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Konjunktur >> Kunststoffindustrie: leichter Umsatzrückgang

| Redakteur: Anne Richter

Der starke Franken und Schwierigkeiten in der Rohstoffbeschaffung führten zu leicht sinkenden Umsätzen in der Kunststoffindustrie.

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(Bild: VDI)

ari. Nach einem verheissungsvollen Start gingen die Umsätze der Unternehmen in der Kunststoffindustrie im Jahr 2011 um 1,8 Prozent zurück und die Beschäftigung um 1,6 Prozent. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte machten sich die belastenden Faktoren wie Frankenstärke und konjunkturelle Unsicherheiten im Euroraum wegen der Schuldenkrise zunehmend bemerkbar. Dies gab der Schweizer Kunststoffverband (KVS) auf seiner Wirtschaftspressekonferenz am 28. Juni 2012 in Zürich bekannt.

Starker Franken belastet Unternehmen

Wie die gesamte Exportindustrie ist auch die Kunststoffindustrie vom starken Franken betroffen. Laut Ernesto Engel, Geschäftsführer des KVS, sehen sich viele Zulieferfirmen aus der klein- und mittelständischen Industrie aufgrund des Wechselkurses einem massiv steigenden Wettbewerb aus dem Ausland gegenübergestellt. Firmenschliessungen oder -verlagerungen ins Ausland seien oftmals zwangsläufige Konsequenzen. Auch Doris Fiala, Nationalrätin und Präsidentin des KVS, weisst darauf hin, dass Löhne in Tschechien beispielsweise ein Viertel niedriger als in der Schweiz seien, mit sehr gut ausgebildeten Fachkräften.

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Unbesetzte Lehrstellen für Kunststofftechnologen

Eine weitere Herausforderung für die Schweizer Kunststoffbranche ist die Rekrutierung von Nachwuchskräften. So bleiben laut KVS Lehrstellen für Kunststofftechnologen unbesetzt und auch Ingenieure müssen vermehrt im Ausland gesucht werden. Deshalb engagiert sich der KVS zusammen mit anderen Verbänden und Organisationen für die Förderung der Nachwuchsrekrutierung, beispielweise mittels Auftritten an Berufsmessen oder mittels Informationsveranstaltungen an der ETH. Angesichts des Mangels an Fachkräften ist zudem der freie Personenverkehr für die Kunststoffindustrie lebenswichtig. Einschränkungen in diesem Bereich würden eine existentielle Bedrohung darstellen.

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