Materialfluss-Steuerung per Funk

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Materialfluss-Steuerung per Funk

Durch die neue Serie von RFID-Lesegeräten Simatic RF300 mit deutlich höherer Lesegeschwindigkeit konnte auch dieses bereits seit etwa 1990 bewährte Konzept weiter verbessert werden. So hat die bisherige starre Produktionslinie Nachteile bei der Auslastung einzelner Abschnitte: Wird ein Fertigungsschritt für eine bestimmte Reihe nicht benötigt, müssen dennoch alle Geräte durch die entsprechende Station geschleust, angehalten und der RFID-Chip ausgelesen werden. Dies führt zu einer vergleichsweise geringen Auslastung in manchen Abschnitten.

Für die neue Linie in Amberg zur Produktion der Kompaktabzweige vom Typ Sirius 3RA6 wurde an diesem Punkt angesetzt - die Abkehr von der starren Linienführung hin zu einem flexiblen Umlaufsystem und angedockten Arbeitsstationen mit Bypass-Funktionalität. Die Werkstückträger mit den Schaltgeräten können damit nahezu beliebig durch die Anlage gefahren werden, ohne eine feste Reihenfolge der Bearbeitungsstationen einhalten zu müssen. So können Arbeitsplätze umfahren oder die Zuweisung zu verschiedenen Stationen kann entsprechend der Auslastung gesteuert erfolgen.

Der Vorteil dieses Konzepts ist eine deutlich höhere Auslastung der gesamten Anlage. Möglich wird dies durch das neue RFID-System Simatic RF300 von Siemens, genauer: durch die RFID-Transponder Simatic RF340T. Neben den Produktionsdaten enthalten diese Transponder mit einer Speicherkapazität von 8 KByte nun auch den kompletten Fahrplan durch die Anlage, das heisst, welche Stationen in welcher Reihenfolge angefahren werden. Etwa 25 Lesegeräte (Simatic RF340R) erfassen diese gespeicherten Daten, ohne dass die Werkstückträger angehalten werden müssten.

RFID in Erzeugnisse integriert

In Ergänzung zu spezialisierten Systemen sorgt seit einiger Zeit der EPCglobal-Standard auch in der Fertigung für Furore. Die Vorteile der Technologie, die eigentlich zur Optimierung von Logistikprozessen im Handel entwickelt wurde, liegen auf der Hand: kostengünstige Datenträger (weniger als 0,15 EUR) bei einer gleichzeitig hohen Reichweite von 5 Metern und mehr. Doch die UHF-Smart Labels sind nicht nur billiger, sondern bedeuten einen Paradigmenwechsel in der Fertigungsautomatisierung. Erstmals können nun die RFID-Transponder fest in die Erzeugnisse eingebaut werden, statt wie bislang auf dem Werkstückträger zu verbleiben. Dies erlaubt nicht nur die Steuerung der Fertigungsanlagen, sondern auch die lückenlose Rückverfolgung der Produkte (Tracking & Tracing) über die reinen Herstellprozesse hinaus. Auch die Logistik profitiert davon, zum Beispiel bei der Kommissionierung der Fertigware.

AutorMarkus Weinländer, Competence Center RFID, Siemens Industry Automation

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