Kostengünstige und hochwertige Zahnmodelle

Redakteur: Anne Richter

>> Auf der Euromold im Dezember 2011 in Frankfurt präsentierte EOS neue Lösungen für das e-Manufacturing von Kunststoffprodukten. Digitalisierte Arbeitsabläufe sorgen dabei für hochwertige und kostengünstige Zahnmodelle sowie für Zeitersparnisse.

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Dank digitalisierter Arbeitsabläufe können mittels e-Manufacturing hochwertige und kostengünstige Zahnmodelle hergestellt werden. (Bild: EOS)
Dank digitalisierter Arbeitsabläufe können mittels e-Manufacturing hochwertige und kostengünstige Zahnmodelle hergestellt werden. (Bild: EOS)

ari. EOS, ein führender Hersteller für Laser-Sinter-Systeme, präsentierte auf der letzten Euromold im Dezember 2011 in Frankfurt fortschrittliche Lösungen für das e-Manufacturing von Zahnmodellen. Lange Zeit entstanden die Dentalmodelle zur situationsgerechten Zahnrestauration und Qualitätsprüfung durch zeitaufwendiges Giessen und Aufbereiten des zahnärztlichen Abdrucks. Momentan befindet sich die Zahntechnik jedoch im Umbruch und durchläuft einen Prozess der Industrialisierung, Herstellungsprozesse werden automatisiert.

CAD/CAM zur digitalen Herstellung von Zahnmodellen

Durch die Weiterentwicklung von CAD/CAM-Anwendungen in der Dentalindustrie mit neuen Abdruck- und Intraoralscannern wird es zukünftig möglich sein, hochwertige Daten direkt zum Bearbeitungszentrum zu schicken. Fehlen würde lediglich noch ein Zahnmodell für die Überprüfung der Okklusion und für die Nachbearbeitung oder eine Befestigungsvorrichtung, die beim Verblenden des Zahnersatzes eingesetzt wird. Ein derartiges Modell kann auf einer Formiga P 100 aus PA 2105, einem hochwertigen Kunststoff, anhand der bereits verfügbarer Daten lasergesintert werden. Damit liefert dieses Verfahren eine Komplettlösung für die Herstellung von Zahnersatz.

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Die Mundsituation des Patienten wird bereits vielfach digital mithilfe von intraoralen Scannern oder per Abform- bzw. Modellscan erfasst. Dies wirkt sich auf wichtige nachgelagerte Verfahrens- und Fertigungsschritte wie die Herstellung der Zahnrestauration selbst, aber auch auf die Modellherstellung aus. Die digitalen, dreidimensionalen Daten können direkt und ohne Genauigkeitsverlust durch Abformung für die Anfertigung von Zahnkronen und -brücken per Metall-Laser-Sintern aufbereitet werden. Ein zweiter Datensatz enthält die digitale Beschreibung des Zahnmodells für das Laser-Sintern des Polymers. Beide Formen der individualisierten Serienproduktion basieren auf e-Manufacturing mittels Laser-Sintern. Martin Bullemer, Business Development Manager Medical bei EOS, ergänzt: «Lasergesinterte Zahnmodelle bieten im Vergleich zu konventionell gefertigten Modellen viele Vorteile. Das digitale e-Manufacturing-Verfahren garantiert eine hohe Modellpräzision für einen passgenauen Sitz des Zahnersatzes.»

Technologisches Herzstück beim e-Manufacturing

Das Kunststoff-Laser-Sintern ist eine additive Fertigungsmethode. Um damit Dentalmodelle herstellen zu können, werden die dreidimensionalen Daten in Schichten zerlegt. Nach diesem Vorbild baut das System die Modelle schichtweise wieder auf, indem Kunststoffpulver mithilfe eines Lasers verfestigt wird. Technologisches Herzstück des e-Manufacturing im Dentalbereich ist die Formiga P 100 – das führende Kunststoff-Laser-Sinter-System in der Kompaktklasse. Mit einem Bauraum von 200 mm x 250 mm x 330 mm produziert die Anlage beispielsweise in drei übereinander angeordneten Schichten bis zu fünfzig einzelne Zahnmodelle innerhalb von zehn Stunden. Durch seine Wirtschaftlichkeit und Flexibilität lässt sich das System bei vergleichsweise niedrigen Investitionskosten perfekt in die Arbeitsabläufe eines Dentallabors integrieren. Für den Betrieb der Laser-Sinter-Anlage ist nur zum Be- und Entladen des Geräts Personal erforderlich. Der Prozess ist damit äusserst zuverlässig. Durch die Wiederverwertung von nicht geschmolzenem Pulver können darüber hinaus Ressourcen gespart werden. Das lasergesinterte Zahnmodell erfordert keine Endbearbeitung von Hand, da keine Stützstrukturen nötig sind. Gleichzeitig handelt es sich hier um einen sehr kostengünstigen und zeitsparenden Prozess, da mit einem Hohlmodell und einem mehrschichtigen Aufbau gearbeitet wird. Die Formiga P 100 erstellt ein Kunststoffmodell, das sowohl zur Qualitätsprüfung der Restauration dient als auch zur Verblendung und Fertigstellung des Zahnersatzes verwendet wird. Ausserdem können Situationsmodelle zur Analyse hergestellt werden.

Farbiger Kunststoffwerkstoff für die Serienfertigung

PA 2105 ist ein pigmentgefülltes Polyamid-12-Pulver zur Herstellung von lasergesinterten Dentalmodellen, die der Farbe des Gipses konventioneller Modelle nachempfunden sind. Der gewohnte farbliche Kontrast zur Dentalrestauration und die hohe mechanische und thermische Belastbarkeit erlauben eine optimale Passkontrolle sowie Verblendung des Zahnersatzes. Das lasergesinterte Modell ist trotz häufigem Einsetzen und Entfernen abriebfest. Bullemer abschliessend: «Dank dieser effizienten Herstellungsmethode – das Zahnmodell wird im Idealfall gleichzeitig mit der entsprechenden Krone oder Brücke gefertigt – wird der gesamte Fertigungsprozess durchschnittlich um einen ganzen Arbeitstag verkürzt.» <<

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