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Taktile Sensorik lässt Roboter Berührungen spüren
Eine Lösung zur Minimierung des Risikos ist taktile Sensorik. Eine Technik, mit der Roboter unbeabsichtigte Kontakte rechtzeitig bemerken können. Findet ein solcher Kontakt trotz weiterer, beispielsweise optischer Sicherheitssensoren, dennoch statt, soll der Roboter entweder stoppen, langsamer fahren oder in eine andere Richtung gelenkt werden.
Im Technikum des Fraunhofer IFF ist die Forschung an entsprechenden berührungssensitiven Oberflächen schon sehr weit fortgeschritten. Hier haben die Forscher auch einige Beispiele für verschiedene Anwendungen aufgebaut. So haben sie die Sensoren in unterschiedliche Materialien, von besonders sensitiv über sehr robust bis wasserdicht integriert. Das macht es leicht, sie später an die verschiedensten Roboter anzupassen, denen solche mit Sensoren versehene Oberflächen wie eine künstliche Haut übergezogen werden.
Neue Ansätze im VALERI-Projekt
«Für das VALERI-Projekt müssen wir aber gemeinsam mit den beteiligten Entwicklerfirmen wiederum neue Ansätze finden», sagt Saenz. «Die Oberflächen der Roboter müssen je nach Anwendungsgebiet gedämpft werden, sollten in Anpassung an die Produktionsumgebung sehr robust oder auch mal resistent gegenüber Chemikalien sein.» Ergänzt wird die Arbeit am Sicherheitskonzept durch das Know-how und konkrete Forschungsergebnisse aus der optischen Arbeitsraumüberwachung. Auch hierzu besitzt man am IFF eine ausgezeichnete Expertise. Es gilt: Von der Stange kommt nichts. Alles muss angepasst und dem Projektziel untergeordnet werden.
Für die Intelligenz des mobilen Kollegen ist nicht das Fraunhofer IFF, sondern sind andere Partner verantwortlich. Entsprechend programmiert, sollen die Roboter künftig Daten allein abgleichen, beispielsweise für sich ständig wiederholende Arbeitsabläufe. Auch die selbstständige Koordinierung von Bewegungspfaden ist Teil der Forschungen innerhalb des VALERI-Projekts.
Ziel ist der Massenmarkt
Und wie soll man sich den mobilen Kollegen einmal vorstellen? Der OmniRob-Roboter von KUKA dient als Basis für gemeinsame Entwicklungen. Spezifische Module wie Sicherheitssensoren, Werkzeuge und Kamerasysteme zur Umgebungserfassung sollen an das System angepasst werden, um aus der Plattform ein wahres Multitalent zu machen.
«Am Ende des Projekts wollen wir den mobilen Roboter in realer Umgebung auf Herz und Nieren testen», schaut Saenz in die Zukunft. «Er soll sich autonom bewegen, Teile erkennen, Aufgaben lösen und dabei überhaupt keine Gefahr für den Menschen darstellen.» Weitere drei bis fünf Jahre später soll aus der ersten Testausführung ein massentaugliches Werkzeug geworden sein. Saenz weiss: «Es gibt dafür einen Markt. Und wir haben die Aufgabe und das grosse Ziel, diesen Markt zu bedienen.» Und der Mensch? Den will das VALERI-Konsortium natürlich nicht ersetzen. Es würde auch nicht gehen. «Der Mensch bringt immer noch die höchste Flexibilität in der Arbeitswelt mit», sagt Saenz. «Das kann man nicht automatisieren.» <<
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