Swissness-Gesetz

Marke Schweiz: Kaum Veränderungen in der MEM-Industrie zu erwarten

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Von Aufwand und Ertrag

Dennoch: Immer mehr wird die Herkunftsbezeichnung Schweiz zu Marketingzwecken genutzt. Das Institut für geistiges Eigentum (IGE) hat in einer eigenen Studie festgestellt, dass zwischen April 2000 und April 2010 die eingegangenen Neuanmeldungen von Marken mit dem Co-Brand Schweiz von 1331 auf 5688 angestiegen sind – ein Plus von rund 427 Prozent. Zurzeit planen die MEM-Betriebe laut der Studie auch weiterhin auf das Zugpferd Schweiz als Marke zu setzen. 46 Prozent nutzen bereits jetzt oder wollen künftig Swissness nutzen (siehe Grafik). Ob dieser Trend nach der neuen gesetzlichen Regelung einen Dämpfer erhält, wird sich zeigen. Fakt ist: Die Verwendung des «swiss made» ist ein unternehmerischer Entscheid. Der Nutzen muss die Kosten übertreffen. Lehmann dazu: «Analysiert man die Höhe der möglichen Zahlungsbereitschaft der Konsumenten, lässt sich festhalten, dass die Befragungsteilnehmer mit 33,1 Prozent eine Erhöhung der Zahlungsbereitschaft um 10 Prozent schätzen. 32,5 Prozent der Befragten geben keine erhöhte Zahlungsbereitschaft durch Swissness an, gefolgt von 20,9 Prozent der Befragten, die von einer erhöhten Zahlungsbereitschaft der Kunden um 5 Prozent ausgehen.» Kurz: Im Schnitt rechnet die MEM-Industrie mit einer Swissness-Preis­prämie von 5 bis 10 Prozent.

Auch die Einflüsse auf die Wertschöpfungsketten der Unternehmen sind gering. So erwarten 95 Prozent der befragten Industriefirmen keine Veränderungen innerhalb der Wertkette mit Produktionsverlagerungen ins In- oder Ausland. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Die Hälfte der befragten Unternehmen erfüllen die Bedingungen der neuen Gesetzgebung bereits. Für sie stellt die neue Regelung keinen Einflussfaktor dar, der sich auf die Wertschöpfungskette auswirkt. Sie können die Marke Schweiz weiterhin ohne bürokratischen Aufwand oder zusätzliche Bewilligungsverfahren nutzen. 22 Prozent der Befragten setzen in ihrer Vermarktungsstrategie nicht auf die Marke «swiss made». Für 15 Prozent wäre eine Verwendung der Herkunftsbezeichnung mit zu hohen Anpassungskosten verbunden. 12 Prozent geben an, dass die Umsetzung der Gesetzgebung zu umständlich und zu aufwändig wäre.

«Vor allem für kleinere KMU im Maschinenbau rechtfertigen die Umsetzungskosten nicht den Nutzen von Swissness», sagt Lehmann.

(ID:44460564)