Standortverlagerung stand nicht zur Debatte

Konkurrenzfähig dank Robotern

| Redakteur: Silvano Böni

Dank der Flexibilität der Roboter haben sich zudem immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, wo die Roboter eingesetzt werden konnten, so dass der Einsatz mittlerweile weit über die ursprünglich geplanten Aufgaben hinausgeht.
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Dank der Flexibilität der Roboter haben sich zudem immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, wo die Roboter eingesetzt werden konnten, so dass der Einsatz mittlerweile weit über die ursprünglich geplanten Aufgaben hinausgeht. (Bild: Profatec)

Standortverlegung wegen anhaltendem Kostendruck. Darüber kann die Profatec aus Malans nur müde lächeln. Der Kunststoffspritzguss-Experte konnte dank dem Einsatz von drei Leichtbaurobotern sogar den umgekehrten Weg gehen.

Die Profatec AG wurde 2003 in Malans gegründet und spezialisierte sich zunächst auf die kostengünstige Werkzeugbeschaffung für die Kunststoffindustrie – eine Nischenbranche in der Schweiz. Im Jahr 2007 haben sich die Verantwortlichen schliesslich dazu entschieden, das Unternehmen zu erweitern, indem parallel zur Werkzeugbeschaffung eine Kunststoffspritzerei aufgebaut wurde, deren Produkte von der Automobilindustrie über die Diagnostik bis hin zur Pharmaindustrie in unterschiedlichen Branchen eingesetzt werden. Aufgrund der enormen Weiterentwicklung hielt der ursprüngliche Standort den Anforderungen nicht mehr stand, weshalb das Unternehmen im Jahr 2011 aus dem ehemaligen Büro in eine selbstgebaute Produktionshalle umzog. Heute beschäftigt Profatec insgesamt sechs Mitarbeiter und ist damit ein klassisches Schweizer Kleinunternehmen. Trotz oder genau wegen der überschaubaren Grösse arbeitet der Betrieb zügiger und flexibler als die Konkurrenz – und liegt damit klar im Vorteil.

Leichtbauroboter vs. Linearhandling

Das Spritzen von Kunststoffteilen stellt für das Unternehmen mittlerweile die wichtigste Einnahmequelle dar. Dabei stand das Unternehmen in der Vergangenheit gleich vor zwei Herausforderungen: Zum einen mussten die Maschinen schnell an das neu zu spritzende Kunststoffteil angepasst werden, zum anderen sollten verschiedenste Prozesse flexibel automatisiert werden können, um selbst kleine Stückzahlen schnell und kostengünstig produzieren zu können. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, entschloss sich Profatec, einen UR5-Roboter von Universal Robots in der Produktion einzusetzen. Dieser wurde zur damaligen Zeit von Bachmann Engineering, dem Vertreter von Universal Robots in der Schweiz, empfohlen und für eine Testphase erstmals implementiert. «Der Leichtbauroboter konnte im Gegensatz zum Linearhandling flexibel auf den damals bestehenden fünf unterschiedlichen Kunststoffspritzguss-Maschinen eingesetzt werden. Zudem konnte dieser ganz einfach von den eigenen Mitarbeitern neu programmiert werden. Das war für die Mitarbeiter enorm wichtig, um unabhängig von einem Drittanbieter arbeiten zu können und um die Produktion nicht zum Stoppen zu bringen», erklärt Roger A. Bachmann, Geschäftsführer der Bachmann Engineering AG.

Mit dem Roboter konnte das Unternehmen seine Kapazitäten enorm ausweiten und war dadurch in der Lage mehr Aufträge und grössere Projekte zu übernehmen. «Mit Hilfe des UR5 konnten wir unsere Aufträge sehr viel schneller abschliessen, da weniger in Handarbeit durchgeführt werden musste und wir den Roboter auch bei Nacht laufen lassen konnten. Durch die vielen neuen Projekte, die wir dadurch annehmen konnten, gerieten wir jedoch erneut schnell an unsere Grenzen. Zudem wollten wir zusätzlich die Produktion von Kunststoffteilen aus China übernehmen, weshalb wir versuchen mussten, unsere Kosten zu jeder Zeit so niedrig wie möglich zu halten, um mit dem südostasiatischen Markt mithalten zu können», sagt Chris Battaglia, CEO bei der Profatec AG. Battaglia entschied sich deshalb gemeinsam mit seinem Team dazu, weitere UR-Roboter hinzuzukaufen. Zwei UR10 von Universal Robots sollten die Produktion ergänzen und dazu beitragen, dass Kosten zukünftig eingespart werden. «Dank der kompetenten Beratung und dem speditiven Service von Bachmann konnte die Beschaffung sehr schnell realisiert werden», sagt Chris Battaglia ergänzend.

Noch mehr Aufträge – noch mehr Roboter

Die neuen UR10-Roboter werden heute genauso flexibel wie der UR5 auf allen vorhandenen Maschinen eingesetzt. Zwar verfügen die beiden grösseren Roboter auch über einen grösseren Arbeitsradius (1300 anstatt 850 mm) und eine höhere Traglast (10 anstatt 5 kg), letztendlich könnte aber jeder Roboter auf jeder Maschine arbeiten. Das ist besonders wichtig, da auch hier in der Vergangenheit eine Erweiterung stattgefunden hat: Denn zu den fünf existierenden Maschinen wurden drei weitere hinzugekauft.

Dank der Flexibilität der Roboter haben sich zudem immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, wo die Roboter eingesetzt werden konnten, so dass der Einsatz mittlerweile weit über die ursprünglich geplanten Aufgaben hinausgeht. Gleichzeitig entlasten die Roboter die Mitarbeiter, so dass diese heute weniger monotone Arbeiten durchführen müssen und sich anspruchsvolleren widmen können. Aber auch Prozesse wurden verfeinert und Aufgaben, die ursprünglich von Menschenhand erledigt wurden, wie das Abschneiden am Anguss, werden nun von einem Roboter übernommen.

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