Alarmierende KMU-Studie

KMU der MEM-Industrie kämpfen an diversen Fronten

| Redakteur: Susanne Reinshagen

Die Studie der HSG zur Lage der Schweizer MEM-KMU zeigt grossen Handlungsbedarf auf.
Die Studie der HSG zur Lage der Schweizer MEM-KMU zeigt grossen Handlungsbedarf auf. (Bild: ES-HSG)

Swissmechanic und die Gewerkschaft Unia haben bei der Universität St. Gallen (HSG) eine Studie zur Lage der Schweizer Industrie-KMU in Auftrag gegeben. Fazit: Der starke Schweizer Franken ist weiterhin ein existenzielles Problem für die Schweizer Industrie-KMU.

Die Industrie hat für die schweizerische Volkswirtschaft zentrale Bedeutung. Sie trägt rund ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das Rückgrat der Industrie sind die KMU. Tausende Firmen spielen als Zulieferer, Hersteller oder Dienstleister im Produktionsprozess eine tragende Rolle. Doch ihre Existenz ist gefährdet. Der Arbeitgeberverband Swissmechanic und die Gewerkschaft Unia sind deshalb eine aussergewöhnliche Partnerschaft eingegangen und haben gemeinsam eine Studie zur Situation der Industrie-KMU in Auftrag gegeben.

Unter dem Titel «Volkswirtschaftliche Bedeutung und Problematiken der KMU der Schweizer Maschinenindustrie – mit besonderer Berücksichtigung der von Swissmechanic organisierten Betriebe» stellten Prof. em. Dr. Franz Jaeger und Dr. Tobias Trütsch von der «Executive School of Management, Technology an Law» (ES-HSG) ihre Ergebnisse vor.

Geringe Gewinnmargen bedrohen Existenz

Für die Studie wurden rund 200 Mitgliedsunternehmen von Swissmechanic befragt. Mit alarmierenden Ergebnissen: Der überbewertete Schweizer Franken wird von den Firmen mit Abstand als grösster Standortnachteil bezeichnet. So hatte die Frankenstärke bei knapp 40% der befragten Betriebe negative Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Die Gewinnmargen als zweitgrösstes Standortproblem haben sich im Zeitraum 2014-2016 wegen dem starken Franken bei über 50% der Unternehmen verschlechtert. Aktuell liegt bei fast der Hälfte aller Firmen die Gewinnmarge bei weniger als 5%, was längerfristig nicht verkraftbar ist. Zehn Prozent schreiben gar Verluste.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Firmen Schwierigkeiten haben, Kredite zu erhalten: 2015 wurde jedem fünften Unternehmen ein Kredit zur Finanzierung seiner Geschäftstätigkeit verweigert. In den Jahren davon und danach jedem achten.

Handlungsbedarf

Die Studienautoren kommen aufgrund der Analyse zu mehreren Handlungsempfehlungen: Die Nationalbank muss ein strategisches Wechselkursziel zwischen 1,18 und 1,20 Franken/Euro anstreben. Zur Lösung der Kreditklemme müssen alternative Finanzierungsformen jenseits von Bankkrediten angedacht und das Bürgschaftswesen für KMU verbessert werden. Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist als Basis für Innovation zu stärken, gerade angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung. <<

Über die Studie

Die Studie: «Volkswirtschaftliche Bedeutung und Problematiken der KMU der Schweizer Maschinenindustrie – mit besonderer Berücksichtigung der von Swissmechanic organisierten Betriebe» wurde von der Gewerkschaft Unia und vom Arbeitgeberverband Swissmechanic in Auftrag gegeben. Sie untersucht die volkswirtschaftliche und technologische Bedeutung der verarbeitenden Industrie im Allgemeinen und der KMU der Schweizer Maschinenindustrie im Speziellen, mit besonderer Berücksichtigung der von Swissmechanic organisierten Betriebe. Es werden negative Implikationen aufgearbeitet, mit denen die Swissmechanic-KMU als Folge des uberbewerteten Frankens und des erschwerten Zugangs auf die Kredit- und Kapitalmärkte konfrontiert sind. Schliesslich werden konkrete wirtschaftspolitische Lösungsvorschläge erarbeitet. Autoren der Studie sind Prof. em. Dr. Franz Jaeger und Dr. Tobias Trütsch von der «Executive School of Management, Technology an Law» (ES-HSG)

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