Sicherheitskonzept für die Produktion Konsequent betriebssicher

Redakteur: Luca Meister

Mit ihren Sicherheitshaltebremsen für pneumohydraulische Antriebszylinder, elektromechanische Servoantriebe sowie ihre Sicherheitssteuerungen und Schutzumhausungen gewährleistet Tox Pressotechnik den Anwendern betriebssichere Produktionseinrichtungen hoher Funktionalität und Zuverlässigkeit. Normgerecht ausgerüstet und den hohen Anforderungen im industriellen Mehrschichtbetrieb angepasst, erübrigen sich Schnittstellenabsprachen und es gibt auch keinen Spielraum für Interpretationen oder Kompromisse.

Firmen zum Thema

Tox-Presse, bestehend aus Standard-Einzelkomponenten (Presse, Antrieb, Zwei-Hand-Steuerung).
Tox-Presse, bestehend aus Standard-Einzelkomponenten (Presse, Antrieb, Zwei-Hand-Steuerung).
(Bild: Tox)

mei. Mit der Einführung der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zum Jahresende 2009 erlangten für die praktische Umsetzung die beiden Normen EN ISO 14121 (Einschätzung der Risikoanalyse) und EN ISO 13489 (Sicherheit der Maschinen) Gültigkeit. Darüber hinaus wurde in der Folgezeit die Erweiterung der EN ISO 13489 bezüglich Performance Level E formuliert, sodass heute jeder Hersteller klare Vorgaben hat und die zuvor geltende Norm 98/37/EG nunmehr komplett abgelöst ist. Für manchen Hersteller von Produktionssystemen, die mit Presskraft und mit kombinierten Hub-/Presskraftabläufen arbeiten, ergaben sich durch die Umsetzung der neuen Maschinenrichtlinie erhebliche Umstellungen, weil es mit dem Anbringen eines CE-Schildes allein nun nicht mehr getan ist.

Sicherheit hat Vorrang

Für Tox Pressotechnik brachte die neue Maschinenrichtlinie – bis auf die maschinenbegleitende Dokumentation – keine grossen Veränderungen mit sich, weil die Maschinen- und Betriebssicherheit schon immer einen sehr hohen Stellenwert genossen hat und konsequent umgesetzt wurde. So hat das Unternehmen schon vor Jahren mit Presstechnik versehene Handarbeitsplätze gemäss der höchsten Sicherheitskategorie 4 (EN 954-1) ausgerüstet und ausgeliefert.

Bildergalerie

Mit Standardbausteinen zum kompletten Sicherheitssystem

Der aktuelle Geltungsbereich der Normen führte bei Tox durchgängig, sowohl bei antriebstechnischen Komponenten und Baugruppen als auch bei Teilsystemen oder andockbaren Subsystemen und schliesslich kompletten Produktionslösungen, zu eng abgestuften und sich ergänzenden Sicherheitskomponenten. So gibt es z. B. für den pneumohydraulisch betriebenen Antriebszylinder «Tox-Kraftpaket» die Haltebremse «ZSL Safety Lock», die pneumatisch offengehalten wird und bei Druckabfall wirkt. Dabei nutzt man die Energie der absinkenden Last zur Erzeugung der Klemmkraft. Die Klemmkraft wird aufgebaut, wenn sich der Arbeitskolben Richtung Last bewegt, wobei die selbstverstärkende Haftreibung dann die Fangbacken in die Klemmstellung zieht. Bei weiterer Erhöhung der Last bleibt die Kolbenstange lastunabhängig in der Klemmposition, solange die statische Haltekraft nicht überschritten wird. Das Lösen der einfach wirkenden Haltebremse geschieht durch Druckbeaufschlagung und durch Aufwärtsfahren der Kolbenstange.

Sicherheitstechnik inklusive

Für die alternativ einsetzbaren elektromechanischen Servoantriebe «Tox-ElectricDrive» vom Typ «EPMK» gibt es ebenfalls eine Sicherheitshaltebremse. Diese verhindert zuverlässig das Absinken des gewichtsbelasteten (Arbeits-)Kolbens, was prinzipiell als Grundvoraussetzung für die erwähnte höchste Sicherheitsstufe Performance Level E gilt. Die Servoantriebe erzeugen je nach Baugrösse Presskräfte bis 700 Kilonewton, wobei die Haltebremsen so ausgelegt sind, dass ihre Haltekraft mindestens fünf Prozent der jeweiligen Nennkraft beträgt. Dadurch ist eine hohe Lastreserve gegeben.

Als dritter Baustein des Sicherheitskonzepts wäre die jeweils verwendete Steuerungstechnik anzuführen, beginnend bei einfachen Sicherheitssteuerungen des Typs «STE» bis hin zur komplexen «SPS S7» mit individuell wählbaren Optionen. Weiter gibt es diverse mechanische Sicherheitskomponenten wie z.B. die Sicherheitsschutzumhausung «SU», die bei Bedarf mit der Sicherheitsschutztür «SUT» kombiniert werden kann. Die zumeist an drei Seiten eines Maschinen-, Vorrichtungs- oder Pressensystems angebrachte Umhausung SU besteht in der Standardausführung aus einem stabilen Aluminiumprofilrahmen, in dem das Wandmaterial (Polycarbonat oder Lochblech) aufgenommen und fixiert wird. Die offene Seite (Beladefront) ist durch ein Lichtschrankensystem oder durch die Schutztür SUT zu sichern. Die SUT wird pneumatisch angetrieben und ist zur Integration in die Anlagensteuerung mit den erforderlichen Komponenten versehen. <<

(ID:42820490)