Fräsen statt Drahterodieren Kurswechsel reduziert Werkzeugkosten

Redakteur: Silvano Böni

Eine besondere Stärke der Werkzeugbauer der E.Ramseier AG Werkzeugbau sind Perforierwerkzeuge. Bei solchen ist eine Bearbeitung von Werkstoffen mit 63HRC bis 65 HRC keine Seltenheit. Dank dem Einsatz von Fräsern aus der WXS-Serie von OSG konnten die Spezialisten aber sogar vom Drahterodieren auf das Fräsen wechseln. Eine Umstellung, die enorme Zeit-, Kosten- und Qualitätsvorteile zur Folge hatte.

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Dank dem Einsatz von Fräsern aus der WXS-Serie von OSG konnten die Spezialisten der E. Ramseier AG die Bearbeitung von Werkstoffen mit 63 HRC bis 65 HRC vom Drahterodieren auf das Fräsen wechseln.
Dank dem Einsatz von Fräsern aus der WXS-Serie von OSG konnten die Spezialisten der E. Ramseier AG die Bearbeitung von Werkstoffen mit 63 HRC bis 65 HRC vom Drahterodieren auf das Fräsen wechseln.
(Bild: Vischer & Bolli)

Begonnen hat alles mit dem Bohren und Gewindebohren. Kontinuierlicher Werkzeugbruch, speziell beim Gewindebohren, führten beim Werkzeugbau E. Ramseier in Fulenbach dazu, dass man entsprechende Tests mit unterschiedlichen Werkzeugherstellern durchführte. Zeitgleich wollten die Verantwortlichen, Betriebsleiter Stefan Schär und Produktionsleiter Fabian Wyss, allerdings auch die bis dahin sehr umfangreiche Lieferantenliste ausdünnen. Ziel war es, künftig mit maximal drei Anbietern zu kooperieren. Voraussetzung war natürlich, dass die Produkte dem Werkstoffportfolio und den Anforderungen entsprechen.

Einer dieser Anbieter war die Vischer & Bolli AG mit den Gewindebohrern der A-Serie von OSG, denn es kam damit weder bei den Tests noch später in der Fertigung zu einem Bruch. Dazu Fabian Wyss: «Mit diesen Gewindebohrern fahren wir mit den gleichen Schnittdaten wie bisher. Die Standzeiten haben sich allerdings enorm erhöht, das war für uns gegenüber den bisherigen Werkzeugen ein Quantensprung. Als einen weiteren grossen Vorteil sehe ich aber den materialübergreifenden Einsatz des Werkzeugs. Das heisst, welcher Werkstoff auch immer, ob Durchgangsbohrung oder Sackloch, wir verwenden immer den gleichen Gewindebohrer.» Stefan Schär sieht diese Vorgehensweise allerdings auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht: «Zunächst muss man wissen, dass wir uns einerseits auf Perforier- und Stanzfolgeschnitt-Werkzeuge sowie Kunststoff-Spritzformen konzentrieren. Anderseits bieten wir als Dienstleister auch die Fertigung von Kleinserien an. Für die Einzelteilfertigung ist es natürlich erfreulich, wenn man nicht ständig umrüsten muss und man variabel agieren kann. Neben der höheren Prozesssicherheit, die wir damit erreichen, sind es aber auch die Kosten, die man im Auge haben muss. Wir haben zwar noch keine exakte Analyse durchgeführt, aber gefühlsmässig haben sich unsere Werkzeugkosten mit dem Einsatz von OSG halbiert.» Diese Einschätzung bezieht sich neben der A-Serie auch auf die Hypro-Bohrer (HYP-HPO-5D) und Fräswerkzeuge von OSG. Die Hypro-Bohrer mit gerader Schneide überzeugen bei Ramseier hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses und sind die Vorgängerwerkzeuge der WDO-SUS-Bohrer von OSG. Im Bereich Fräsen dagegen sind die gewünschten Ergebnisse nur mit absolut hochwertigen Fräsern zu erzielen. Es geht dabei um Härten zwischen 63 HRC bis 65 HRC, bei beispielsweise Prägematrizen, die mannlos in der Nacht abgezeilt werden. Da es speziell bei diesen Prägematrizen um absolute Präzision geht, darf der Schnittdruck des Fräsers nicht zu gross werden. Bei einem zu hohen Schnittdruck oder wenn der Fräser nicht über die gesamte Länge schneidet, würde das ab HRC 60 ein ständig neues Zustellen erfordern, das natürlich zu Lasten von Zeit, Kosten und Qualität geht. Mit dem sechsschneidigen Schaftfräser WXS-EMS und dem fünfschneidigen WXS-CRE mit Eckradius von OSG scheint das aber kein Problem mehr zu sein.

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Problemlösungen findet man nicht in Katalogen

Nun sind den Verantwortlichen in Fulenbach nicht nur die Werkzeuge an sich wichtig, sondern auch eine kompetente Betreuung durch den Werkzeuganbieter. Diese Betreuung durch Roland Wyss, Anwendungstechniker bei der Vischer & Bolli AG, war es auch, die bei der Ramseier AG zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen führte. Für Fabian Wyss war so ein Problem, dass beispielsweise Stiftlöcher drahterodiert wurden: «Bei uns war man lange Zeit der Meinung, dass diese Stiftlöcher in HRC 62 nicht zu fräsen sind. Diese Einstellung hat sich bei Tests, meines Erachtens mit keinesfalls hochwertigen Fräswerkzeugen, auch bestätigt. Nach den Tests mit Vischer & Bolli beziehungsweise den Fräswerkzeugen WXS-CRE von OSG wurden wir dann aber vom Gegenteil überzeugt. Wir waren von den Ergebnissen begeistert. Dieses Beispiel zeigt recht eindrucksvoll, dass man die Problem­lösung nicht in einem Standardkatalog findet.» Das gilt auch für die Kugelfräser WXS-EBD von OSG, die man bei Ramseier mittlerweile sowohl beim 3-Achs- wie beim 5-Achs-Fräsen einsetzt.

Neuentwicklung weckt Begehrlichkeiten

Nachdem nun in Fulenbach die Bearbeitung gehärteter Stähle keine Seltenheit ist, scheint die Neuentwicklung von OSG, der Gewindefräser WH-EM-PCN, wie massgeschneidert für die Ramseier AG. So sieht auch Stefan Schär dieser Neuentwicklung mit grossem Interesse entgegen: «Häufig muss auf Kundenwunsch nach dem Härten noch ein Gewinde eingebracht werden oder es wird wegen des Verzugs und damit der Positionsgenauigkeit ein Gewinde erst nachträglich gesetzt. In solchen Fällen wäre es deshalb sensationell, wenn das in HRC 65 gefahrlos möglich wäre. Deshalb werden wir auch dieses Werkzeug demnächst testen.» SMM

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