Robotik für die moderne Produktion

Kollege Roboter im Anmarsch

| Redakteur: Silvano Böni

Flugzeugproduktion bei Airbus. Bei der Produktion der Maschinen sollen künftig auch selbstständig agierende Roboter eingesetzt werden.
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Flugzeugproduktion bei Airbus. Bei der Produktion der Maschinen sollen künftig auch selbstständig agierende Roboter eingesetzt werden. (Bild: Airbus Military)

>> Mobile Roboter sollen bald in Produktionsumgebungen integriert werden können. Dort werden sie Seite an Seite mit dem Menschen arbeiten. Im Projekt VALERI entwickelt ein europäisches Konsortium solche Roboter für den Flugzeugbau. Eine grosse Herausforderung ist dabei die Frage der sicheren Kooperation von Mensch und Maschine.

Von einer Vision der Industrie zu sprechen, würde das Vorhaben nur unzureichend beschreiben. Tatsächlich ist es viel realistischer, als man gemeinhin annehmen könnte. Die Rede ist von autonom arbeitenden Robotern. Maschinen, die sich ganz selbstverständlich eigenständig durch eine Produktionshalle bewegen und als fleissige Helfer verschiedenste Aufgaben im Produktionsprozess übernehmen. Dort sollen sie etwa schmieren, schrauben, bohren, montieren, transportieren, messen oder prüfen. Für den Menschen sind sie wie Kollegen. Niemand ersetzt den anderen. Beide Seiten arbeiten tagaus, tagein Hand in Hand.

Mobile Roboter in industrieller Umgebung

Vor allem in der Grossindustrie wie der Luftfahrt, dem Schiffbau oder in der Automobilbranche wären mobile Roboter eine gute Lösung. Sie würden unter anderem die Herstellungsabläufe beschleunigen und flexibilisieren, die Qualität verbessern und die Fachkräfte von lästigen Aufgaben befreien. Das sind nur einige der Dinge, mit denen sie den Unternehmen wichtige Vorteile im globalen Wettbewerb verschaffen können.

Im Zusammenspiel von stationären Industrierobotern und dem Menschen werden sie darum künftig den dritten Teil der industriellen Arbeitswelt bilden – ohne Zäune und Barrieren. Trotzdem wird es für keinen gefährlich. Denn für die sichere Interaktion von Mensch und Maschine werden die mobilen Roboter mit mehreren heterogenen und intelligenten Sensorsystemen ausgestattet. Die sind jeweils individuell für bestimmte Aufgaben und Arbeitsumgebungen entwickelt, dienen sie doch letztlich zu deren absolut zuverlässiger Durchführung und Überwachung. So ist die Sicherheit des Menschen stets gewährleistet.

Europäisches Konsortium

Im Herbst 2011 hat sich das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg mit renommierten europäischen Partnern aufgemacht, diese Idee in dem Projekt VALERI Wirklichkeit werden zu lassen.

VALERI ist die Abkürzung für «Validation of Advanced, Collaborative Robotics for Industrial Applications». Das auf drei Jahre angelegte Projekt gründet auf dem Programm «Factories for the Future» der Europäischen Union. Es startete letztlich im November 2012 und besitzt ein Fördervolumen von rund 3,6 Millionen Euro. Die beteiligten Partner sind Airbus Military (Spanien), FACC (Österreich), IDPSA (Spanien), KUKA Laboratories GmbH (Deutschland), Profactor GmbH (Österreich) und Prodintec (Spanien). Ein europaweites Konsortium, das Wissenschaftler, Hersteller und Endanwender vereint und an dessen Spitze das Fraunhofer IFF steht.

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