Grindtec 2018

Mehr Optionen schaffen Handlungsspielräume

| Redakteur: Anne Richter

Der 3D-Messtaster von Agathon gibt dem Anwender die vollständige Freiheit darüber, wo er im Arbeitsraum bestimmte Merkmale eines Werkstücks misst.
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Der 3D-Messtaster von Agathon gibt dem Anwender die vollständige Freiheit darüber, wo er im Arbeitsraum bestimmte Merkmale eines Werkstücks misst. (Bild: Agathon)

An der diesjährigen Grindtec stellt Agathon neue Hard- und Softwareoptionen vor, die den Nutzern neue Handlungsspielräume verschaffen sollen. Im Zentrum des Messeauftritts steht ausserdem die Bearbeitung von Superhartstoffen mit der Agathon-Lasermaschine Neo.

Agathon, Hersteller von Laser- und Schleifmaschinen zur Fertigung von Wendeschneidplatten, reist mit neuen Hard- und Softwareoptionen an die Grindtec 2018. Das Unternehmen hat sein Produktportfolio zuletzt komplett erneuert und erweitert und verfügt daher nach eigener Aussage über das jüngste und modernste Maschinenportfolio innerhalb der gesamten Branche. «Somit war es jetzt an der Zeit, den Fokus konsequent auf den weiteren Ausbau der Optionen zu legen», erklärt Agathon-CTO Dr. Stephan Scholze. Beides, Optionen und die dazugehörigen Maschinen, wird auf dem Agathon-Stand an der Leitmesse der Schleiftechnik zu sehen sein. Im Fokus steht dabei die Lasermaschine Neo für die Vorbearbeitung von Superhartstoffen, die erst vor wenigen Monaten im Markt eingeführt wurde und in diesem Jahr ihre Grindtec-Premiere feiert.

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Innovationen beim Wendeplatten-Schleifen

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21.10.15 - An den Technology Days vom 24. bis 25. September 2015 in Bellach stellte die Agathon AG, einer der führenden Hersteller von Wendeschneideplatten-Schleifmaschinen, einen Querschnitt neuer Produkt-, Verfahrens- und Software-Innovationen vor. Am Anlass nahmen Michael Merkle und Dr. Stephan Scholze, die neuen Inhaber der Agathon AG, die Gelegenheit wahr, den Anwesenden neben den Innovationen auch einen strategischen Ausblick vorzustellen. lesen

Adaptiver Vorschub für schnelleres Einrichten, kürzere Prozesszeit und stabileren Prozess

Schnellere und noch stabilere Schleifprozesse stellt der adaptive Vorschub sicher. Er wird ab der Grindtec für alle Agathon-Schleifmaschinen angeboten, die mit der aktuellen Version 5 der Programmiersoftware AGC+ ausgerüstet sind. Anders als beim konstanten Vorschub wird hier die Normalkraft vorgegeben und der Vorschub adaptiv so geregelt, dass sie konstant eingehalten wird. Dieses Vorgehen garantiert, dass der Schleifprozess auch dann im optimalen Arbeitspunkt verbleibt, wenn Material oder Werkzeug qualitative Schwankungen an den Tag legen. Agathon-Anwender erhalten an ihren Maschinen nicht nur die tatsächlichen Werte der Tangentialkraft, sondern auch die der äusserst anspruchsvoll zu ermittelnden Normalkraft. Gegenüber der Tangentialkraft macht die Normalkraft deutlich bessere Aussagen über den Prozess­zustand und dafür, wie der Vorschub geregelt werden muss. Und je enger das Prozessfenster eines Schleifauftrags ist, desto wichtiger wird die treffsichere Regelung des Vorschubs.

Anwender des adaptiven Vorschubs profitieren in dreifacher Hinsicht: Erstens indem sich die Maschine mit der Normalkraft als Hauptsollwert schneller einrichten lässt. Zweitens verkürzt sich die Prozesszeit, weil der Anwender mit den für seinen Auftrag optimalen Parametern schleifen kann und keine Sicherheitsreserven für eventuelle Material- oder Werkzeugschwankungen kalkulieren muss. Schlussendlich läuft der Schleifprozess aufgrund des konstanten Abtragvolumens einfach stabiler. In der Entwicklungsphase hat sich gezeigt, dass grundsätzlich alle Anwender vom adaptiven Vorschub profitieren. Maschinenbediener indes, die noch nicht auf eine jahre- oder gar jahrzehntelange Erfahrung mit Hightech-Schleifmaschinen zurückblicken können, ziehen den grössten Nutzen aus dieser Option.

Aussenflächen schleifen in einem Auftrag

Mit der Option B1-Teile umspannen versetzt Agathon seine Kunden in die Lage, alle Aussenflächen eines Werkstücks in einem einzigen Auftrag zu schleifen. Diese Option tut, was der Name bereits ankündigt: Das Werkstück wird auf der B-Achse automatisch umgespannt, wobei insgesamt drei unterschiedliche Aufspannungen in einem Auftrag möglich sind. Diese Option bietet Agathon für sämtliche aktuellen Schleifmaschinenmodelle an und empfiehlt sie ausdrücklich denjenigen Kunden, die in eine Dom Plus investieren möchten. Anwender einer Dom Plus sind dank des automatischen Umspannens von B1-Teilen in der Lage, neben dem Umfang und einer Fase noch eine zusätzliche Schutzfase zu schleifen.

Freiheit beim Messen von Werkstücken

Eine weitere Option, die den Anwender noch flexibler machen soll, ist der 3D-Messtaster, den Agathon für seine Maschinen der Modellreihen Evo Combi und Evo Penta zur Verfügung stellt. Der 3D-Mess­taster führt Messungen am gespannten Werkstück in X-, Y- und Z-Richtung durch. Er schenkt dem Anwender dadurch die vollständige Freiheit darüber, wo er im Arbeitsraum bestimmte Merkmale des Werkstücks misst. Ein Beispiel: Bei Press-to-Size-­Rohlingen werden bestimmte Merkmale des Werkstücks bereits beim Pressen des Hartmetalls erzeugt, sodass lediglich wenige Schleifoperationen ausgeführt werden müssen. Diese müssen bisweilen relativ zu den bereits bestehenden Merkmalen erfolgen. Das heisst, die Maschine muss wissen, an welcher exakten Stelle im Raum sich das Merkmal befindet. Der 3D-Messtaster ermittelt und liefert innerhalb kürzester Zeit diese Werte. Er tut dies beispielsweise auch, wenn bei Tipped-Inserts eine Schleifoperation relativ zur exakten Lage des Tips ausgeführt werden muss.

Der 3D-Messtaster bildet ausserdem eine funktionale Erweiterung des Spannsystems HSK. Dabei handelt es sich um ein alternatives Werkstückhandling für Agathon-Schleifmaschinen der Modellreihe Evo Penta. Eine HSK-Aufnahme kann alternativ zum Spannsystem B3 von Agathon verwendet werden. Mit seinem DIN-ISO-normierten E25-Spannkonus bildet die HSK-Aufnahme maschinenseitig eine universelle Schnittstelle, auf die sich die unterschiedlichsten Werkstücke montieren lassen. Anwender, die das Spannsystem HSK verwenden, können dank dieser Option Aufträge bearbeiten, die bislang aus­serhalb ihrer Reichweite lagen. Mit Hilfe des zuvor beschriebenen 3D-Messtasters können die Werkstückmerkmale zudem präzise vermessen und positioniert werden.

Neue Schleifmaschinen-Generation

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10.03.16 - An der Grindtec 2016 präsentiert Agathon eine neue Schleifmaschinen-Generation. Erstmals in der bald hundertjährigen Geschichte präsentiert das Unternehmen mit Sitz in Bellach an einer Messe gleich drei neue Schleifmaschinen mit verbesserter Produktivität, Präzision und Funktionalität. Daneben stellt Agathon mehrere technische Innovationen vor, etwa ein patentiertes Konditionierungsverfahren für deutlich höhere Abtragsraten. lesen

Mit mehr Transparenz zu mehr Effizienz

Handlungsspielräume gewinnt der Anwender auch mit der jüngsten Softwareinnovation von Agathon, dem Agathon Livestatus. Im Rahmen dieser cloudbasierten Anwendung werden Maschinenstatus
und ausgewählte Produktionsdaten von Agathon-­Maschinen auf ein Mobilgerät oder einen Computer des Kunden übertragen. Die damit erreichte Transparenz soll mehr Sicherheit für den Anwender bringen. Aufträge können an jedem beliebigen Ort überwacht werden. Das heisst, der Anwender weiss unter anderem stets, in welchem Stadium sich die einzelnen Aufträge befinden und wann beispielsweise Verbrauchsmaterialien gewechselt bzw. erneuert werden müssen. Und sollte bei der Bearbeitung eines Auftrags ein Ereignis auftreten, wird der Anwender sofort über die App beziehungsweise über die Livestatus-Website informiert. Dadurch wird der Anwender natürlich sehr viel flexibler und kann sich gleichzeitig um mehrere Aufträge kümmern. Das heisst, der Anwender produziert dank des Agathon Livestatus pro Zeiteinheit mehr Teile und arbeitet insgesamt deutlich effizienter als ohne diese Option.

Superhartstoffbearbeitung mit Laser spart Geld und Zeit

Eine weitere Grindtec-Premiere feiert die Laser­maschine Neo. Es mag verwunderlich sein, dass eine Lasermaschine an einer Fachmesse für Schleiftechnik präsentiert wird. Doch Agathon will zeigen, dass die effizienteste Methode, um Superhartstoffe wie beispielsweise polykristallinen Diamant (PKD) oder polykristallines kubisches Bornitrid (PCBN) zu bearbeiten, in einer Kombination aus Lasern und Schleifen liegt. Nehmen wir als Beispiel eine Wende­schneid­platte mit einem PKD-Tip. Zur Herstellung dieses Teils wird der PKD-Tip in einem ersten Schritt mit der Neo gelasert. Dabei macht man sich den Umstand zunutze, dass mit der Neo pro Zeit­einheit rund 100 Mal mehr Material abgetragen wird, als dies mit einer Schleifmaschine möglich wäre. Um aber die benötigte Präzision zu erzielen, wird das Teil mit einer Schleifmaschine anschliessend endbearbeitet. Dank dieser Kombination kann das Teil rund 60 Mal schneller produziert werden. Der Anwender spart aber nicht nur Zeit, sondern auch Geld, denn der Verschleiss an Verbrauchsmaterialien auf der Schleifmaschine sinkt um bis zu 75 Prozent.

Bei der Konzeption der Neo hatten die Agathon-­Entwickler aber nicht nur die Technologie an sich, sondern auch das manufakturähnliche Umfeld im Blick, das für die Bearbeitung von PKD und anderen Superhartstoffen charakteristisch ist. Aus diesem Grund ist die Neo mit rund einem Quadratmeter Stellfläche äusserst kompakt und lässt sich einfach verschieben. So passt die Neo auch in Werkstätten, in denen es etwas enger zugeht. An der Grindtec wird Agathon zwei Neo-Lasermaschinen ausstellen.

Entwicklung und Herstellung hochpräziser Führungs- und Zentriersysteme

Agathon ist aber nicht nur Maschinenbau. Dank der überzeugenden Fertigungskompetenz des Unternehmens liegt dessen zweites Geschäftsfeld in der Entwicklung und Herstellung hochpräziser Führungs- und Zentriersysteme. Diese Komponenten werden vor allem im Stanzwerkzeugbau, im Maschinen- und im Formenbau eingesetzt. Am Agathon-­Messestand kann man sich über das entsprechende Angebot informieren, zum Beispiel über kundenspezifische Lösungen in den unterschiedlichsten Industriezweigen von Optik über Nonwoven bis hin zur Kabel­produk­tion und
darüber hinaus – oder über Führungssysteme für Fräs- und Rundtaktmaschinen. In solchen Maschinen sind Agathon-Komponenten sowohl für reine als auch für kombinierte Axial- und Drehbewegungen angetriebener Werkzeuge und Werkstücke bestens geeignet. Sie sind insbesondere die ideale Wahl, um Bearbeitungseinheiten bauteilreduziert und kompakt zu gestalten und somit die in dieser Hinsicht immer anspruchsvolleren Vorgaben zu
erfüllen.

«Wir fahren aber nicht nur nach Augsburg, um unsere Gäste von unseren Lösungen zu überzeugen», gesteht Agathon-CTO Stephan Scholze und ergänzt: «Wir fahren auch nach Augsburg, um mit unseren Gästen zu feiern.» Denn: Vor 100 Jahren wurde das Schweizer Unternehmen gegründet.
«Die Grindtec gibt uns Gelegenheit, unseren
Kunden danke zu sagen. Dank ihnen sind wir heute führend im Bereich Schleiftechnologien», resümiert
Scholze. -ari- SMM

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