umso mehr noch die Nachfolgemaschine Picomax 56 Top erfüllen unsere Vorgaben an Flexibilität, Genauigkeit und Schnelligkeit in höchstem Masse», zeigt sich Asenov mit den beiden Investitionen zufrieden. Das bestätigt Manfred Lehenbauer, Geschäftsführer M&L: «Die Maschinen wurden genau für die Einzelteil- und Kleinserienproduktion im Werkzeug- und Formenbau, in der Versuchs- und Prototypenfertigung, im Labor sowie in der Lehrlingsabteilung als CNC-Einstieg entwickelt. Also genau passend zu den Anforderungen des IST Austria.»

Sowohl manuell als auch CNC

Die im Jahr 2011 neu entwickelte Fräs-/Bohrmaschine Picomax 56 Top ist mit einem völlig neuartigen Bedienungskonzept über die Fehlmann-Top-Funktionen (Touch Or Program) erhältlich. Dies ermöglicht, dass mit der Maschine sowohl 3-achsig CNC als auch über elektromechanische Bohrhebel und Handräder manuell gearbeitet werden kann. «Fräs-, Bohr- und Gewindeschneidarbeiten an Einzelteilen werden ohne zeitaufwendiges Programmieren schnell, sicher und effizient ausgeführt. So kann die Maschine schon nach kürzester Einarbeitungszeit, auch ohne Programmierkenntnisse, effizient genutzt werden», so Lehenbauer weiter.

Genaue Kleinserienfertigung

Die Picomax 56 Top ist eine leistungsfähige und gleichzeitig leicht bedienbare Werkzeugmaschine. «Durch eine konsequente Entwicklungsausrichtung auf die Anwendergruppe der genauen Einzelteil- und Kleinserienfertiger konnten wir zudem ein besonderes Preis-Leistungs-Verhältnis erreichen», so Lehenbauer weiter. Das ist in Zeiten von Budgetknappheit, die es im Bereich der Aus- und Weiterbildung, aber auch in der Forschung zweifelsohne gibt, nicht unwichtig.

Beachtliche Ausstattungsmerkmale

Die Picomax 56 Top bietet bereits in der Grundausführung Ausstattungsmerkmale einer modernen, leistungsfähigen Fräsmaschine – wie die volldigitale Heidenhain TNC 620, eine Fehlmann-eigene, flüssigkeitsgekühlte und drehmomentstarke Motorspindel für das universelle Fräsen bis 12 000 U/min – beim IST Austria speziell beim Einsatz kleiner Werkzeuge wichtig – sowie ZS-interpoliertes Gewindeschneiden, 3D-Fräsen, Ausdrehen etc.

Zusammen mit den standardmässig eingebauten Direktmesssystemen werden modernste Bearbeitungsmethoden in optimaler Genauigkeit ermöglicht. Auch der Einsatz des automatischen Werkzeugwechslers mit 20 oder 30 Plätzen, einer vierten CNC-Achse sowie weitere sinnvolle Optionen sind möglich. «Diese technischen Merkmale und nicht zuletzt die optimale Bedien-Ergonomie machen die Picomax 56 Top für uns zur idealen Fräsmaschine. Damit sind wir für die Zukunft bestens gerüstet und können auch komplexe Teile mit der nötigen Präzision und Flexibilität herstellen», ist Todor Asenov abschliessend überzeugt. <<

(ID:43000777)