Saubere Sache

Mediumverteiler für schnelles Fräsen

| Redakteur: Anne Richter

Ringförmig angebrachte Düsen blasen die Luft mit bis zu sechs bar direkt auf die Fräserschneide.
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Ringförmig angebrachte Düsen blasen die Luft mit bis zu sechs bar direkt auf die Fräserschneide. (Bild: MHT)

Die Firma MHT GmbH Merz & Haag aus Schramberg im Schwarzwald hat einen Mediumverteiler entwickelt, der das Fräsen schneller, besser und preiswerter macht. Die Technologie des Mediumverteilers basiert auf Druckluft anstatt auf Wasser und Öl.

Statt mit Wasser und Öl sorgt der neu entwickelte Mediumverteiler von MHT per Druckluft für Kühlung des Fräsers und entfernt verlässlich und dauerhaft die Späne – auch aus tiefen Konturen und Nuten. Herzstück des Systems ist dabei ein fest arretierter Düsenkörper, der sich nicht mitdreht. Ringförmig angebrachte Düsen blasen die Luft mit bis zu sechs bar direkt auf die Fräserschneide. So kann jede Fräsmaschine im Regelfall trocken gefahren werden. Wenn dennoch einmal Schmiermittel der Luft beigefügt werden müssen, reichen geringste Mengen im Vergleich zu herkömmlichen Fräsmaschinen. Die gesteigerte Effizienz ist für die Schwarzwälder das zentrale Verkaufsargument.

MHT-Geschäftsführer Herbert Merz: «Bereits nach weniger als einem Jahr haben sich für den Unternehmer die Anschaffungskosten amortisiert. Das wird möglich durch die garantierte Produk­tivitäts-, Qualitäts- und Präzisionserhöhung bei komplett trockenem und damit sauberem Fräsprozess.»

Der Mediumverteiler in der Praxis

Der Erfolg gibt den Tüftlern aus dem Schwäbischen Recht: Inzwischen ist der Mediumverteiler bei zahlreichen Fräsmaschinen grosser und mittelständischer Betriebe in ganz Deutschland im Einsatz – bei rundum zufriedenen Kunden. Zwei von ihnen – die Röders GmbH aus dem niedersächsischen Soltau und die Zimmer&Kreim GmbH & Co. KG aus Brensbach, Hessen – haben den Mediumverteiler deshalb auf der EMO 2017 vom 18. bis 23. September in Hannover gezeigt. Röders hat diesen im realen Einsatz auf einer fünfachsigen RXU1201DSH bei der Schrupp- und Schlichtbearbeitung präsentiert. «Bei vielen unserer Kunden ist das System bereits installiert. Wir bieten den Mediumverteiler aufgrund der positiven Rückmeldungen unserer Kunden und eigener Erfahrungen als wichtige Option mit unseren Maschinen an», berichtet Dr.-Ing. Oliver Gossel, Vertriebsleiter Röders GmbH in Soltau, Niedersachsen. Zimmer&Kreim dagegen hat den Medienverteiler mit dem Handlingsystem Chameleon im automatisierten Prozess gezeigt. «Wir haben uns von den Vorteilen des Mediumverteilers vor Ort bei der Firma Walther Wolf überzeugt und werden diese innovative Technik zukünftig serienmässig in unsere Anlagen integrieren und anbieten. Der erste Schritt dazu ist die EMO 2017», erklärt Armand Bayer, Geschäftsführer von Zimmer&Kreim GmbH & Co. KG aus Brensbach in Hessen.

Den Spänen den Garaus machen

Bereits seit 2011 ist der Mediumverteiler überall dort im Einsatz, wo gefräst wird und die Späne fliegen, bei den verschiedensten Fräsmaschinen im Werkzeug- und Formenbau sowie in der Fertigung. Dazu werden die Maschinen der Kunden aus den verschiedensten Branchen – von einfachen Fräsanlagen in der Aluminium-Serienfertigung der Autoindustrie über Geräte zur Bearbeitung von Composite-Materialien für die Luftfahrt bis zu HSC-Fräsmaschinen im Werkzeug- und Formenbau – vor Ort individuell nachgerüstet. Um optimale Wirkkraft zu erreichen, produziert die MHT GmbH für jedes Werkzeug den passenden Düsenkörper. Dann nimmt es das Wundergerät aus dem Schwarzwald mit Materialien aller Art auf: Bei der Bearbeitung von Aluminium, Graphit, Stahl und Kupfer im Mischbetrieb macht der Mediumverteiler mit den Spänen kurzen Prozess.

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Höhere Vorschübe und Zustellungen in der Serienfertigung

Doch nicht nur im High-Tech-Bereich, sondern auch in der Serienfertigung bringt der Mediumverteiler ungeahnte Vorteile. MHT-­Geschäftsführer Herbert Merz: «In der Serienfertigung werden die Fräs­prozesse durch höhere Vorschübe und Zustellungen schneller, die Reinigungszeiten reduzieren sich drastisch durch die Trocken­bearbeitung und die Oberflächen werden ohne Nacharbeiten fertig gefräst. Gleichzeitig sinken die Werkzeugkosten deutlich.» Auch die Arbeitgeber profitieren: «Denken Sie auch an Ihre Mitarbeiter. Der Mediumverteiler verbessert die Arbeitsbedingungen erheblich, da das gesundheitsgefährdende Wasser-­Öl-­Gemisch ersatzlos wegfällt», so Merz.

Ergänzendes zum Thema
 
Die drei wesentlichen Verbesserungen im Fräsprozess

Die Vorteile des Medienverteilers im Überblick

  • Standzeit Werkzeug: Die Werkzeug-Standzeit wird erheblich erhöht und führt zu hohen Einsparungen bei den Werkzeugkosten.
  • Schnellere Bearbeitung: kürzere Durchlaufzeiten und Fräsprozesse durch höhere Vorschübe und höhere Zustellung.
  • Oberfläche: Die Oberflächengüte steigt, Nacharbeiten sind nicht mehr notwendig. Direkt nach dem Schlichten ist das Werkstück aufgrund der hohen Fertigungsqualität einbaufertig.
  • Präzision und Qualität: Der Fräsprozess ist stabil und erhöht dadurch die Präzision und die Wiederholgenauigkeit erheblich.
  • Prozesssicherheit: Der Wegfall des Nass­managements führt zur Trockenlegung der Maschine und zu höherer Prozesssicherheit. Gleichzeitig steigt die Effizienz der Maschine durch längere Maschinenlaufzeiten. Manuell muss nicht mehr nachjustiert werden und der Reinigungsaufwand sinkt drastisch.
  • Energie und Umwelt: Der Mediumverteiler spart Energie durch geringeren Luftverbrauch (1,1 kW = 200l/min) und durch die Einsparung von Schmiermittel durch geringen Emulsionsverbrauch (2 g Schmiermittel/Stunde).
  • Arbeitsschutz: Belastetes Wasser-Öl-Gemisch wird überflüssig. Weniger Luftbelastung führt zu besseren Arbeitsbedingungen für die Belegschaft. -ari- SMM

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