Chemisch Nickel bringt kritische Bauteile perfekt in Form

Klare Kante

| Redakteur: Luca Meister

Aus Aluminium gedrehte und gefräste Bauteile mit komplexer Geometrie und zahlreichen Passungen erhalten eine hochpräzise chemische Vernickelung für ihren Einsatz in medizinischen Diagnostikgeräten.
Aus Aluminium gedrehte und gefräste Bauteile mit komplexer Geometrie und zahlreichen Passungen erhalten eine hochpräzise chemische Vernickelung für ihren Einsatz in medizinischen Diagnostikgeräten. (Bild: Pallas)

Um Stillstände, Reparaturen oder Neuanschaffungen vorzubeugen, erhalten kritische Komponenten vor ihrem ersten Einsatz eine technische Beschichtung, die sie widerstandsfähiger gegen Abrasion und Korrosion macht. Als etablierte, funktionelle Beschichtung gegen Verschleiss und Korrosion ist Chemisch Nickel allen anderen galvanischen Verfahren deutlich überlegen. Die aussenstromlos abgeschiedene Schicht erlaubt es, sogar sehr komplexe Geometrien, Innengewinde oder Passungen konturtreu und mikrometergenau zu beschichten.

mei. Verschleiss und Korrosion zählen zu den grössten Ausfallrisiken stark beanspruchter Bauteile in zahlreichen industriellen Schlüsselanwendungen. Chemisch Nickel wird bei Bauteilen aus Stahl, Edelstahl, Buntmetall oder Aluminium eingesetzt. Als ausgewiesener Experte im Bereich anspruchsvoller Oberflächentechnik setzt die Pallas GmbH & Co. KG gerade auch im heiklen Bereich der chemischen Vernickelung von gedrehten oder gefrästen Bauteilen aus Aluminium immer wieder Massstäbe.

Wo andere Verfahren nur bedingt einsetzbar sind, zeigt die chemische Vernickelung Format. Ob im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, im Bergbau, in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt-, Elektro- oder Lebensmittelindustrie: Exzellente Korrosionsbeständigkeit und tribologische Eigenschaften sowie mit Hartchrom fast vergleichbare Härten kennzeichnen die so erzeugten Schutzschichten. Ihre Konturtreue, Masshaltigkeit, Duktilität und Porenfreiheit qualifizieren sie überdies für eine Vielzahl von Anwendungen, denn je komplizierter die Bauteilgeometrie, desto effizienter ist dieses Veredelungsverfahren. Bei dem chemischen, autokatalytischen Prozess scheiden sich in einem wässrigen Elektrolyten Nickelionen ab. Sie bauen überall dort, wo das Werkstück mit der Lösung in Berührung kommt, die schützende Nickel-Phosphor-Legierung gleichmässig auf. Anders als bei galvanisch aufgebauten Nickelschichten entsteht kein Faraday’scher Käfig, sondern auch alle Zwischen- und Hohlräume werden von dem Bad umspült und dabei planparallel mit mikrometergenau einstellbarer Schichtdicke vernickelt. Somit können auch geometrisch komplizierte Bauteile mit vielen Kanten, Spitzen, Gewinden, Passungen oder Sacklöchern ohne Nachbearbeitung präzise veredelt werden. Bei gefrästen oder gedrehten Teilen bedeutet das für Konstrukteure und Fertiger, dass sie die Konstruktionsmasse übernehmen und die Teile beispielsweise fünf Mikrometer kleiner als das vorgesehene Endmass herstellen können. Pallas baut dann bei der Veredelung mit Chemisch Nickel die Differenz zum Fertigmass exakt auf. Durch eine Wärmenachbehandlung (Tempern) wird eine Härte bis 1000 HV erreicht.

Wertvolle Dienste leistet dieses Verfahren deshalb auch bei nachträglichen Änderungen an fertigen Bauteilen, bei der Korrektur von zu kleinen Passungen oder zu grossen Bohrlöchern sowie bei der Reparatur verschlissener Elemente. Die von Pallas eingesetzte Badchemie HP von Dr. Hesse erzeugt eine Nickelschicht mit 10- bis 12-prozentigem Phosphorgehalt. Dadurch ist sie chemisch sehr beständig und bietet bei Schichtdicken ab 25 Mikrometer hohen Korrosionsschutz. So widersteht sie selbst aggressivem Industrie- oder Seeklima viele Jahre zuverlässig.

Zudem sind die Chemisch-Nickel-Legierungen löt- und umformbar, anlaufbeständig, elektrisch leitfähig, nicht magnetisch und lebensmittelecht. Sie enthalten weder Blei noch Cadmium und bieten durch ihre erzielbare Härte eine nahezu gleichwertige Alternative zum in der Diskussion stehenden Hartchrom. Allerdings entfällt bei chemischer Vernickelung die bei Hartverchromung erforderliche aufwändige Nachbearbeitung. Damit ist dieses Verfahren trotz der hohen Anschaffungskosten der Bäder auch deutlich günstiger als Verchromen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43685749 / Werkstofftechnik)